Zehn Tage, nachdem er beim EHC Olten als neuer Trainer für die Saison 2016/17 präsentiert worden war, stattete Maurizio Mansi (50) seinem neuen Umfeld gestern Dienstag zum ersten Mal einen Besuch ab. Der erste Kontakt sei einer der lockeren Sorte gewesen, so der Italo-Kanadier, ein Kennenlernen – nicht mehr, und nicht weniger. Den Eindruck, welchen der Nachfolger von Heikki Leime dabei erweckte, war absolut positiver Natur. Mansi tauschte sich mit den Spielern während des gemeinsamen Mittagessens aus, gleichzeitig formulierte er aber bereits seine Erwartungen.

Zugrunde liegt dem «System Mansi» harte und ehrliche Arbeit. «Das ist unbestritten die Grundlage», so Mansi. Als weiteres wichtiges Element gesellt sich das Teamplay hinzu, womit die wichtigsten Faktoren respektive die Voraussetzungen gegeben sind, Erfolg haben zu können. «Natürlich spielt auch die individuelle Klasse jedes Einzelnen und der jeweilige Auftritt in den Spielen eine Rolle», ergänzt der neue Coach. Die Ausgangslage sei jedoch für alle die genau gleiche. «Alles beginnt bei null, ich bin das erste Jahr in der Schweiz, deshalb gilt für mich und die Spieler: ‹Zeig mir, was du kannst.›»

Verantwortung für alle

Die Aufforderung an die Mannschaft ist also klar. Keiner startet im Hinblick auf die neue Saison mit einem Bonus, auch Leistungsträger und «Stars» oder langjährige Oltner werden gegenüber Neuen oder Jungen nicht bevorzugt behandelt. Das wird für ein paar Spieler eine neue, vielleicht auch eine nicht ganz unproblematische Erfahrung werden; auf jeden Fall ist es aber der einzig richtige Weg, die (unbestritten) vorhandenen Hierarchiestufen innerhalb des Teams aufzubrechen und allen, vor allem auch den talentierten Nachwuchsspielern, eine echte Chance zu gewähren.

Maurizio Mansi auf Stippvisite in Olten.

Maurizio Mansi auf Stippvisite in Olten.

Der neue EHCO-Headcoach Maurizio Mansi machte sich ein erstes Bild seines zukünftigen Arbeitgebers - dabei stand er auch dem EHCO-TV Red und Antwort.

Wie er genau aufzutreten gedenkt mit seinem Team, das kann Mansi zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht sagen. Zwar hat er den EHCO in den vergangenen Jahren ein paar Mal für Scouting-Zwecke von der Tribüne aus gesehen. Er müsse aber ganz sicher erste gemeinsame Trainings und Gespräche mit den Spielern abwarten, um sich ein genaueres Bild machen zu können. Diese würden hingegen nichts an seiner grundsätzlichen Einstellung zum Hockey ändern: «Meine Philosophie ist es, schnell zu spielen, zu agieren, statt zu reagieren. Alle Spieler müssen Verantwortung übernehmen, egal, ob einer ein Skorer ist, oder nicht.» Während er den Scheibenführenden in der Offensive durchaus Freiheiten zugesteht und die Kreativität als Element des eigenen Spiels sieht, ist er bezüglich Defensive konsequenter. «Jeder einzelne Spieler muss sich in die Defensivarbeit einbringen», schickt er ein erstes Signal in Richtung all jene Oltner, welche ihren Wirkungskreis vor allem mit der offensiven Zone definieren.

Stecher möglicher Assistent

Als langjähriger Assistenztrainer in Deutschland betont Maurizio Mansi die Wichtigkeit des Co-Trainers, wie er seinen künftigen Assistenten nennt. «Er wird in Olten ebenfalls viel Verantwortung innehaben», betont er. «Der ganze Trainerstab ist wichtig. Zum Assistenten eine gute Beziehung zu pflegen, ihm vertrauen zu können, ist unabdingbar.» Dabei spiele der Name keine Rolle. Möglich also, dass Dino Stecher die kommende Saison wieder an der Bande der 1. Mannschaft stehen wird? Mansi kann zu diesem Thema nichts sagen. Nur so viel: Es werde bestimmt Gespräche geben zwischen ihm und Stecher.