So hatte sich der HC Lugano den Auftakt in den Playoff-Final sicher nicht vorgestellt: "Es ist enttäuschend, dass ein Tor gegen uns den ZSC Lions schon zum Sieg gereicht hat", sagte Julian Walker. Maxim Lapierre konstatierte, dass "die Zürcher viel mehr Zweikämpfe gewannen als wir". Und Gregory Hofmann anerkannte, dass "der ZSC in allen drei Zonen ausgezeichnet gespielt hat."

Und was jetzt?

Luganos Chefstrategen warnen davor, aus dem ersten Spiel zuviel herauszulesen. Maxim Lapierre und Gregory Hofmann bildeten in Viertel- und Halbfinals gemeinsam mit Jani Lajunen die mit Abstand effektivste Sturmlinie der Playoffs. Im ersten Final gelang dieser Angriffslinie fast nichts. Lapierre: "Kleine Details entscheiden Playoff-Spiele - bei einem 0:1 sowieso. Wir dürfen jetzt nicht in Panik verfallen. Wir haben auch viel richtig gemacht." Gregory Hofmann analysierte ähnlich: "Es steht erst 1:0 für Zürich, die Serie geht weiter. Wir müssen weiterspielen, besser spielen und öfter aufs Tor schiessen."

Das "Puck-Management" entscheide derartige Spiele, so Hofmann. "In dieser Beziehung waren die ZSC Lions in Spiel 1 viel besser als wir."

Besonders offensichtlich war das bei der entscheidenden Szene, als vor Luganos Gehäuse ein Tohuwabohu herrschte und Goalie Elvis Merzlikins keine Ahnung mehr hatte, wo sich der Puck befand. Mike Künzle erfasste die Situation mit entschlossenem Nachsetzen am schnellsten. Sein Tor blieb das einzige des Abends. Künzle: "In der Defensive spielten wir sehr solide. Uns unterliefen keine Fehler, deshalb kam Lugano auch kaum zu Chancen. Wir hatten uns gut vorbereitet. Und es gelang uns, den Schwung aus der Serie gegen Bern mitzunehmen. Aber es steht erst 1:0 für uns. Und das erste Spiel ist für das Auswärtsteam immer eher einfacher, denn Lugano stand viel mehr unter Druck als wir."

Die ZSC Lions wissen das. Sie starteten gegen Zug (Viertelfinal), Bern (Halbfinal) und nun Lugano stets auswärts mit einem Sieg.