Eishockey
Olten schlägt Langenthal: Der EHC ist der Zuschauerkönig der Nati B

Grün-weiss ist Trumpf: In der Qualifikation besuchten im Schnitt mehr als 3700 Zuschauer die Heimspiele des EHC Olten. Kein anderes NLB-Team konnte auch nur annähernd so viele Fans mobilisieren. Im Kleinholz hat sich der Zuschauerschnitt in den letzten zehn Jahren mehr als verdreifacht. Wie dies möglich war und ob die 4000-er Marke ein realistisches Ziel ist, erläutert EHCO-Medienchef Pierre Hagmann.

Raphael Wermelinger
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EHCO-Fankurve
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Das proppenvolle Kleinholz strahlt in grün-weiss!
Nationalhymne vor dem Spiel Olten gegenLangnau.
Ballon-Choreografie
EHCO-Fans
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EHCO-Fans Partystimmung im proppenvollen Kleinholz
EHCO-Fans Die EHCO-Cracks bedanken sich nach der Finalniederlage gegen Langnau beim Anhang für die Unterstützung.
EHCO-Fans Die besten Fans der NLB unterstützen ihr Team auch auswärts zahlreich.
EHCO-Fans (4) Choreografie für die dienstältesten EHCO-Spieler
EHCO-Fans (3) Willkommen in der Dreitannenstadt!
EHCO-Fans (2) Keine Frage, wer hier der Herr im Haus ist.
EHCO-Fans (5) Der Glaube war da, zum Finalsieg hat es letztes Jahr trotzdem nicht gereicht.
EHCO-Fans (6) Grün-Weiss ist Trumpf!

EHCO-Fankurve

HR Aeschbacher

Mit dem Heimspiel gegen die GCK Lions endet für den EHC Olten heute die erste Phase der Meisterschaft. Unabhängig vom Resultat im letzten Match wird der EHCO die NLB-Qualifikation auf dem dritten Platz abschliessen.

Nur die Rapperswil-Jona Lakers und der SC Langenthal sammelten in den 45 Qualispielen mehr Punkte als die Grünweissen.

Das erste Etappenziel ist also geschafft: Die Oltner geniessen in der Playoff-Viertelfinalserie gegen den EHC Visp Heimvorteil. Führt der Weg des EHCO wieder in den Final? Die nächsten fünf Wochen werden es zeigen. Zumindest die Fans träumen jetzt schon vom NLB-Meistertitel.

Olten löst die SCL Tigers ab

Sportlich ist der EHC Olten in der laufenden Saison also (noch) nicht top. Dafür sind die Oltner in einer anderen, nicht weniger wichtigen Statistik, neu die klare Nummer eins der Liga: bei den Zuschauerzahlen. Durchschnittlich pilgerten während der Qualifikationsphase 3706 Zuschauer ins Stadion Kleinholz.

Damit hat der EHCO die Rolle des Zuschauerkönigs von den SCL Tigers übernommen, welche am Ende der letzten Saison in die NLA aufgestiegen sind. Die Zahlen sind beeindruckend. Innerhalb der letzten zehn Jahre konnte der EHC Olten seinen Zuschauerschnitt mehr als verdreifachen.

Dafür verantwortlich ist laut Pierre Hagmann, dem Medienchef des EHC Olten, in erster Linie der sportliche Erfolg in der gleichen Zeitspanne: „Die Leute wollen eine erfolgreiche Mannschaft sehen. Die Entwicklung der Zuschauerzahlen entspricht ziemlich genau der Entwicklung auf dem Eis.“

In der Saison 2004/05 lag der Schnitt noch bei bescheidenen 1000 Zuschauern. Dass während der letzten Dekade beim EHCO wieder vernünftig gearbeitet und für eine finanzielle Stabilität gesorgt wurde, goutieren die Fans laut Hagmann und sorgten für eine neue EHCO-Euphorie. „Das renovierte Stadion ist ebenfalls ein Grund für den Zuwachs“, ergänzt Hagmann.

Mit dem Ausbau der Gastronomie, zusätzlichem Komfort oder auch dem spektakulären neuen Videowürfel wurde das Erlebnis EHO-Match für die Fans noch einmal attraktiver. „Nicht nur für die angestammten Fans ist ein Besuch im Kleinholz interessanter geworden, sondern auch für Familien“, sagt Pierre Hagmann.

Dass der EHC Olten in Sachen Zuschauerzahlen der Ligakrösus ist, sieht der Medienchef als schönes Zeugnis und Genugtuung für den Verein: „Die Zuschauerzahlen sind die letzte Wahrheit. Schliesslich lässt sich daran die Stellung des Vereins ablesen. Dass wir die Nummer eins sind, freut uns natürlich enorm.“

Gleichzeitig sei nichts dagegen einzuwenden, wenn die Konkurrenz in diesem Bereich näherrücke. Denn von einem Zuschauerzuwachs bei den anderen NLB-Klubs würde auch der EHC Olten profitieren. „Das Ziel muss ein möglichst grosses Zuschauerinteresse für die ganze Liga sein“, sagt denn auch Hagmann.

Die Grenzen der NLB

Mit durchschnittlich über 3700 Zuschauern kratzt der EHC Olten allmählich an der 4000er-Marke. Diese in den nächsten Jahren, insbesondere in der NLB, zu knacken, sei enorm schwierig, schätzt Hagmann ab: „In der NLB stossen wir langsam an natürliche Grenzen. Die beiden neuen Farmteams werden ab der kommenden Saison eher für einen negativen Effekt sorgen, weil sie kaum Zuschauer bringen und anziehen.“

Erst der Aufstieg in die höchste Spielklasse würde wohl noch einmal einen markanten Zuschauer-Aufschwung auslösen. Momentan ist die Kluft zur NLA gross.

Der HC Davos und die Kloten Flyers sind aktuell die NLA-Klubs mit den wenigsten Zuschauern – etwas mehr als 4700 im Schnitt. Eine Zahl, die der EHC Olten zumindest in den anstehenden Playoffs knacken kann.

Am nächsten Dienstag beginnt die heisse Phase der Meisterschaft. In den ersten Heimspielen der Viertelfinal-Serie gegen Visp rechnet Pierre Hagmann noch nicht mit einem ausverkauften Kleinholz, also rund 6300 Zuschauern. „Die Fans haben sich schon ein wenig an den Erfolg gewöhnt. Ich denke, es wird erst in den Halbfinals, wenn wir sie denn erreichen, in Richtung Full House gehen. Vor allem wenn es zum Derby gegen den SC Langenthal kommen würde.“