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NHL-Playoffs: Der Kampf um den heiligen Hockey-Gral beginnt

Von den sieben Schweizer NHL-Spielern steht nur noch Roman Josi im Einsatz

Von den sieben Schweizer NHL-Spielern steht nur noch Roman Josi im Einsatz

In der Nacht auf Donnerstag erfolgt in der besten Eishockeyliga der Welt der Startschuss zu den Playoffs. Von den sieben Schweizer Spielern steht nur noch Roman Josi mit Nashville im Einsatz. Doch er gehört nicht zu den Favoriten auf den Pot.

16 Mannschaften haben sich nach dem je 82 Spiele umfassenden Qualifikationsmarathon für die entscheidende Meisterschaftsphase qualifiziert und kämpfen nun bis weit in den Juni hinein um die begehrteste Eishockey-Trophäe der Welt, den heiligen Hockey-Gral namens Stanley-Cup.

Von den sieben, regelmässig in der NHL eingesetzten Schweizer Spielern ist nur noch Roman Josi im Einsatz. Mit seinen Nashville Predators hat der 22-Jährige aber schon in der ersten Runde eine hohe Hürde zu überwinden: Die Detroit Red Wings mit ihren Stars Pavel Datsjuk, Henrik Zetterberg und Nicklas Lidström. Titelverteidiger Boston Bruins gehört ebenso zum Kreis der engsten Meisterschafts-Anwärter wie die Pittsburgh Penguins und die Vancouver Canucks.

Die Boston Bruins sind die Titelverteidiger - Sie gewannen im letzten Jahr den Stanley Cup

Die Boston Bruins sind die Titelverteidiger - Sie gewannen im letzten Jahr den Stanley Cup

Die Playoffpaarungen in der Übersicht:

Der Westen

Vancouver Canucks (1.) - Los Angeles Kings (8.)

Der Vorjahresfinalist aus Vancouver steht vor einer heiklen Aufgabe. Die Los Angeles Kings starteten als einer der Favoriten in die Saison, mussten aber bis zuletzt um die Playoff-Qualifikation kämpfen. Die Kalifornier verfügen mit den Stürmern Anze Kopitar, Mike Richards, Jeff Carter, Verteidiger Drew Doughty und Goalie Jonathan Quick über exzellente Einzelspieler und haben das Potenzial, die beste Mannschaft der Qualifikation hart zu fordern. Die Canucks sind allerdings erfahren und gut genug, um in den Playoffs ein weiteres Mal weit zu kommen.

St. Louis Blues (2.) - San Jose Sharks (7.)

Die St. Louis Blues sind das Überraschungsteam der Qualifikation. Unter Trainer Ken Hitchcock verblüfften die Blues mit einer unglaublichen Konstanz. Das war umso erstaunlicher, als die mit vielen jungen Spielern gespickte Mannschaft in den letzten sechs Jahren bis auf eine Ausnahme stets die Playoffs verpasst hatte. Die fehlende Routine könnte den Mannen aus Missouri gegen die erfahrenen Sharks um den ehemaligen Davoser Superstar Joe Thornton zum Verhängnis werden. Die Sharks haben nach einer verkorksten Qualifikation viel Steigerungspotenzial.

Phoenix Coyotes (3.) - Chicago Blackhawks (6.)

Die Phoenix Coyotes haben sich trotz widriger Umstände - das Team steht seit geraumer Zeit zum Verkauf und fristet in seiner Heimat ein Mauerblümchen-Dasein - erneut für die Playoffs qualifiziert. Überragend war dabei Goalie Mike Smith, der seine Mannschaft in der Schlussphase der Qualifikation fast im Alleingang in die Playoffs gehext hat. Trotzdem wird es für die Kojoten gegen die Chicago Blackhawks schwierig. Die Hawks gehören, wenn ihre Schlüsselspieler gesund sind, zu den talentiertesten Mannschaften. Allerdings fehlt ihnen ein starker Goalie wie Mike Smith.

Nashville Predators (4.) - Detroit Red Wings (5.)

Eine der interessantesten Serien der ersten Runde bahnt sich hier an. Die Predators haben sich mit einigen Transfers nochmals nachhaltig verstärkt und wollen, angeführt von Goalie Pekka Rinne, den beiden Star-Verteidigern Shea Weber und Ryan Suter sowie dem aus der KHL geholten Stürmerstar Alexander Radulow, ein ernsthaftes Wort im Kampf um den Stanley-Cup mitreden. Das tun die Detroit Red Wings schon seit Jahren und mit einer bemerkenswerten Regelmässigkeit. Gut möglich, dass die Altstars der Wings ein letztes Mal gross auftrumpfen werden.

Der Osten

New York Rangers (1.) - Ottawa Senators (8.)

Auf dem Papier eigentlich eine klare Sache: hier das beste Team der Eastern Conference, die New York Rangers mit ihren Stars wie Brad Richards, Marian Gaborik und Goalie Henrik Lundqvist. Dort die jungen Wilden aus Ottawa, die zu den positiven Überraschungen der Qualifikation zählten. Doch aufgepasst: Die Senators sind der grosse Angstgegner des Teams aus Manhattan. Drei von vier Direktbegegnungen gewann Ottawa, darunter beide im Madison Square Garden. Die grössere Erfahrung ist der Trumpf der Rangers, die zu den Titelfavoriten gehören.

Boston Bruins (2.) - Washington Capitals (7.)

Die letzte Titelverteidigung in der NHL gelang 1998 den Detroit Red Wings. Nimmt man also die Statistik als Massstab, dann ist ein weiterer Triumph der Boston Bruins unwahrscheinlich. Trotzdem: Die grossen bösen Bären mit ihrem erfahrenen Goalie Tim Thomas verfügen über das Personal, um die Mission Titelverteidigung erfolgreich zu Ende zu bringen. Doch die Washington Capitals mit ihrem Superstar Alexander Owetschkin sind ein unberechenbarer Gegner. Gelingt es den Hauptstädtern, ihr Potenzial auszuschöpfen, dann sind sie ein Geheimfavorit.

Florida Panthers (3.) - New Jersey Devils (6.)

Still und heimlich hat NHL-Trainer-Neuling Kevin Dineen aus den Florida Panthers ein Playoff-taugliches Team gebastelt. Die Raubkatzen, die sich letztmals im Jahr 2000 für die Playoffs qualifiziert hatten, hatte vor der Saison nach einem massiven Mannschafts-Umbau kaum jemand auf der (Erfolgs-)Rechnung. Gegen die New Jersey Devils sind die Panthers sogar leicht zu favorisieren, da sie im Gegensatz zu den Teufeln über ein breiter besetztes Kader verfügen. Bei New Jersey läuft fast alles über die beiden Stars Ilja Kowaltschuk und Zach Parise.

Pittsburgh Penguins (4.) - Philadelphia Flyers (5.)

Das grosse Pennsylvania-Derby hat schon im Vorfeld der Playoffs für viel Gesprächsstoff gesorgt. Hier trifft der grosse Favorit aus Pittsburgh mit seinen Superstars Sidney Crosby und Jewgeni Malkin auf die unbequemen und hungrigen Flyers aus Philadelphia. Die verbalen Provokationen waren in den letzten Tagen zahlreich. Es würde nicht überraschen, wenn auf dem Feld öfters mal die Fäuste sprechen würden. Überstehen die Penguins diese Hürde unbeschadet, dann sind sie ein ganz heisser Titelanwärter. Wenn nicht, dann darf man den Flyers einiges zutrauen.

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