Eishockey

Ronnie Rüeger: «Wir haben mehr gekämpft als Bern»

Matchwinner Ronnie Rüeger. key

Matchwinner Ronnie Rüeger. key

Die Kloten Flyers im Freudentaumel: Nach dem Playoffs 1:0-Sieg gegen den SC Bern herrschte in der Kolping-Arena bereits meisterliche Stimmung. Torhüter Ronnie Rüeger glaubt an die Chance gegen den HCD.

Es war fast so, als hätten die Kloten Flyers eben den Meistertitel gewonnen. Der 1:0-Sieg im siebten Halbfinalspiel gegen den SC Bern setzte bei den Zürchern verständlicherweise jede Menge Emotionen frei.

Die Erleichterung, die grosse Chance nach drei vergebenen Matchpucks doch noch gepackt zu haben, war riesig. Sportchef Jürg Schawalder umarmte fast jeden Menschen, der ihm in die Quere kam. Assistenztrainer Felix Hollenstein brüllte seine Freude in die Welt hinaus. Es wurde umarmt, geherzt, gefeiert.

Stancescu: «Optimale Partie»

Mitten drin im Tumult stand seelenruhig der Mann, der seine Mannschaft mit seiner unnachahmlichen Coolness den Weg in den Final gegen den HC Davos wies: Goalie Ronnie Rüeger. 24 Schüsse musste der Klotener Keeper auf dem Weg zu seinem Shutout abwehren.

Die wichtigste Parade gelang ihm kurz vor Spielende, als er einen Flatterpuck von Martin Plüss mit der Fanghand aus der Luft pflückte. Es war eine Parade mit Symbolcharakter. Rüeger zeigte den Bernern damit: «Seht her, ihr kommt heute nicht mehr an mir vorbei.»

«Wir haben den Bernern nur zwei Chancen zugestanden», sagte Flyers-Captain Victor Stancescu, der von einer «optimalen Partie» seiner Mannschaft sprach, gleichzeitig aber auch bemängelte, «dass wir das Spiel viel früher hätten entscheiden müssen.»

Dass es am Ende so knapp war und die Berner trotz klarer Unterlegenheit bis zuletzt auf den Ausgleich hoffen durften, war der einzige Makel an einer ansonsten kämpferisch tadellosen Vorstellung der Kloten Flyers. «Es war eine Freude, der Mannschaft bei der Arbeit zuzusehen», zollte Ronnie Rüeger seinen Feldspielern ein grosses Lob. «Wir haben gekämpft bis zum Umfallen. Und vor allem haben wir mehr gekämpft als die Berner», sagte der 37-Jährige Routinier im Tor der Flieger. Er zeigte sich ausserdem beeindruckt von der lautstarken Kulisse in der ausverkauften Kolping-Arena: «Das war eine unglaubliche Atmosphäre.»

Regeneration vor dem Final

Kloten-Trainer Anders Eldebrink betonte, wie wichtig das erste (und schliesslich einzige) Tor seiner Mannschaft gewesen sei: «Angesichts des Rückstands mussten die Berner das Spiel machen. Doch unsere eher kleineren Verteidiger haben sich gegen die grossen Berner Stürmer toll gewehrt.»

Heute steht für seine Mannschaft lediglich ein wenig Regeneration auf dem Programm. Bereits morgen Donnerstag beginnt die Finalserie gegen den HC Davos. «Die Davoser sind erholter als wir, aber wir können den Rhythmus mitnehmen», blickte Ronnie Rüeger der Finalrevanche von 2009 gelassen entgegen.

Gestern Abend überwog in Kloten jedenfalls die grosse Freude, entgegen aller Erwartungen doch noch die Hürde Bern überwunden zu haben. Der Traum vom Meistertitel lebt.

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