Dass sein Team an dieser Aufgabe wächst, hofft auch Nationaltrainer Glen Hanlon: "Wenn dich jemand jagt, fürchtest du dich immer zu verlieren. Das jagende Team geht dagegen stets mit einer aggressiveren Einstellung an die Aufgabe. Für uns gilt es nun, herauszugehen, aneinander zu glauben und uns mit den Topteams zu messen."

Dass die Schweiz jede Nation schlagen kann, hat sie in den letzten Jahren immer wieder bewiesen, am eindrücklichsten natürlich bei der erfolgreichen WM 2013. Zu wissen, dass man es könne, gebe Vertrauen, sagte Hanlon weiter. Was die Schweizer ebenfalls positiv stimmen könnte: Vor zwei Jahren waren es auf dem Weg zur Silbermedaille ebenfalls Schweden, Kanada und Tschechien, welche die Schweizer in der Vorrunde bezwangen - damals allerdings ganz zu Beginn des Turniers und nicht in einer zweiten Phase.

Wie viele Punkte die Schweizer für die Viertelfinal-Qualifikation noch brauchen, ist offen und hängt nicht zuletzt von den Resultaten der anderen Partien in der Gruppe A ab. Gerechnet haben in den letzten beiden Tagen auch die Schweizer Spieler. "Ja, klar macht man das", sagte etwa Simon Bodenmann. "Und es ist jedem klar, dass wir in den letzten Spielen Punkte holen müssen, so viele wie nur möglich."

Zuversichtlich, dass dies klappt, ist Denis Hollenstein: "Wir müssen frisch von der Leber weg aufspielen, Spass haben, einander unterstützen und unser bestes Eishockey zeigen. Dann werden wir auch erfolgreich sein."

Die Schweden, die als erstes der drei Topteams auf die Schweizer warten, zeigten sich am Donnerstag verwundbar. Gegen die Deutschen setzten sie sich erst in der Schlussphase durch. Wie bereits die Schweizer bekundete "Tre Kronor" Mühe, zu Torchancen zu kommen. "Sie gaben uns nicht sehr viele Möglichkeiten", sagte Stürmer Joakim Lindström.

Schweizer Siege gegen Schweden, das gestern sein Kader mit dem Stürmer Andreas Thuresson (Sewerstal Tscherepowez/KHL) komplettierte, sind jedoch selten. Seit dem Wiederaufstieg in die A-Gruppe 1998 gewann die Schweiz ausser in der Vorrunde von Stockholm (3:2) nur noch 2008 in Québec (4:2). Und immerhin spielten die beiden Mannschaften 15-mal gegeneinander. Auf WM-Ebene ist es heute das erste Duell seit dem WM-Final 2013, den die Schweizer klar mit 1:5 verloren.