Spengler-Cup

Marc Gianola: Der stille Schaffer für das Traditionsturnier

Marc Gianola übernimmt das OK-Präsidentenamt von Fredi Pargätzi.

Marc Gianola übernimmt das OK-Präsidentenamt von Fredi Pargätzi.

Marc Gianola beerbt ab dem kommenden Jahr Fredi Pargätzi als OK-Präsident des Spengler-Cups. Wie der 42-Jährige tickt und warum sich im Vergleich mit seinem Vorgänger nicht viel ändern wird.

Hoch über dem Eis thront es, das blau-gelbe HCD-Maillot mit der Nummer fünf, beflockt mit dem Namen einer Davoser Kultfigur: Marc Gianola. Als 19-Jähriger kam der Engadiner nach Davos. Der Verteidiger hielt dem Klub die Treue bis zum Karrierenende. 17 Jahre lang prägte er den HCD auf dem Eis. Seit Herbst 2009 nun auf rutschfesteren Unterlagen. Gianola hält in der Geschäftsstelle Einzug, wird Leiter der Marketing- und Sponsoring-Abteilung.

Zur Jahreswende folgt nun der nächste Ritterschlag für den 42-Jährigen. Er beerbt den nach 26 Jahren abtretenden Fredi Pargätzi als OK-Präsidenten des Spengler-Cups. «Einer der besten jährlich stattfindenden Sportanlässe», wie er stolz sagt. Gianola bekräftigt sogleich, dass er diesen Karriereschritt weder geplant noch herbeisehnt hatte. «Ich bin ein anderer Typ.» Aus seiner Aktivzeit wissen wir: ein stiller Schaffer.

Charakterliche Parallelen

«Ich hatte schon als Hockeyspieler nicht das konkrete Ziel, in der National League A zu spielen. Es ist jeweils einfach so gekommen.» Gianola mag es nicht, Ziele vorzudefinieren. Der 42-Jährige präferiert es, durch Leistung zu überzeugen. «Dann kriegt man Möglichkeiten.» Den Antrag Pargätzis bejahte Gianola nach reifer Überlegung. «Ob das Amt des OK-Präsidenten meine Berufung ist, wird sich zeigen.» Fest stehe, dass es eine «coole» Aufgabe sei.

Trotz seinem eingängigen Naturell sucht Marc Gianola die Öffentlichkeit nicht. Es sind charakterliche Parallelen zum demissionierenden Pargätzi. Solche, die sich bewährt haben. Die gegenseitigen Lobpreisungen vernimmt man die ganze Turnierwoche hindurch. «Fredi übergibt mir ein Turnier, dessen Potenzial eigentlich ausgereizt ist», so Gianola. Für ihn geht es in den kommenden Jahren vor allem ums Konsolidieren. Gianola weist aber darauf hin, dass sich der Spengler-Cup unter Pargätzi stetig weiterentwickelte. Diesen Optimierungsgedanken will Gianola fortführen.

Die Phase der Stabübergabe hat begonnen. Es ist eine schleichende, «denn die einzige Änderung im nächsten Jahr wird die auf mich übertragene Verantwortung sein», erklärt Gianola. Im sportlichen Bereich wird Fredi Pargätzi weiter aktiv sein.

Gianola soll langsam in dessen immenses Netzwerk eingewebt werden. Das attraktive Teilnehmerfeld wird auch in den nächsten Jahren Trumpf des Traditionsturniers sein. Die diesjährige Austragung stimmt Gianola positiv. «Auch wenn nicht alle Teams das gesamte Potenzial ausschöpfen konnten, sahen wir Spektakel.»

Fokus auf die Champions League

Die Champions Hockey League, die am diesjährigen Turnier als Hauptgrund für einen bedachten Energieaufwand des HC Davos verantwortlich gemacht wird, sieht Gianola nur bedingt als direkten Konkurrenten. «Fürs Produkt Eishockey ist die Champions League ein unglaublich wichtiges Element. Ohne internationalen Wettbewerb wird die Weiterentwicklung schwierig.»

Vielmehr beschäftigt den 42-Jährigen die erstmals wieder eigens aufgegleiste Vermarktung des Turniers. «Viel Arbeit, die uns bis dato zufriedenstellt.» Die entsprechenden Verträge sind mittelfristig gefixt.

Doch Gianola weiss, dass entscheidende Verhandlungen anstehen. Die Fernsehverträge laufen aus. Auch der Kontrakt, der die Teilnahme des Team Canada sicherstellt, läuft nur noch ein Jahr. Zudem muss eine Stadionmodernisierung realisiert werden. Gianola versprüht Zuversicht, lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Es hätte auch so gar nicht zu dessen Wesensart gepasst.

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