Eishockey
Tobias Stephan für drei Jahre nach Zug

Der EV Zug löst sein Goalieproblem und wird spätestens ab der Saison 2014/15 ein Meisterkandidat. Tobias Stephan wechselt spätestens im übernächsten Sommer von Servette nach Zug.

Klaus Zaugg.
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Prangt bald das Zuger Wappen auf Tobias Stephans Goaliehelm?

Prangt bald das Zuger Wappen auf Tobias Stephans Goaliehelm?

Wer als Chronist Zugs tüchtigen Sportchef Jakub Horak nach seinen Plänen für die Besetzung der Torhüterposition befragt, wird mit einer fundierten Marktanalyse erfreut. So wie er einst als Banker seinen Kunden wohl die Börse erklärt hat, so liefert er gerne eine Auslegeordnung des Schweizer Torhütermarktes. Er sagt bedeutungsschwer, es sei halt schon schwierig, er sei am planen, es geben gar viele Optionen. Etwa den Aufbau seines jungen Sandro Zurkirchen (22) zur Nummer eins. Aber man dürfe natürlich auch die Option Martin Gerber (36) und Reto Berra (26) nicht vergessen. Und dann habe er natürlich auch sein Interesse bei Tobias Stephan (29) deponiert. «Verhandelt haben wir natürlich noch nicht. Ich habe nur sichergestellt, dass er weiss, dass wir interessiert sind.» Servettes Nationaltorhüter habe ja einen Vertrag, der nach der nächsten Saison auslaufe.

Jakub Horak ist ein Schlaumeier und Schwindler. Er hat nun bereits in seinem ersten Amtsjahr als EVZ-Sportchef den wichtigsten EVZ-Transfer der letzten 20 Jahre getätigt: Von wegen «Interesse deponiert» und «noch nicht verhandelt.» Jakub Horak hat Nägel mit Köpfen gemacht. Tobias Stephan hat beim EVZ einen Dreijahresvertrag unterschrieben. Die Tinte unter dem Vertrag ist trocken. Der Kontrakt läuft ab der übernächsten Saison (2014/15). Sollte es jedoch Servette-General Chris McSorley gelingen, für nächste Saison Biels Reto Berra zu bekommen, dann wechselt Tobias Stephan bereits auf nächste Saison nach Zug.

Alle Parteien haben striktes Stillschweigen vereinbart. Denn nun geht der Zirkus los und es wird für Tobias Stephan nicht ganz einfach. Er wird Genf verlassen, weil er in den Raum Zürich zurückkehren will - und dort gibt es halt nur noch den EV Zug - wenn wir denn Zug ein bisschen grosszügig zum Raum Zürich rechnen.

Tobias Stephan gehört zum legendären 1984er-Goaliejahrgang mit Langnaus Thomas Bäumle, Luganos Michael Flückiger und Daniel Manzato. 2002 hexte er die Schweiz ins Finale der U 18-WM. Der sanfte Riese (195 cm/85 kg) ist ein cooler Blocker und seit seiner Rückkehr in die Schweiz im Sommer 2009 insgesamt der beste und konstanteste Schweizer Torhüter in der NLA. Er hat bisher in jeder Saison in Genf mehr als 92 Prozent der Schüsse abgewehrt, war an der letzten WM unsere Nummer eins. Mit Tobias Stephan wird der EV Zug spätestens in der Saison 2014/15 ein Meisterkandidat sein.