Der Matchwinner der Schweizer war wie bereits am Vortag gegen Dänemark (3:2 n.V.) Eric Blum. Der Verteidiger des SC Bern, der am Vortag zum 3:2 getroffen hatte, schoss 89 Sekunden vor dem Ende das entscheidende 5:4. Zuvor hatten die Schweizer eine 3:0- und 4:3-Führung verspielt. Das 4:4 war nur 26 Sekunden nach dem 4:3 von Sven Andrighetto gefallen, der sein erstes Tor im Nationaldress schoss.

Nach einem torlosen ersten Drittel hatte bei den Schweizern zu Beginn des zweiten Drittel endlich die Effizienz gestimmt. Mit den ersten vier Torschüssen waren sie dreimal erfolgreich, sodass es nach 29 Minuten 3:0 stand. Die ersten beiden Tore (24. und 26.) erzielte Nino Niederreiter, der in der 14. Minute noch am Pfosten gescheitert war. Der Churer NHL-Stürmer erzielte im Powerplay seine Treffer 2 und 3 an dieser WM, nachdem ihm am Vortag gegen Dänemark (3:2 n.V.) in der 58. Minute der Ausgleich zum 2:2 gelungen war. Beim 3:0 lenkte Grégory Hofmann den Puck mit dem Schlittschuh unhaltbar ab.

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Die Schweizer schienen einem ungefährdeten Sieg entgegen zu steuern, hatten sie doch die Partie gegen harmlose Letten im Griff. Wäre da nicht das Boxplay gewesen. In der 34. und 38. Minute nutzten die Balten zwei Strafen gegen die Schweizer aus und verkürzten auf 2:3. Es waren die Gegentore Nummern 6 und 7 für die SIHF-Auswahl in Unterzahl an diesem Turnier. Nur 73 Sekunden nach dem 2:3 glichen die Osteuropäer gar zum 3:3 aus, wobei es ein Eigentor von Morris Trachsler war. Der Treffer wurde Ronalds Kenins (ex ZSC Lions) gegeben. Bereits beim 1:3 hatte Robin Grossmann den Puck unglücklich ins eigene Tor abgelenkt.

Josi definitiv nicht nach Moskau

Das Trainertriumvirat hatte vor der Partei einige Umstellungen vorgenommen. Die Schweizer spielten erstmals mit acht Verteidigern und nur noch zwölf Stürmern. Als Folge davon kam AHL-Verteidiger Christian Marti zu seinem ersten Einsatz an dieser WM. Stürmer Lino Martschini war erstmals überzählig. Als Center in der Toplinie mit Nino Niederreiter und Simon Moser spielte Morris Trachsler. Grégory Hofmann kehrte auf die Flügelposition zurück.

Die Nomination von Marti bedeutet, dass Roman Josi an dieser WM nicht zum Schweizer Team stossen wird. Der Berner, der zu den besten Verteidigern in der NHL gehört, spielt mit den Nashville Predators in der Nacht auf Freitag das entscheidende siebente Spiel in den Playoff-Viertelfinals gegen die San Jose Sharks. Deshalb wäre er bei einem Ausscheiden mit den Predators frühestens im abschliessenden Vorrundenspiel gegen Tschechien zur Verfügung gestanden. Dies und die vielen Einsatzminuten von Josi veranlassten die Schweizer Verantwortlichen, auf ihn zu verzichten.

Lettland - Schweiz 4:5 (0:0, 3:3, 1:2)

Moskau. – 8280 Zuschauer. – SR Mayer/Sidorenko (USA/BLR), Lederer/Nieminen (CZE/FIN). - Tore: 24. Niederreiter (Andrighetto, Diaz/Ausschluss Freibergs) 0:1. 27. Niederreiter (Félicien Du Bois, Diaz/Ausschluss Sirokovs) 0:2. 29. Grégroy Hofmann (Andrighetto, Schäppi) 0:3. 34. Redlihs (Sotnieks, Cubulskis/Ausschluss Christian Marti) 1:3. 38. Redlihs (Sotnieks, Cibulskis/Ausschluss Geerign) 2:3. 39. Kenins 3:3 (Eigentor Trachsler). 59. (58:31) Blum 4:5. - Strafen: 5-mal 2 plus 10 Minuten (Dzerins) gegen Lettland, 5-mal 2 Minuten gegen die Schweiz.

Lettland: Masalskis; Sirokovs, Galvins; Siksna, Sotnieks; Jerofejevs, Cibulskis; Kulda; Daugavins, Girgensons, Kenins; Indrasis, Bukarts, Dzerins; Pavlovs, Redlihs, Meija; Sirokovs, Abols, Bicevskis; Freibergs.

Schweiz: Berra; Yannick Weber, Schneeberger; Diaz, Blum; Geering, Félicien Du Bois; Grossmann, Christian Marti; Marc Wieser, Walker, Dino Wieser; Niederreiter, Trachsler, Simon Moser; Ambühl, Walser, Hollenstein; Andrighetto, Schäppi, Grégory Hofmann.

Bemerkungen: Schweiz ohne Robert Mayer (Ersatztorhüter), Gaetan Haas und Lino Martschini (beide überzählig). - Timeout Lettland (59:07.). - Schüsse: Lettland 17 (6-9-2); Schweiz 31 (14-12-5). - Powerplay-Ausbeute: Lettland 2/5; Schweiz 2/5.