WM 2013

Nino Niederreiter: «Das fühlt sich unglaublich an»

Nino Niederreiter schiesst das 1:0

Nino Niederreiter schiesst das 1:0

Nino Niederreiter, mit 20 der Jüngste im Schweizer Team, leitete mit seinem 1:0 den Sieg gegen die USA ein. Der Churer spricht über den Match und Finalgegner Schweden.

Nino Niederreiter, die Schweiz schreibt in Stockholm ein Eishockey-Märchen!

Nino Niederreiter: Ja, das ist wirklich ein Märchen. Es ist unbeschreiblich, was eben gerade geschehen ist. Zuerst der Match, dann die Nationalhymne nach dem Sieg – und jetzt stehen wir Final, das ist einfach grossartig.

Was schiesst Ihnen jetzt, unmittelbar nach dem Spiel, auf dem Weg in die Kabine durch den Kopf?

Als wir in die Partie stiegen, waren wir uns im Klaren, dass wir hier in Stockholm schon sehr viel erreicht hatten. Wir wollten uns damit aber keineswegs zufrieden geben. Deshalb traten wir mit der Einstellung an, alles zu geben, um auch gegen die USA zu gewinnen. Und dann kamen sie wirklich, die Tore zum Sieg. Jetzt stehen wir im Final, das fühlt sich unglaublich an.

Wie erlebten Sie die sehr intensive Partie?

Wir spielten vom ersten Bully an bis zur Schlusssirene super und kämpften als zusammengeschweisste Mannschaft; jeder rannte für den anderen. Und wir machten einen Schritt nach dem anderen, um dieses Spiel gewinnen zu können. In der Defensive agierten wir wie schon in den vorangegangenen Partien so solid, dass die Amerikaner kaum zu sehr guten Chancen kamen, und vorne erzielten wir die Treffer in den richtigen Momenten.

Sie selber erzielten das wichtige 1:0.

Ich hatte bereits im ersten Drittel eine grosse Torchance, die ich leider «versaute». Da war ich für einen Moment schon etwas frustriert, weil ich wusste, wie wichtig dieser Führungstreffer gewesen wäre. Ich sagte mir, dass ich weiterhin hungrig bleiben müsse und bestimmt noch eine weitere Gelegenheit erhalten würde. Dann legte mir Martin Plüss den Puck ideal auf. Ich drückte ab, und die Scheibe war drin.

Was fühlten Sie, als der Puck im Netz zappelte?

Das war unglaublich. Es ist für jeden Spieler ein Traum, in einem solchen Moment ein Tor schiessen zu dürfen. Das war einfach fantastisch.

Sie stehen in der NHL bei den New York Islanders unter Vertrag. In dieser Saison mussten Sie aber ausschliesslich im Farmteam bei den Bridgeport Sound Tigers in der AHL spielen. Ist es für Sie eine besondere Genugtuung, dass sie jetzt ausgerechnet die USA im Halbfinal ausgebootet haben?

Das spielt keine Rolle. Mein Treffer hätte sich für mich auch speziell angefühlt, wenn ich ihn gegen die Tschechen oder Russen erzielt hätte. Für das eigene Land zu treffen, ist noch spezieller als für den Klub.

Haben Sie schon realisiert, dass die Schweiz mit dem Halbfinal-Triumph erstmals seit 60 Jahren an einer Weltmeisterschaft wieder eine Medaille gewonnen hat?

Es ist wirklich noch schwierig zu glauben, dass wir eine Medaille bereits auf sicher haben. Wir wollen jetzt aber nicht feiern, sondern uns auf den Final fokussieren.

Im Endspiel wartet nun Gastgeber Schweden.

Ein extrem starker Gegner. Als Heimteam werden sie am Sonntagabend bestimmt unter einem riesigen Erwartungsdruck stehen. Nachdem wir in diesem Turnier schon so weit gekommen sind, werden wir weiter kämpfen, damit wir nun gar die Goldmedaille holen können.

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