«Der HC Lugano legt sich ein schönes Geschenk unter den Weihnachtsbaum: Star-Stürmer Damien Brunner unterschreibt beim HCL!» Mit diesen Worten verkündete der HC Lugano einen der grössten Transfercoups in der NLA der letzten Jahre. Brunner (28) unterschrieb bei den Tessinern einen Vertrag bis zum Ende der Saison 18/19 mit einer Ausstiegsklausel fürs Ausland nach der Saison 16/17.

Es ging schliesslich alles sehr schnell. Bereits am Donnerstag hatten Tessiner Medien verkündet, dass Brunner unmittelbar vor der Vertragsunterschrift in Lugano steht. Wenig später wurde er von den New Jersey Devils, bei denen er einen bis Ende der laufenden Saison gültigen, mit 2,5 Millionen US-Dollar dotierten Vertrag besass, auf die Waiver-Liste gesetzt.

Als gestern Abend um 18 Uhr klar war, dass kein anderes NHL-Team Interesse an den Diensten Brunners hat, war der Weg für eine Vertragsauflösung mit den Devils (Brunner verzichtet auf 1,7 Millionen US-Dollar!) frei. Kurze Zeit später machte der HC Lugano seinen vorweihnachtlichen Transfercoup offiziell.

Vorfreude in Lugano

Verständlich, dass die Euphorie bei den «Bianconeri» riesig ist. Zumal Brunner offenbar auch lukrative (und besser dotierte) Offerten aus der KHL (u.a. ZSKA Moskau) auf dem Tisch hatte. «Wir freuen uns, Damien in unserem Team aufnehmen zu dürfen», meinte ein zufriedener Lugano-Trainer Patrick Fischer

Und er fuhr fort: «Ich kenne ihn persönlich und auch als ehemaligen Teamkollegen aus Zug sehr gut. Er war überzeugt, nach Lugano zu kommen, trotz besserer Angebote anderer Clubs. Er kennt unser Ziel, früher oder später die Meisterschaft zu gewinnen und ist ein sehr ehrgeiziger Sportler.»

«Ich halte ihn für den besten Schweizer Stürmer aller Zeiten und er wird für uns einen grossen offensiven Beitrag leisten. Für uns ist es ein sehr schönes Weihnachtsgeschenk, das wir uns vor ein paar Monaten nur hätten erträumen lassen», liess sich Fischer weiter zitieren.

«Für Damien ging es nie ums Geld»

Selbstredend war auch die Reaktion von Damien Brunner geprägt von grosser Vorfreude: «Die Chance, mit dem HCL kreatives und attraktives Eishockey zu spielen ist reizvoll. Ich freue mich sehr, in einem jungen, talentierten und hungrigen Team zu spielen.»

«Die Veränderung in meiner sportlichen Karriere kommt zum richtigen Zeitpunkt: Ich merkte, dass ich ein Umfeld brauche, das Vertrauen in meine Fähigkeiten hat. Die Erfahrungen in der NHL waren ein super Lernprozess.» Brunners NHL-Agent Neil Sheehy sagte gegenüber den nordamerikanischen Medien, dass es für seinen Klienten nicht wie gewünscht gelaufen sei in New Jersey:

«Für Damien ging es nie ums Geld. Deshalb wollte er auch nicht nur um des Geldes Willen in der AHL spielen.» Devils GM Lou Lamoriello zeigte Verständnis für Brunners Entscheidung. Darum verzichtete er auch darauf, den Transfer zu verhindern. «Er ist ein guter Junge. Deshalb wäre mir das nie in den Sinn gekommen.»