U20-WM

Schweizer Junioren verlieren trotz starker Leistung

Der Schweizer U20-Nationaltrainer Christian Wohlwend holte mit seinem Team zum WM-Auftakt den ersten Punkt

Der Schweizer U20-Nationaltrainer Christian Wohlwend holte mit seinem Team zum WM-Auftakt den ersten Punkt

Die Schweizer zeigen zum Auftakt der U20-Weltmeisterschaft in Vancouver und Victoria einen starken Auftritt. Dennoch unterliegen sie Tschechien 1:2 nach Verlängerung.

Die Schweizer erspielten sich genügend Möglichkeiten, mehr als den einen Punkt zu holen. Hatten im ersten Drittel die Vorteile noch auf Seiten der Tschechen gelegen, steigerte sich das Team von Trainer Christian Wohlwend nach der ersten Pause. Im Mittelabschnitt lautete das Schussverhältnis 14:7 zu Gunsten der Schweizer, die in der 28. Minute im Powerplay durch Nando Eggenberger in Führung gingen. Der 19-jährige Bündner, seit dieser Saison in Kanada für das Juniorenteam Oshawa Generals tätig, ist erneut der Captain der Mannschaft. Vor einem Jahr hatte er mit null Skorerpunkten und einer Minus-9-Bilanz zu den grossen Enttäuschungen gehört.

Das 1:0 hielt nur während 77 Sekunden, dann glich Martin Kaut für die Tschechen aus. Der Schweizer Goalie Luca Hollenstein machte dabei nicht die beste Figur, ansonsten vermochte er aber mit 25 Paraden zu überzeugen. Beim 1:2 von David Kvasnicka nach 52 Sekunden der Overtime war er machtlos, weil er den Puck zu spät sah. Dem Tor ging ein Fehlpass von Eggenberger voraus.

Zwischen der 38. und der 40. Minute hatten die Schweizer während 90 Sekunden in doppelter Überzahl agieren können, sie liessen diese grosse Chance aber ungenutzt verstreichen. Was sie dann im letzten Drittel zeigten, verdient grosses Lob. Das sah auch Wohlwend so: "Wie wir dort Eishockey gespielt haben, das war fantastisch. Wir kreierten Chancen, gewannen Zweikämpfe, und dies gegen eine unglaublich stark bestückte tschechische Mannschaft. Leider waren wir im Abschluss etwas zu wenig bissig. Ich freue mich riesig, dass wir im letzten Drittel so spielen konnten."

Insgesamt ging das Unentschieden nach der regulären Spielzeit in Ordnung. Die Schweizer hatten Glück, dass die Tschechen zweimal an der Torumrandung scheiterten. So oder so lässt sich auf dieser Leistung aufbauen. Die Schweizer hatten schon in der Vorbereitung angedeutet, dass sie stärker als vor einem Jahr sind. Im zweiten Spiel treffen sie in der Nacht auf Freitag auf Gastgeber Kanada, der zu den Favoriten auf die Goldmedaille gehört. Gegen die Nordamerikaner verloren die Schweizer in der vergangenen Woche in einer Testpartie 3:5, wobei der letzte Gegentreffer ein Schuss ins leere Tor war. "Wenn wir wieder mit dieser Leidenschaft spielen, glaube ich, dass wir Kanada bezwingen können", gab sich Eggenberger optimistisch.

Telegramm:

Tschechien - Schweiz 2:1 (0:0, 1:1, 0:0, 1:0) n.V.

Vancouver. - SR Anderson/Bruggeman (USA), Goljak/Sefcik (BLR/SVK). - Tore: 28. (27:45) Eggenberger (Leuenberger, Kuraschew/Ausschluss Machala) 0:1. 30. (29:02) Kaut (Necas, Galvas) 1:1. 61. (60:52) Kvasnicka (Kaut, Lauko) 2:1. - Strafen: 8mal 2 Minuten gegen Tschechien, 4mal 2 plus 10 Minuten (Brüschweiler) gegen die Schweiz.

Schweiz: Hollenstein; Gross, Le Coultre; Aebischer, Berni; Barandun, Moser; Müller, Kuraschew, Nussbaumer; Gerber, Sandro Schmid, Brüschweiler; Verboon, Sigrist, Eggenberger; Leuenberger, Tanner, Lehmann.

Bemerkungen: Schweiz ohne Geisser (angeschlagen), Burger, Wyss (nicht gemeldet), Zaetta (überzähliger Goalie) und Akira Schmid (Ersatzgoalie).

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