Eishockey-WM

Nati-Direktor Raffainer: «Ohne die besten Spieler wird es für uns schwierig»

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Wie gross ist die Erleichterung über das erreichte Viertelfinal bei der Nati und beim Trainer? Und welche Rolle spielen die NHL-Cracks wirklich für die Mannschaft? Nationalmannschaftsdirektor Raeto Raffainer im Interview:

Mit der Viertelfinal-Qualifikation hat die Schweiz das Minimalziel an der WM erreicht. Wie gross ist bei Ihnen die Erleichterung?

Raeto Raffainer: Der Viertelfinal ist stets eine schwierige Hürde für uns. In den vergangenen zehn Jahren sind wir jedes zweite Mal nach der Vorrunde ausgeschieden. Das Ziel ist erreicht. Jetzt werden wir alles daransetzen, den Viertelfinal zu gewinnen.

Raeto Raffainer

Raeto Raffainer

Auch für Nationaltrainer Patrick Fischer ist diese Viertelfinal-Qualifikation wichtig. Er stand ja nach der missglückten Olympia-Mission ziemlich im Gegenwind.

Ich muss ihm und seinem Coaching-Staff ein grosses Kompliment machen. Er musste vor diesem Turnier einige Hürden überwinden. Fünf Tage vor der WM gab es noch acht Veränderungen im Team. Das hatten wir in dieser Form noch nie.

Aber er schaffte es, dass die Mannschaft schon bei Turnierbeginn bereit war und wichtige Punkte holte. Die Equipe hat sich in dieser Phase weiterentwickelt, die Special Teams funktionierten, die Fehler wurden minimiert. Diese Fortschritte waren unter den gegebenen Umständen ein Schlüssel zum Erfolg.

Man hat generell das Gefühl, dass der Groove in dieser Mannschaft im Vergleich zu Olympia ein anderer ist.

Es ist so, dass hier in Kopenhagen mehr Energie da ist. Unsere Olympia-Analyse ergab, dass wir «keinen Pfupf» hatten. Wir nahmen vor jenem Turnier den Fuss vom Gaspedal. Das war diesmal anders.

Fischer hat in den fünf Tagen vor dem ersten WM-Spiel das Pedal durchgedrückt. Obwohl zum Beispiel die Lugano- und ZSC-Spieler direkt aus der Playoff-Finalserie kamen. Die Energie war – bis auf zwei Drittel gegen Schweden – immer spürbar.

Bemerkenswert ist auch die Tatsache, dass es nur eine einzige WM-Absage eines gesunden Spielers (Dominik Schlumpf, Anm. der Red.) gab.

Das ist in der Tat erstaunlich. Früher gab es in Olympia-Jahren regelmässig zehn Spieler, die auf die WM verzichteten. Das zeigt, dass diese Jungs wirklich Spass haben, sich für die Nationalmannschaft zu engagieren und mit Patrick Fischer zu arbeiten.

Das ist die Grundlage, dass wir Erfolg haben können. Ohne die besten Spieler wird es für uns schwierig. Auch wenn wir mehr Breite haben als früher.

Welche Rolle spielen die NHL-Cracks?

Das sind zentrale Figuren. Es sind fantastische Charaktere, die sich kurz vor oder noch während des Turniers hervorragend ins Team integriert haben.

Wir haben dank ihnen sicher eine sehr starke Equipe. Aber: Wir sind nicht die Einzigen, die auf NHL-Verstärkungen zählen können.

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