Eishockey
Spengler-Cup: Die NHL-Stars bleiben – doch was passiert in Amerika?

Gute Nachrichten für Spengler-Cup-General Fredi Pargätzi: Die NHL hat alle Spiele bis zum 14. Januar annulliert. Die Spengler-Cup-Teilnahme der NHL-Stars ist damit gesichert. Aber die NHL-Saison scheint definitiv vor dem Aus.

Klaus Zaugg
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Eine verlorene Saison wird wohl NHL-General Gary Bettman aus dem Amt fegen.

Eine verlorene Saison wird wohl NHL-General Gary Bettman aus dem Amt fegen.

Die Liga und die Spielergewerkschaft können sich nach wie vor nicht auf einen neuen Gesamtarbeitsvertrag einigen. Inzwischen haben beide Seiten wohl nur noch eine Patrone im Verhandlungsrevolver: Entweder wird in der nächsten Verhandlungsrunde eine Lösung gefunden – oder die NHL-Saison 2012/13 ist vorbei.

Die Frage ist nun: Welche Partei kommt aus der Deckung und wagt als erste den Schritt zurück an den Verhandlungstisch? Beide betonen Verhandlungsbereitschaft. Aber auf einen neuen Verhandlungs-Termin haben sie sich nach wie vor nicht geeinigt. Das Ego-Duell zwischen NHL-General Gary Bettman (60) und Gewerkschafts-Boss Don Fehr (64) spitzt sich zu und die Intimfeinschaft dieser zwei Anwalts-Alphatiere erschwert eine Lösung. Es geht für beide um Prestige und viel Kohle.

Gary Bettman ist seit dem 1. Januar 1993 im Amt und kassierte ursprünglich eine Million Dollar pro Saison. Inzwischen ist sein Jahresgehalt auf 7,5 Millionen Dollar gestiegen. Sein Vertrag läuft noch bis 2015. So wie die Spieler bekommt auch er seit dem 15. September, dem Beginn des Lockouts, keinen Lohn. Er wird erst wieder bezahlt, wenn gespielt wird.

Don Fehr ist seit dem 18. Dezember 2010 Gewerkschafts-Boss und kassiert 2,8 Millionen Dollar Jahressalär. Aus Solidarität mit den Spielern verzichtet er bereits seit dem 1. Juli, dem offiziellen Beginn der Verhandlungen, auf eine Lohnzahlung.

Die verlorene Saison 2004/05 kostete Gewerkschaftsboss Bob Goodenow den Job. Diesmal wird eine verlorene Saison wohl Gary Bettman aus dem Amt fegen.

Inzwischen geht die Sorge um, dass auch die Saison 2013/14 nicht pünktlich beginnen könnte. Wenn bis Mitte Januar keine Einigung gelingt und sich die Verhandlungen in die Gerichtssäle verlagern, dann bricht ein Chaos aus, das auch die nächste Saison in Gefahr bringt. Die Gewerkschaft hat bereits offiziell mit Selbstauflösung gedroht – dann wäre der Weg für die Spieler frei, vor Gericht bei den Klubs das Recht auf Arbeit einzuklagen.

Inoffiziell hat Liga-Vizegeneral Bill Daly verlauten lassen, dass die Saison nur gespielt werden kann, wenn bis Mitte Januar eine Einigung erzielt wird. Die Absage der Spiele bis zum 14. Januar ist eine gute Nachricht für den Spengler-Cup. Die Gefahr, dass die NHL-Stars ins Trainingscamp einrücken und aus Davos abreisen müssen, ist damit gebannt. Die NHL-Stars werden definitiv bis Turnierschluss bleiben.

Durch die Absage der Spiele bis zum 14. Januar ist mehr als die Hälfte der Qualifikation (50,8 Prozent/625 Spiele) verloren. Ab Mitte Januar könnte noch eine von 82 auf 48 Partien verkürzte Qualifikation gespielt werden.

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