Vor seiner Rücktrittsankündigung hatte der 52-jährige Anwalt alle seine Aktien am Genfer Hockeyklub abgegeben.

Servette kommunizierte den Abgang des Präsidenten anderthalb Stunden vor dem Derby gegen Lausanne. Eine Stiftung übernahm die Aktien. Die Stiftung will das Klub-Schiff vorerst primär über Wasser halten. Dazu schiesst sie die notwendigen finanziellen Mittel zur Überbrückung der dringendsten Rechnungen ein. Nachfolger von Quennec als Präsident ist François Bellanger. Der Genfer Rechtsanwalt befindet sich seit dem 22. März 2017 an Bord in Servettes Führungsgremium - dem Tag, an dem Chris McSorley als Headcoach zurücktrat.

Quennec beugte sich auch dem öffentlichen Druck. Nachdem er vor zehn Tagen offenbar nochmals das Portemonnaie geöffnet hatte, wurde er trotzdem in der Les-Vernets-Eishalle gnadenlos ausgepfiffen. Er erhielt diese Woche den Kaktus der "L'Illustré". Immer wieder wurde um die düstere Zukunft des Hockey-Clubs der Vergleich bemüht, wie Quennec von 2013 bis 2015 schon Servettes Fussballsektion in den Ruin getrieben hat. Eigentlich war klar: Mit Quennec an der Spitze bekommt Servette in Genf keine neue Chance mehr.

Über die Info-Kanäle des Klubs erklärte Quennec seinen Abgang. Der Klub habe in den letzten zwei Saisons schwere Zeiten durchgemacht. Quennec sprach von Budgetproblemen und Liquiditäts-Engpässen. Als Präsident sei er für diese diffuse Situation verantwortlich. Deshalb habe er sich entschlossen, per sofort zu demissionieren und sich aus allen Positionen zurückzuziehen.

In Genf rechnet man per Ende Saison mit einem Schuldenberg von acht Millionen Franken. Diese horrenden Zahlen hatte Quennec Mitte Januar noch dementiert: Ende Saison sollen die Schulden maximal sechs Millionen Franken betragen. Wie schlimm es um den GSHC steht, dürften die neuen Leute am Ruder in den nächsten Wochen und Monaten bekannt geben. Klar ist: Das neue Stadion-Projekt wurde von der Gruppe um Quennec bereits um rund drei Millionen Franken gekürzt.