Eishockey

Patrick Kanes Zweifel, Tyler Seguins Ärger

Wieder im Dress der Chicago Blackhawks: Patrick Kane.

Wieder im Dress der Chicago Blackhawks: Patrick Kane.

Die in der Schweiz tätigen NHL-Stars sind mittlerweile alle nach Nordamerika zurückgekehrt und erzählen dort von ihren Erlebnissen: Patrick Kane spricht von seinen Zweifeln am Können der Schweizer Ärzte, Tyler Seguin rechnet mit dem «Blick» ab.

Patrick Kane (EHC Biel) sagt: «Ich bin froh, habe ich mich dafür entschieden, in der Schweiz zu spielen. Es war eine gute Erfahrung und ich hoffe, dass sie mir in der kommenden NHL-Saison hilft.» Kane nahm von seinem letzten Auftritt in der Schweiz (5:4 gegen die SCL Tigers) noch ein kleines Souvenir in Form einer genähten Lippe mit zurück in die Heimat. «Es war ziemlich schmerzhaft», erzählte Kane und äusserte gleichzeitig noch seine Zweifel über das Können des Bieler Ärzteteams: «Ich war ein wenig nervös, als sie die Wunde in meinem Gesicht genäht haben. Aber ich habe die Naht von unseren Doktoren hier in Chicago abchecken lassen. Sie haben es gut gemacht.»

Tyler Seguin (Biel) wurde vom «Blick» zum Abschied als «Messie» betitelt. Er hatte sein Appartment offenbar in einem derart chaotischen Zustand zurückgelassen, dass die Putzequipe stundenlang aufräumen musste. Logisch, fand der Inhalt des Artikels auch seinen Weg nach Boston, wo sich Seguin nun mit aller Macht gegen die Vorwürfe wehrt. Er bezeichnete den Artikel als «unprofessionell» und bezichtigte den «Blick», die Geschichte erfunden zu haben, um für Aufsehen zu sorgen. Für den NHL-Star, der in Biel in 29 Spielen 25 Tore schoss, ist die Kampagne unverständlich. «Es hat mich geärgert. Vielleicht haben sie sich auf mich gestürzt, weil ich in meinem Vertrag den Reinigungsservice drin haben wollte.»

Joe Thornton (HC Davos) kam nach einer 32 Stunden dauernden Reise in Kalifornien an und stand bald das erste Mal mit seinen Teamkollegen der San Jose Sharks auf dem Eis. Thornton hatte selbstredend nur Gutes zu berichten aus seiner zweiten Heimat - vor allem aus familiärer Sicht. «Es war sehr gut für meine Frau, die ihre Familie und ihre Freunde sonst nur selten sieht», erzählte «Big Joe» mit Blick auf seine aus der Schweiz stammenden Frau Tabea und die zwei Jahre alte Tochter. Thornton sagte, dass er sich «gut und gesund fühlt. Ich habe schon einige Spiele absolviert und hoffe deshalb, dass ich gegenüber den anderen Spielern einen Vorteil habe.»

Patrice Bergeron (Lugano) befand, dass er primär froh ist, wieder zu Hause zu sein: «Ich war glücklich, die Grenze zu überschreiten und wieder in Boston anzukommen.» Trotzdem blickte er mit positiven Gefühlen auf seine Zeit in der Schweiz zurück. «Das Spiel auf den grösseren Eisfeldern ist definitiv anders als in der NHL, die Spieler sind nicht so physisch. Aber der Talentlevel und die Intensität waren annährend so hoch wie bei uns.» In besonders guter Erinnerung ist ihm natürlich der Spengler-Cup geblieben, den er mit dem Team Canada gewann: «Ich bin sehr glücklich, dass ich die Chance hatte, dort teilzunehmen.»

Brooks Laich (Kloten) zog ein vollumfänglich positives Fazit von seinem Aufenthalt in der Schweiz. “Ich denke, dass ich wirklich Glück hatte. Ich habe in Kloten Freunde gefunden, die auch für den Rest meines Lebens Freunde bleiben werden und die ich besuchen werde. Einige Spieler haben schon angekündigt, dass sie rüberfliegen und sich in Washington ein paar Playoff-Spiele anschauen wollen. Alles in allem war es für mich eine grossartige Erfahrung.»

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