Gegen Österreich bekundeten die Schweizer zuletzt immer wieder Mühe. An der WM diesen Frühling in Kopenhagen bezwangen sie im Startspiel den östlichen Nachbarn "nur" 3:2 nach Verlängerung. Auch in Luzern lief es für die Schweizer nicht von Beginn weg rund. Nach einem mühevollen Auftakt legten die Schweizer im Mitteldrittel mit zwei Toren innerhalb von 133 Sekunden die Basis zum Sieg. Thomas Rüfenacht (26.) und Lino Martschini (28.) erzielten die beiden Tore mit Schüssen aus der Distanz.

In der Folge liessen die Schweizer nichts mehr anbrennen - auch wenn sie den Österreichern "zu viel" zugestanden, wie Martschini nach dem Spiel festhielt. Gregory Hofmann sorgte in der 55. Minute in Überzahl mit dem dritten Treffer für die Entscheidung. Torhüter Reto Berra blieb der siebte Shutout im Trikot des Nationalteams verwehrt, weil die Schweizer 75 Sekunden vor dem Ende noch einen unnötigen Shorthander kassierten. Der bei Ambri-Piotta spielende Dominic Zwerger schoss den Ehrentreffer für die Österreicher.

Im Mai hatte die Nationalmannschaft eine Euphorie ausgelöst, als sie in Kopenhagen zum zweiten Mal innerhalb von fünf Jahren die WM-Silbermedaille gewann. Sieben Monate später treten die Schweizer in Luzern zwar mit der bestmöglichen Formation (ohne die NHL-Profis) an, die Fans vermochten sie zumindest gegen die Österreicher aber dennoch nicht in Scharen anzulocken. Nur gerade 1923 Fans wollten den ersten Auftritt vor heimischem Publikum seit Kopenhagen und das erste Länderspiel in Luzern seit elf Jahren sehen.

Diejenigen, die gekommen waren, erhielten ein passables, aber auch harziges Eishockey-Spiel vorgesetzt. Die Schweizer waren klar die bessere Mannschaft, die gut organisierten Österreicher, trainiert vom Schweizer Roger Bader, hielten gut dagegen. Nach 13 Minuten hätten die Österreicher, die mit fünf in der Schweiz engagierten Spielern antraten, bei einem Pfostenschuss von Marco Brucker gar in Führung gehen können. Ansonsten hatten die Schweizer das Geschehen über weite Strecken im Griff.

Am Ende verliess ausgerechnet Lokalmatador Lino Martschini das Eis mit zwei Skorerpunkten als erfolgreichster Spieler. Der Stürmer hatte einst das Eishockey-ABC in der Luzerner Eishalle gelernt, nun kehrte er als Topskorer des EV Zug in seine Heimathalle zurück. Nebst seinem Treffer zum 2:0 steuerte er in seinem 40. Länderspiel noch einen Assist zum 3:0 bei.

Was Trainer Patrick Fischer nicht gefallen haben dürfte, waren die vielen Strafen, auch wenn das Boxplay bestens funktionierte. Und wenn sich die Österreicher doch einmal vor das Tor spielten, war Reto Berra zur Stelle. Wenig überzeugend war dagegen wie schon im November das Powerplay. In doppelter Überzahl (während 1:32 Minuten) gelang den Schweizern kein Tor, dafür kassierten sie am Ende noch den Shorthander.

Am Freitag werden sich die Schweizer kaum so viele Strafen und schon gar kein Tor in Unterzahl leisten dürfen. Die Russen setzten sich im anderen Halbfinal gegen die Slowakei 2:1 durch. Gegen eine ähnliche russische Auswahl hatten die Schweizer im November am Deutschland Cup das Spiel um den Turniersieg 2:4 verloren. Russland tritt in Luzern wie bereits in Krefeld mit einer Perspektiv-Auswahl an. Die "richtige" Nationalmannschaft Russlands bestreitet in Moskau parallel den Channel One Cup.

Telegramm

Schweiz - Österreich 3:1 (0:0, 2:0, 1:1)

Luzern. - 1923 Zuschauer. - SR Salonen/Tscherrig, Kaderli/Gnemmi. - Tore: 26. Rüfenacht (Moser, Ambühl) 1:0. 28. Martschini (Rod) 2:0. 55. Hofmann (Loeffel, Martschini/Ausschluss Nissner) 3:0. 59. Zwerger (Haudum/Ausschluss Strong!) 3:1. - Strafen: 7mal 2 Minuten gegen die Schweiz, 6mal 2 plus 10 Minuten (Nissner) gegen Österreich.

Schweiz: Berra; Diaz, Geering; Loeffel, Genazzi; Glauser, Kreis; Frick, Marti; Brunner, Vermin, Hofmann; Martschini, Rod, Hollenstein; Rüfenacht, Ambühl, Moser; Chris Baltisberger, Schäppi, Suri.

Österreich: Starkbaum; Schlacher, Strong; Peter, Unterweger; Ulmer, Wolf; Lindner, Kirchschläger; Kristler, Brucker, Lebler; Schneider, Nissner, Ganahl; Hofer, Haudum, Zwerger; Macierzynski, Obrist, Richter.

Bemerkungen: Schweiz ohne Bertschy, Scherwey (beide überzählig) und Genoni (Ersatztorhüter). - Pfostenschüsse Brucker (13.) und Haudum (43.). - Timeout Österreich (28.). - Schüsse: Schweiz 27 (11-6-10); Österreich 21 (1-14-6). - Powerplay-Ausbeute: Schweiz 1/5 (1 Shorthander kassiert); Österreich 0/6.

Resultate

Luzern. Vierländerturnier. Halbfinals: Schweiz - Österreich 3:1 (0:0, 2:0, 1:1). Russland B - Slowakei 2:1 (0:0, 1:1, 1:0).

Am Freitag. Spiel um Platz 3 (16.15 Uhr): Österreich - Slowakei. Final: Schweiz - Russland B (20.15 Uhr),