Eishockey

Maxim Noreau: «Ich bewundere Mark Streit für seinen Biss»

Opfert für Ambri drei mögliche NHL-Jahre: Maxim Noreau. Keystone

Opfert für Ambri drei mögliche NHL-Jahre: Maxim Noreau. Keystone

Ambris Offensiv-Verteidiger Maxim Noreau vor dem Spiel in Zug über seinen neuen Vetrag, bei dem er auf eine NHL-Klausel verzichtete, den aufgeschobenen Traum NHL und über seine Bewunderung für Mark Streit.

Maxim Noreau, Sie haben ihren auslaufenden Vertrag bei AmbriPiotta bis 2015 verlängert und sich dabei keine NHL-Klausel einbauen lassen. Erstaunlich.

Maxim Noreau:Warum?

Wir hätten erwartet, Sie würden eher früher als später in die NHL zurückkehren.

Schauen Sie: Ambri war gut zu mir und hat sich wirklich sehr stark um mich bemüht. Ich wollte Sicherheit und habe mir gewünscht, mich für drei Jahre binden zu können. Das hat der Verein möglich gemacht, deshalb war ich im Gegenzug dazu bereit, auf die NHL-Klausel zu verzichten.

Sie gelten als einer der besten Ausländer der Liga. War die Rückkehr im nächsten Sommer kein Thema?

Mein Agent hat das schon abgeklärt, aber es gab kein Team, das sagte: Ja, den Noreau wollen wir jetzt unbedingt! Ist ja auch klar, es ist noch früh.

Ihre NHL-Rechte liegen bei den New Jersey Devils. Was ist damit?

Na ja, die Devils haben schon Interesse angemeldet, aber ich bin da skeptisch. Wenn der Manager dort heute sagt, ich würde einen Einweg-Vertrag erhalten, muss das nicht bedeuten, dass das am 1. Juli immer noch so ist. Und auf die AHL habe ich definitiv keine Lust.

Also ist der NHL-Traum beerdigt?

Nein, er ist aufgeschoben. Ich opfere drei NHL-Jahre, aber für Ambri mache ich das gerne. Ich bin hier wundervoll aufgenommen worden und habe an mich den Anspruch, dass ich mit dieser Mannschaft Erfolg habe. Wenn mein Vertrag endet, werde ich 28 Jahre alt sein. Das ist kein schlechtes Alter für einen Verteidiger. Es haben schon andere Spieler bewiesen, dass man mit 28 noch eine tolle NHL-Karriere hinlegen kann.

Spielen Sie auf Islanders-Captain Mark Streit an?

Genau. Wir haben einen relativ ähnlichen Stil. Ich bewundere ihn für seinen Biss. Er hat gezeigt, dass es der Karriere nicht schaden muss, wenn man lange in Europa spielt. Ich versuche, meinen Karriereverlauf ähnlich zu gestalten. Und wenn ich irgendwann nach Nordamerika zurückgehen sollte, dann wird es nach meinen Spielregeln laufen. Es ist mir wichtig, dass ich bei einem Team spiele, das wirklich auf mich baut. Das war in Minnesota und New Jersey nicht so.

Wie beurteilen Sie die Perspektiven in Ambri?

Der Verein befindet sich auf dem richtigen Weg.

Warum?

Nun, sie haben mit mir verlängert (lacht). Ernsthaft: Ich war letztes Jahr ja nicht da, aber wenn man sich die Tabelle anschaut, sind wir doch klar besser. Und dann denke ich, dass der Coach (Kevin Constantine, Anm. d. Red.) langfristig hier arbeiten wird. In der Vergangenheit gab es hier viele Trainerwechsel, die Entwicklung hin zu mehr Konstanz halte ich für gesund.

Sie haben erwähnt, Sie würden in Ambri sehr gut behandelt. Gibt es dafür ein Beispiel?

Es sind die kleinen Dinge. Gegen Davos waren meine Eltern zu Besuch. Sie sehen pro Jahr meistens nur ein Spiel von mir. Der Ambri-Präsident (Filippo Lombardi, Anm. d. Red.) hat sie in den VIP-Bereich mitgenommen, ihnen Wein geschenkt. Sie waren so glücklich! Ich schätze solche Gesten sehr.

Sind die Fans auch ein Faktor?

Ein ziemlich grosser sogar. Nach jedem Spiel warten so viele Leute ausserhalb der Valascia auf mich und wollen Autogramme oder sich mit mir fotografieren lassen. Das ist Wahnsinn! Ich habe so etwas noch nie erlebt, in Nordamerika ist die Arena drei Minuten nach dem Abpfiff leer. Hier ist die Atmosphäre sehr familiär. Mich motiviert das ungemein. Vor jedem Spiel denke ich jetzt: Ich will diese Leute nicht enttäuschen, ich muss ganz einfach mein bestes Eishockey spielen.

Wie kommunizieren Sie mit den Anhängern? Auf Englisch?

Mein Italienisch ist bestimmt nicht gut, aber ich mache Fortschritte. Ich habe allen Teamkollegen gesagt: Redet Italienisch mit mir! Nur so kann ich mich verbessern. Ich interessiere mich für andere Kulturen, und wenn ich schon in Europa bin, will ich profitieren und meinen Horizont erweitern.

Warum schafft es Ambri in die Playoffs?

Wegen unserer Arbeitseinstellung. Wir hätten mit den Verletzungen von Kariya und Westrum derzeit genügend Ausreden für schlechte Leistungen. Aber die Reaktion war: Egal wer spielt, wenn wir unsere Leistung bringen, können wir jeden schlagen.

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