Testspiele zwischen der Schweiz und Eishockey-Grossmächten wie Russland sind selten. In den vergangenen Jahren blieben die Top 4 Europas (Russland, Schweden, Finnland und Tschechien) an Länderspiel-Terminen grösstenteils unter sich. Seit dieser Saison ist es anders: Dank eines neuen Abkommens zwischen den Nationen kommt es im Frühling künftig regelmässig (und vor allem ohne finanzielle Efforts) zu Partien zwischen den besten Teams und den Equipen der zweiten Garde.

So trifft die Schweiz in diesem Jahr auf den WM-Finalisten Russland und eine Woche später (auswärts in Litvinov) auf den Weltmeister Tschechien. Nächstes Jahr stehen dann je zwei Vergleiche mit Schweden und Finnland im Programm.

Die heutige Partie in Freiburg hätte eine spezielle werden sollen. Geplant war, dass der russische Nationaltrainer Slawa Bykow, der mit Gottéron in den Neunzigerjahren die Schweizer NLA verzaubert hatte, an seine frühere Wirkungsstätte zurückkehrt.

Doch aus dem Rendezvous wurde nichts. Bykow qualifizierte sich mit seinem Klubteam Salawat Ufa für den Playoff-Final in der russischen KHL und konnte nicht in die Schweiz reisen. Und so verpasst Bykow senior auch das Duell gegen seinen Sohn Andrej, der seit dieser Saison Mitglied des Schweizer Nationalteams ist und gute Chancen auf eine WM-Teilnahme besitzt.

Für Slawa Bykow steht dessen Assistent Waleri Bragin an der Bande der russischen Auswahl, die mehrheitlich aus Akteuren besteht, die in der KHL frühzeitig ausgeschieden sind. Bis zur WM in der Slowakei in drei Wochen dürfte die russische Equipe ein ganz anderes Gesicht erhalten - viel ausgeprägter als bei der Schweizer Mannschaft. Im Team von Sean Simpson stehen im Vergleich zur Vorwoche sieben neue Spieler im Aufgebot: sechs Spieler des SC Bern plus Goalie Daniel Manzato (Rapperswil).

Am letzten Sonntag in Ambri leistete sich das Schweizer Team eine blamable Niederlage gegen Dänemark. Nun wartet mit den Russen ein erster echter Prüfstein im Hinblick auf die WM. Simpson hofft, dass seine Equipe aus dem Spiel gegen die Dänen die richtigen Schlüsse gezogen hat: "Wir müssen daraus lernen", hatte der Kanadier bereits nach dem Spiel in Ambri gesagt. Simpson machte aber auch deutlich, dass er von einigen seiner Akteure eine klare Steigerung erwartet, wenn sie die WM bestreiten wollen.