HC Red Ice ist offiziell für insolvent erklärt. Das Gericht von Martigny und St. Maurice hat entschieden, dass der Walliser NLB-Eishockeyclub zu hoch verschuldet ist.

Der Verein musste in den letzten fünf Tagen beweisen, dass er fähig ist, die bestehenden Schulden begleichen zu können. Laut Gerüchten belaufen sich diese auf rund 1.5 Millionen Franken.

Das Gericht hat nun entschieden, dass der Verein nicht in der Lage ist, diese Schulden zu bewältigen. Martigny hatte beim Bezirksgericht am Dienstag noch eine weitere Fristenerstreckung von 15 Tagen beantragt, um Dokumente einzureichen, die einen Ausweg der aktuellen Überschuldung nachweisen würden. Doch am Dienstagabend erklärte das Bezirksgericht den Eishockeyverein für zahlungsunfähig, wie nun heute Mittwoch bekannt wurde.

Meisterschaft mit 11 Teams - oder doch nicht?

Wie es nun weitergeht mit dem Walliser Verein und der NLB-Meisterschaft im Allgemeinen ist noch unklar. Die anderen NLB-Vereine, unter anderem auch der EHC Olten, diskutierten schon vor der Verhängung des Konkurses, wie die im September beginnende Meisterschaft ausgetragen werden soll.

Laut Spielplan-Chef Willy Vögtlin gibt es mehrere Varianten. Spruchreif ist zum jetzigen Zeitpunkt noch keine. Am kommenden Mittwoch wird die Nationalliga-Versammlung den Modus festlegen. Denkbar wäre, dass die Teams je fünfmal gegeneinander spielen, was total 50 Quali-Partien pro Mannschaft bedeuten würde. Möglich ist auch eine Variante mit einer Doppelrunde (je 40 Spiele), welche ergänzt wird mit Spielen innerhalb von regionalen Gruppen.

Ein neues Farmteam in der Westschweiz?

Nicht auszuschliessen ist aber auch die Variante, dass am kommenden Mittwoch kurzfristig noch ein zwölftes Team in die NLB aufgenommen wird. Es gibt Gerüchte, wonach ein NLA-Team aus der Westschweiz (Servette Genf) ein Farmteam in der NLB installieren will - es soll der HC Sierre sein. Ein weiteres Farmteam ist sicher nicht nach dem Gusto der etablierten B-Teams wie Olten, Langenthal, Rapperswil, Visp, Ajoie und La Chaux-de-Fonds. Trotzdem könnte es angesichts der Stimmenverhältnisse für die B-Fraktion schwierig sein, an der NL-Versammlung einen entsprechenden Vorstoss abzuschmettern.

Olten: kein Interesse an "Martigny-Restposten"

Von den wenigen Spielern, die für die kommende Saison noch einen Vertrag bei Martigny hatten (Frédéric Iglesias, Alain Birbaum, Simon Fischer, Alexej Krutow, Melvin Merola) wird mit allergrösster Wahrscheinlichkeit keiner beim EHC Olten landen. Das Transferbudget der "Powermäuse" ist ausgeschöpft. (sha/ku)