National League A
Mit der Ruhe des Bären zum Sieg gegen die Löwen

Ein disziplinierter SC Bern gewinnt in einem umkämpften Spiel gegen den Meister aus Zürich verdient mit 4:2. Die ZSC Lions brachen sich mit ihren Strafen selber das Genick, wie Captain Matthias Seger nach Spielschluss resümierte.

Cedric Heer
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Kampf um jeden Zentimeter: SCB-Spieler Tristan Scherwey fliegt nach einem Check gegen die Bande.

Kampf um jeden Zentimeter: SCB-Spieler Tristan Scherwey fliegt nach einem Check gegen die Bande.

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Glen Hanlon darf sich stolz zeigen über sein gestriges Nationalmannschaftsaufgebot für den Deutschand Cup von Anfang November. Gleich neun Neulinge bot der Nachfolger von Sean Simpson auf, darunter ein Akteur vom SCB und zwei der Zürcher Lions. Diese wussten sich für das aufgebrachte Vertrauen zu bedanken und glänzten mit zwei Toren.

«Ich habe nicht damit gerechnet. Glen hat mich am Morgen angerufen und mir mitgeteilt, dass viele junge Spieler dabei sein werden. Ich freue mich sehr darauf», sagte ein glücklicher Christoph Bertschy nach dem Sieg. Mit seinem Tor zum 2:0 stellte er massgeblich die Weichen in Richtung Berner Sieg. Das Tor in Überzahl, das von Nationalmannschaftskollege Blum vorbereitet wurde, war sinnbildlich für den Auftritt des SCB.

«Wir haben einfach gespielt und die Zweikämpfe gewonnen, zudem waren unsere ‹Special Teams› heute sehr effizient», analysierte Bertschy. Nachdem die Gäste aus Zürich zwar den besseren Start erwischt hatten, zeigten sie sich immer ideenloser und ohne Antwort auf die harte Gangart des Heimteams. Die Bären wussten die Löwen grösstenteils zu neutralisieren und setzten selber immer wieder gefährliche Nadelstiche, was in zwei Überzahltreffern durch Scherwey und Bertschy resultierte.

Starke Lions im zweiten Drittel

Dass die Lions überhaupt ins Spiel fanden, verdankten sie ihrem Topskorer Roman Wick. Einer der seltenen schnellen Vorstösse schloss der 28-Jährige mit einem «Buebetrickli» sehenswert ab. Es war die Initialzündung zu einem Drittel, in welchem die Zürcher ein wahres Feuerwerk zündeten. Belohnt wurden sie mit dem Anschlusstreffer zum 3:2 kurz vor der zweiten Sirene durch Baltisberger in Überzahl. Es war aber auch ein Sturmlauf, der viele Risiken barg und mit dem zwischenzeitlichen 3:1 durch Gardner bestraft wurde.

Dass der SCB seinen Vorsprung letztlich über die Runden gebracht hat, ist – zumindest im letzten Abschnitt – einem starken Marco Bührer zu verdanken. Während er in der ersten Halbzeit vermehrt Unsicherheiten zeigte und einige gefährliche Abpraller zugestehen musste, zeigte sich der 35-jährige Ur-Berner im Schlussabschnitt von seiner besten Seite.

SCB stemmte sich gegen die ZSC-Emotionen

Zusammen mit der gesamten Berner Mannschaft und der Unterstützung der knapp 16 000 angereisten Fans, brachte der SCB den Sieg schliesslich souverän ins Trockene. Man liess sich auch zuletzt, als die Emotionen bei den Zürchern zu kochen begannen, was in einer Reihe von Strafen resultierte, nicht aus der Ruhe bringen. Martin Plüss machte mit seinem Tor ins leere Gehäuse alles klar. «Wir haben die Struktur und die Disziplin behalten, das zeichnet uns in den letzten Spielen aus und deshalb haben wir nun fünf Spiele in Serie gewonnen», bestätigt SCB-Trainer Boucher nach dem Spiel.

Mit dieser abgeklärten Leistung kommen die Berner bis auf einen Verlustpunkt an den Meister heran und haben sich für die 2:5-Niederlage im ersten Aufeinandertreffen rehabilitiert. «Die vielen Strafen haben uns das Genick gebrochen, zudem agierte der SCB sehr diszipliniert», fasste der enttäuschte ZSC-Captain Matthias Seger zusammen.

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