Deutschland Cup

Schweiz schlägt Deutschland nach Verlängerung

Patrick Fischer dirigiert seine Mannschaft. (Archivbild)

Patrick Fischer dirigiert seine Mannschaft. (Archivbild)

Die Schweiz gewinnt am Deutschland Cup in Krefeld auch das zweite Spiel. Gegen den Gastgeber trifft Pius Suter in der letzten Sekunde der Verlängerung zum 4:3.

Nach dem 5:2 am Donnerstag gegen die Slowakei hat die Schweiz hat am Deutschland Cup in Krefeld auch das zweite Spiel gewonnen. Das Team von Trainer Patrick Fischer bezwang den Gastgeber nach einem Tor von Pius Suter in letzter Sekunde 4:3 nach Verlängerung.

Schon vor einem Jahr war das Spiel gegen Deutschland beim Stand von 3:3 in die Overtime gegangen. Damals siegten die Schweizer im Penaltyschiessen. Diesmal verhinderte Suter ein solches mit einem herrlichen Treffer in extremis. Captain Noah Rod erkämpfte sich hinter der eigenen Torlinie den Puck, spielte zu Suter, worauf es zu einer 2:1-Situation kam. Der Stürmer der ZSC Lions überlegte kurz, ob er zu Dominik Egli passen soll, legte die Scheibe dann aber blitzschnell von der Back- auf die Forehand und traf. "Ich konnte den (deutschen) Verteidiger auf die falsche Fährte locken", schilderte Suter den entscheidenden Moment. Hätte er sich für den Pass entschieden, hätte die Zeit wohl nicht mehr für einen Abschluss gereicht.

Mit Suter und Rod zeichneten jene zwei Spieler für die Entscheidung verantwortlich, die als einzige im Schweizer Team schon an einer WM zum Einsatz gekommen sind. Die beiden trugen auch massgeblich dazu bei, dass es überhaupt zu einer Verlängerung kam. Suter brachte die Gäste in der 42. Minute mit dem 2:1 erstmals in Führung und verzeichnete beim 3:3 von Luca Fazzini (53.) einen Assist. Rod erzielte im Powerplay das 1:1 (33.). Es würde nicht erstaunen, wenn das Duo auch an der Heim-WM im kommenden Mai in Zürich und Lausanne dabei wäre. "Es wurde um jeden Meter gekämpft", sagte Suter. Noch am Donnerstag war der 23-Jährige überhaupt nicht auf Touren gekommen. "Wir fanden diesmal schnell den Rhythmus. Am Donnerstag blieben wir oft in der Mittelzone stecken, fehlte der Fluss, um offensiv etwas zu kreieren", blickte Suter zurück.

Fischer freute sich am meisten darüber, wie seine Mannschaft auf den Doppelschlag der Deutschen vom 1:2 zum 3:2 reagierte (53.) - die beiden Tore fielen innert 171 Sekunden. Trotz der Euphorie im mit 6217 Zuschauern gut gefüllten Stadion bewahrten die Schweizer die Ruhe und schlugen eiskalt zurück. Ohnehin brauchen sie in Krefeld bislang relativ wenig Chancen, um Tore zu schiessen - eine Tugend, welche die Schweizer in der Vergangenheit oft vermissen liessen.

Für Fischer ist die Affiche gegen die Deutschen "immer noch speziell. Dass wir sie mit einer noch jüngeren Mannschaft erneut bezwungen haben, ist ein gutes Zeichen. Sie sind körperlich stark und forderten uns alles ab. Das war eine super Erfahrung für die jungen Spieler." Hinten herrschte allerdings phasenweise Chaos, was auch einigen Turnovers geschuldet war. Fischer nimmt solche jedoch bewusst in Kauf nehmen. Er will, dass hinten heraus nach Lösungen gesucht wird. "Wir müssen lernen, unter Druck einen schönen Pass zu geben. Das gehört zum Prozess", erklärte er. Ohnehin nutzt Fischer das Turnier zum Experimentieren, so "sind wir beim Forechecking etwas am ausprobieren".

Bislang ging es auf. Zum Abschluss bekommen es die Schweizer am Sonntag um 11 Uhr mit Russland zu tun. Zwei Punkte genügen, um zum dritten Mal nach 2001 und 2007 den Deutschland Cup zu gewinnen. Vor einem Jahr, als die Schweizer die ersten beiden Partien ebenfalls zu ihren Gunsten entschieden hatten, setzte es gegen die Osteuropäer eine 2:4-Niederlage ab. Der letzte Sieg gegen die Russen datiert vom 22. April 2017 (2:0 in Biel), seither verloren die Schweizer siebenmal in Serie.

Deutschland - Schweiz 3:4 (1:0, 0:1, 2:2, 0:1) n.V.

Krefeld. - 6217 Zuschauer. - SR Kohlmüller/Westhaus (GER), Jürgens/Ponomarjow (GER). - Tore: 4. Tiffels (Kastner, Kammerer/Ausschluss Le Coultre) 1:0. 33. Rod (Fazzini, Bader/Ausschluss Sezemsky) 1:1. 42. Suter (Egli, Paschoud) 1:2. 48. Pietta (Fischbuch, Noebels) 2:2. 51. Fischbuch (Pietta, Nowak) 3:2. 53. Fazzini (Fuchs, Suter) 3:3. 65. (64:59) Suter (Rod, Egli) 3:4. - Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Deutschland, 5mal 2 Minuten gegen die Schweiz.

Deutschland: Treutle; Nowak, Ebner; Sezemsky, Wagner; Ugbekile, Jonas Müller; Bittner, Brandt; Fischbuch, Pietta, Noebels; Tiffels, Kastner, Kammerer; Oblinger, Schütz, Dumont; Daubner, Eder, Wolgemuth.

Schweiz: Van Pottelberghe; Glauser, Kreis; Egli, Paschoud; Rathgeb, Karrer; Heldner, Le Coultre; Simion, Müller, Bertaggia; Fazzini, Fuchs, Suter; Moy, Prassl, Rod; Jäger, Bader, Maillard.

Bemerkungen: Schweiz ohne Nyffeler (Ersatzgoalie), Descloux und Luca Hischier (beide überzählig). - Länderspiel-Debüt von Jäger. -Schüsse: Deutschland 33 (11-9-11-2); Schweiz 33 (8-13-9-3). - Powerplay-Ausbeute: Deutschland 1/4; Schweiz 1/2.

Krefeld. Deutschland Cup. Samstag: Deutschland - Schweiz 3:4 (1:0, 0:1, 2:2, 0:1) n.V. Russland - Slowakei 3:2 (1:0, 0:1, 1:1, 1:0) n.V. - Rangliste (je 2 Spiele): 1. Schweiz 5 (9:5). 2. Deutschland 4 (7:7). 3. Russland 2 (6:6). 4. Slowakei 1 (4:8). - Die weiteren Spiele. Sonntag: Schweiz - Russland (11.00 Uhr). Deutschland - Slowakei (14.30).

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