Der neue Hoffnungsträger: Gaetan Haas.

Der Bieler hat die anspruchsvolle Aufgabe, beim SC Bern die Rolle des abtretenden Captains Martin Plüss zu übernehmen. Er gehört zur tragenden Mittelachse des Meisters mit den beiden ausländischen Centern Mark Arcobello und Andrew Ebbett. Dass der 25-Jährige für diese Herausforderung bereit ist, bewies er bereits im Mai an der WM in Paris, als er auf internationalem Niveau eine reife Leistung zeigte. Haas hat das Potenzial, Plüss so schnell wie möglich vergessen zu machen. Er gehört zur nächsten Generation der raren Schweizer Mittelstürmer.

 

Das alte Sorgenkind: Die Verletzungshexe.

Letztes Jahr wurden die Berner von den Überfällen der Verletzungshexe mehrheitlich verschont. Dafür scheint sie in der aktuellen Saison bereits vor dem Saisonstart so aktiv zu sein wie lange nicht mehr. In der SCB-Verteidigung herrscht nach den Ausfällen von Blum, Untersander und Kamerzin bereits Personalnotstand. Und es ist halt so: Eigentlich kann nur die Verletzungshexe den SCB-Koloss aus dem Gleichgewicht bringen. Vor allem dann, wenn sie Stammgoalie Leonardo Genoni erwischen sollte.

Eric Blum steht dem SC Bern vorderhand nicht zur Verfügung

Eric Blum steht dem SC Bern vorderhand nicht zur Verfügung

Der Schlüsselspieler: Andrew Ebbett.

Andrew Ebbett. Bleibt der Kanadier gesund, dann muss sich in Bern niemand Sorgen machen um die Leistungsfähigkeit der Mannschaft. Der 34-Jährige verkörpert die Leistungskultur des SC Bern wie kein anderer Spieler. In den Playoffs war er eine der absoluten Leaderfiguren. Leider ist auch er immer wieder gut für einen längerfristigen Ausfall. Und wenn er fehlt, dann leidet die Stabilität des Teams am spürbarsten.

Andrew Ebbett, der Berner Schlüsselspieler.

Andrew Ebbett, der Berner Schlüsselspieler.

Der Trainer: Kari Jalonen.

Der Finne hat in seiner ersten Saison in der Schweiz gezeigt, dass er wirklich einer der Besten seines Fachs ist und dass die unfreundliche Entmachtung seines Vorgängers Lars Leuenberger, der trotz dem Gewinn des Meistertitels gehen musste, durchaus Sinn gemacht hat. Der bisweilen etwas grummlig wirkende Finne hat es verstanden, aus seiner Mannschaft das Maximum herauszuholen und die richtige Mischung zwischen Zuckerbrot und Peitsche zu finden. Die grösste Herausforderung Jalonens ist es nun aber, die drohende Genügsamkeit aus den Köpfen seiner Spieler zu vertreiben. Nachdem den Bernern die erste Titelverteidigung seit den ZSC Lions (2000 und 2001) gelungen ist, nimmt der finnische Eishockey-Lehrer nun Anlauf, als erster Trainer seit Alpo Suhonen (Kloten/1996 und 1997) die Meisterschaft mit derselben Mannschaft zweimal hintereinander zu gewinnen.

Darf Meistertrainer Kari Jalonen auch im kommenden Frühling den Meisterpokal küssen?

Darf Meistertrainer Kari Jalonen auch im kommenden Frühling den Meisterpokal küssen?

Fazit

Der SC Bern wird auch in der neuen Saison das Mass aller Dinge in der National League sein. Die Erfolgsmaschinerie wird sich von der Konkurrenz kaum bremsen lassen. Die Mannschaft ist in allen Belangen sehr gut gesetzt. Angefangen von Torhüter Leonardo Genoni, der nach seinem Wechsel von Davos zum SCB noch einmal einen Schritt nach vorne gemacht hat, über die zuverlässige Defensive, bis hin zum breit besetzten Sturm, hat dieses Team alle Werkzeuge, die es für eine weitere Titelverteidigung benötigt. Die Gefahr, dass sich in den Köpfen der Spieler Genügsamkeit breitmacht, ist klein. In Bern hat sich in den letzten zwei Jahren eine Leistungskultur entwickelt, die intern kaum ein Nachlassen zulässt. Der neue Captain Simon Moser wird das Leader-Vakuum, welches der Abgang von Martin Plüss hinterlassen hat, ausfüllen. Und selbst auf der Ausländerposition verfügen die Berner bereits jetzt über eine hervorragende Alternative. Der Meister ist gerüstet.

«Nordwestschweiz»-Tipp

1. Platz nach der Qualifikation