Eishockey
Streit in der NHL: Heute beginnt der «Final Countdown»

Im Streit zwischen der NHL und der NHLPA beginnt nun der «Final Countdown». Bis Ende Jahr müssen sich die beiden zerstrittenen Parteien einigen, wenn sie die NHL-Saison noch retten wollen. Ein schwieriges Unterfangen.

Marcel Kuchta
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Der einsame Stanley-Cup. Die NHL-Siegertrophäe geistert momentandurch leere Eishallen.

Der einsame Stanley-Cup. Die NHL-Siegertrophäe geistert momentandurch leere Eishallen.

Keystone

Es geht wieder los. Die NHL-Teambesitzer und die Vertreter der Spielergewerkschaft NHLPA setzen sich einmal mehr an den Verhandlungstisch. Nach dem kläglichen Scheitern der vergangenen Woche, als sämtliche erzielten Fortschritte im Zuge einer geradezu kindischen Posse vernichtet wurden, nehmen die zerstrittenen Parteien einen neuen – und vermutlich auch letzten Anlauf, die NHL-Saison 2012/2013 wenigstens teilweise zu retten.

Die Ausgangslage ist jedoch alles andere als günstig. Trotz der Annäherung in den meisten, strittigen Themen, geht es jetzt eigentlich nur noch ums Prinzip. NHL-Boss Gary Bettman und NHLPA-Chef Don Fehr wollen als Sieger aus dieser Schlacht hervorgehen. Die NHL bot den Spielern einen guten Deal an, aber nur unter der Voraussetzung, dass man ihn ohne Zutun von Don Fehr besiegelt. Auf diesen Kuhhandel ging die NHLPA nicht ein, worauf Gary Bettman und Co. ihr Angebot wieder zurückzogen. Die NHL wollte die Spielergewerkschaft mit diesem Schachzug quasi entmündigen.

Machen es Mediatoren doch noch möglich?

Längst steht fest: Die beiden zerstrittenen Parteien sind sich in den Grundzügen einig, wie der neue Gesamtarbeitsvertrag aussehen soll. Nun will aber, kurz vor der Ziellinie, keiner der mehr Kleinbei geben. In der heute Mittwoch, an einem unbekannten Ort beginnenden, neusten Verhandlungsrunde, sollen nun wieder zwei staatliche Mediatoren vermittelnd eingreifen. Das Problem ist: Man versuchte dasselbe Experiment schon vor ein paar Wochen - und scheiterte kläglich. Eigentlich wissen beide, wo der Weg zur Lösung liegt, aber beide tun so, als ob ihr Navigationsgerät kaputt ist.

Klar ist: Überwinden NHL und NHLPA ihren Kampf der Prinzipien nicht bis Ende Jahr, dann wird es in dieser Saison kein NHL-Hockey mehr zu sehen geben. Es bleiben also noch knapp drei Wochen, um dem gesunden Menschenverstand zum Sieg zu verhelfen. Auch in der NLA blickt man wieder einmal gespannt nach Nordamerika. Beginnt die NHL-Saison doch noch, dann werden die Karten auch in unserer Meisterschaft neu gemischt.

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