Eishockey

Nachfolger von Sean Simpson gesucht: Del Curto, Krueger, Schläpfer?

Arno Del Curto, Ralph Krueger, Kevin Schläpfer, Harold Kreis, Larry Huras oder René Kammerer

Wer wird Nachfolger von Eishockey-Nati-Trainer Sean Simpson?

Arno Del Curto, Ralph Krueger, Kevin Schläpfer, Harold Kreis, Larry Huras oder René Kammerer

Sean Simpson wird das Schweizer Nationalteam nur noch an der WM im Mai in Minsk betreuen. Danach gehen der Kanadier und Swiss Ice Hockey nach vier Jahren getrennte Wege. Doch wer übernimmt? Die Kandidaten.

Es ist bestätigt: Sean Simpson will den Ende Saison auslaufenden Vertrag wird nicht verlängern.

Der Abgang von Simpson mag auf den ersten Blick überraschend kommen - umso mehr, weil beide Parteien nach dem Gewinn der WM-Silbermedaille im letzten Frühling immer wieder bekräftigten, dass sie gerne miteinander weiterarbeiten möchten.

Nach dem frühen Ausscheiden (9. Rang) an den Olympischen Spielen in Sotschi liess Simpson aber erstmals durchblicken, dass es ihn wieder ins Klub-Eishockey zurückziehen wird.

Nun lehnte Simpson das unterschriftsbereite Vertragsangebot des Schweizer Eishockey-Verbandes ab.

Der Kanadier wird im Mai in der weissrussischen Hauptstadt letztmals an der Bande des Nationalteams stehen.

Danach wird er wieder einen Klub übernehmen - wahrscheinlich im Ausland. Um welchen Verein es sich dabei handelt, wird erst kommuniziert, wenn dieser die laufende Saison beendet hat.

Nun müssen Präsident Marc Furrer und seine Verwaltungsrats-Kollegen den "Plan B" aktivieren, von dem Furrer bereits in Sotschi sprach, und einen neuen Nationaltrainer suchen.

Swiss Ice Hockey hätte den Vertrag mit Simpson gerne um vier weitere Jahre verlängert. Trotz intensiver Verhandlungen seit dem letzten Sommer gelang aber keine Einigung.

Die vierjährige Ära Simpson war geprägt von Auf und Abs. Nach einem erfolgreichen Start an der WM 2010 in Deutschland (5.) verpasste das Nationalteam unter Simpson zweimal die Viertelfinals.

In Stockholm vor einem Jahr verblüfften die Schweizer dann die gesamte Schweizer Sportwelt. Simpson führte die Nationalmannschaft in den WM-Final und sorgte damit für das wertvollste WM-Ergebnis in der Geschichte des Schweizer Eishockeys. In Sotschi folgte dann wieder ein Rückschlag; die 1:3-Niederlage gegen Lettland in den Achtelfinals bedeutete Endstation.

Nicht nur als Schweizer Nationaltrainer, sondern davor auch als Klubtrainer hatte Simpson zahlreiche Erfolge gefeiert.

Mit Zug und München wurde er Meister, mit den ZSC Lions gewann er 2009 die Champions League und den Victoria Cup. Die Triumphe mit den Zürchern führten dazu, dass er nach den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver von Swiss Ice Hockey als Nachfolger von Ralph Krueger engagiert wurde. (si)

Wer wird Nachfolger von Sean Simpson? Die Kandidaten:

Arno del Curto (57)

Der langjährige Trainer des HC Davos war bereits vor vier Jahren als Nachfolger von Ralph Krueger im Gespräch, wollte den HCD aber damals nicht verlassen. Daran dürfte sich in der Zwischenzeit kaum etwas geändert haben: Del Curto kommt deshalb nur als Nationaltrainer in Frage, wenn er gleichzeitig HCD-Coach bleiben darf - was unwahrscheinlich ist.

Ralph Krueger (54)

Wird Sean Simpsons Vorgänger auch sein Nachfolger? Eine Rückkehr des Deutsch-Kanadiers, der die Schweizer Nationalmannschaft zwischen 1997 und 2010 betreute, wäre zwar interessant, scheint aber unwahrscheinlich. Krueger hat unlängst ein Berateramt in der Premier League beim FC Southampton übernommen. Als Eishockey-Coach dürften seine Ambitionen eher um die NHL als um das Schweizer Nationalteam kreisen.

Kevin Schläpfer (44)

Wie glücklich ist er damit, als Trainer des EHC Biel jedes Jahr seine besten Spieler an finanzkräftigere Vereine zu verlieren? Als Nationalcoach wäre er dieses Problem los. Die nötige Ausstrahlung für das Amt brächte er mit, doch ist er im Trainerbusiness bereits genügend etabliert?

Larry Huras (58)

Kaum ein Coach kennt das Schweizer Eishockey so gut wie der Kanadier, der den SC Bern ebenso zum Meistertitel geführt hat wie den HC Lugano und die ZSC Lions. Huras wäre verfügbar: Seit seiner Entlassung in Lugano im April 2013 ist er ohne Trainer-Engagement.

Harold Kreis (55)

Auch Kreis, zuletzt als Trainer in Mannheim tätig, ist zur Zeit ohne Job. Der Deutsch-Kanadier, der mit dem HC Lugano und den ZSC Lions den Meistertitel geholt hat, kennt das Schweizer Eishockey so gut wie die internationale Szene. Kreis hat zweifellos das nötige Format für den Posten des Nationatrainers und ist ein mehr als valabler Kandidat.

René Kammerer (43)

Eben hat er das Frauen-Nationalteam an den Olympischen Spielen in Sotschi zur Bronzemedaille geführt. Das ist ihm hoch anzurechnen. Dennoch ist Kammerer keine Option für die Simpson-Nachfolge. Zu gross wäre der Schritt vom Frauen- zum Männer-Eishockey. (nch)

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