Nach der bitteren 4:5-Niederlage nach Verlängerung im Halbfinal gegen Finnland waren die Schweizer zu Beginn der Partie nicht bereit. Sie verschliefen den Start komplett und gerieten bis zur 12. Minute 0:3 in Rückstand - die drei Tore der Kanadier fielen innert 285 Sekunden.

Dennoch fanden nach dem 0:3 auch die Schweizer ins Spiel und verkürzten dank eines Doppelschlags innert 85 Sekunden noch vor der ersten Pause auf 2:3 (19.). Beim 1:3 reüssierte Damien Riat im ersten Powerplay des Spiels, danach lenkte Robin Fuchs einen Schuss von Christian Pinana herrlich ab. Die Hoffnungen auf die zweite Schweizer Medaille an einer U18-WM seit dem Gewinn von Silber im Jahr 2001 kehrte zurück. Diese machten die Kanadier am Ende des zweiten Drittels mit zwei Toren innert 138 Sekunden zum 5:2 (39.) zu Nichte.

In der Folge waren die Schweizer zu keiner Reaktion mehr fähig, obwohl sie im Schlussabschnitt während beinahe sechs Minuten in Überzahl agierten. Eine Topchance, um noch etwas für Spannung zu sorgen, vergab in der 52. Minute Nathan Marchon.

In der Defensive spielten die Schweizer zwar sehr diszipliniert und kassierten bloss eine Strafe wegen zu vieler Spieler (59.). Sie bekundeten aber zu oft Mühe, die Scheibe aus der Gefahrenzone zu bringen, leisteten sich zu viele Unkonzentriertheiten und blockten deutlich weniger Schüsse als gegen die Finnen. Zudem war Torhüter Joren van Pottelberghe nicht jener Rückhalt, den es für eine Überraschung gebraucht hätte. Vor allem beim 0:1 hinterliess der in Schweden bei Linköping engagierte Keeper nicht die beste Figur, und dem 1:3 sowie 2:5 gingen Abpraller voraus. Es wäre allerdings falsch, Van Pottelberghe die Schuld für die Niederlage zu geben, zeigte er doch einige starke Paraden und wurde er von seinen Vorderleuten zu oft im Stich gelassen.

Im Final setzte sich Titelverteidiger USA gegen Finnland mit 2:1 nach Verlängerung durch. Die Amerikaner holten bereits zum neunten Mal die Goldmedaille, zum achten Mal seit 2005. Den entscheidenden Treffer erzielte in der 73. Minute Colin White nach herrlicher Vorarbeit von Jeremy Bracco.