Reto von Arx, dem HC Davos ist der Einstand in den 88. Spengler Cup gelungen: 2:1-Sieg gegen das Team Canada. Ihre Meinung zum Spiel …
Reto von Arx: Zwei sehr schöne Einzelleistungen bei den Toren und ein Top-Goalie. Wir sind froh, konnten wir uns mit dem Sieg den freien Tag am Samstag erkämpfen. Das muss auch das Ziel am Sonntag gegen Zagreb sein.

Sie spielten, wie zuletzt in der Meisterschaft, als Verteidiger, standen immer wieder mitten in turbulenten Situationen.
Es ist gewöhnungsbedürftig. Ich habe mit Félicien Du Bois einen hervorragenden Spieler neben mir, der mich hie und da aus der Patsche helfen kann.

Das Spiel beendeten Sie wieder als Center, als es darum ging, den 2:1-Vorsprung über die Zeit zu retten.
Ja, aber nur kurz im allerletzten Shift.

Können Sie sich nicht so recht anfreunden mit dieser Rolle als Verteidiger?
Ich spiele dort, wo mich der Trainer aufstellt. Und das ist nun in der Verteidigung. Ich probiere, das so gewissenhaft wie möglich zu erledigen.

Ihr Vertrag mit dem HC Davos läuft Ende Saison aus. Die Verhandlungen scheinen ins Stocken geraten zu sein…
Das ist so.

Liegt es an Ihrer neuen Rolle als Verteidiger?
Nein. Überhaupt nicht.

Sie würden bei einer Einigung über einen neuen Vertrag also auch als Verteidiger beim HC Davos spielen?
Absolut. Wie gesagt: Ich spiele dort, wo ich aufgestellt werde und versuche meinen Teil dazu beizutragen, dass wir erfolgreich sind. Ich habe in meiner Karriere immer probiert, das Beste für meine Mannschaft zu geben. Wenn mir das gelingt, ist es mir egal, auf welcher Position ich spiele.

Wo stehen die Verhandlungen?
Es ist eine komische Situation. Wir, also mein Bruder Jan und ich, haben mit dem Klub nun geredet. Einfach zusammengefasst kann ich sagen: Wir fanden keine Lösung, es sieht nach einer Trennung aus. Wir werden nun ab sofort mit anderen Klubs verhandeln, da der HC Davos wahrscheinlich ohne uns plant. Wir aber wollen beide noch spielen.

Gab es einen Knackpunkt in den Verhandlungen?
Sie kamen nie richtig in Gang. Wir hätten gerne hier verlängert. Wir sind hier in Davos verwurzelt, wir spielen seit rund 20 Jahren hier. Wir haben aber immer auch gesagt: Wir wollen weiter Eishockey spielen. Darum müssen wir nun auch anderweitig schauen und Verhandlungen mit anderen Klubs beginnen.

Gehts um die Länge des Vertrags? Sie wollen einen Mehrjahresvertrag, der HCD aber nur einen Kontrakt für ein Jahr?
Nein.

Irgendeinen Grund muss es ja geben.
Ich kann und möchte im Moment nicht mehr dazu sagen. Es ist eine schwierige Situation.

Als Verteidiger schienen Sie eine Zukunft in Davos zu haben. Trainer Arno Del Curto sagte kürzlich in einem Interview, dass er sich das nicht nur vorstellen, sondern auch begrüssen würde.
In dem Fall ist es nun anders herausgekommen.

So einen Schlusstrich zu ziehen nach fast 20 Jahren im selben Klub muss wohlüberlegt sein …
Ich hatte nun eine Woche Zeit zum überlegen. Ich kam zum Schluss: Ich habe immer noch Spass am Eishockey, ich habe das auch im ersten Spengler-Cup-Match am Freitag gespürt. Und wenn die Trennung der einzige Weg ist, dann muss ich, müssen wir ihn gehen. Oder besser gesagt, DÜRFEN wir ihn gehen.

Also keine Chance auf eine Einigung mit Davos?
Die ist eher klein.

Alles was Sie sagen, betrifft auch Ihren Bruder Jan?
Ja, wir haben immer gesagt, dass wir weiterhin zusammenspielen wollen.

Sie scheinen zu wissen, dass Sie den Klub Ende Saison verlassen. Dies ist eine neue Situation in Ihrer langen Karriere. Wie wird es sein, diese Saison zu Ende zu spielen?
An meiner Einstellung wird dies nichts ändern. Ich werde weiterhin Spiel für Spiel mein Bestes geben.

Gibt es schon Angebote anderer Klubs?
Ja, aber wir habe diese bislang immer abgeblockt. Jetzt werden wir aber mit anderen Klubs zusammensitzen.