Das erste Tor in einem Spiel tut keinem der beiden Teams gut. Lugano ging in den ersten zwei Spielen in Führung und verlor beide Spiele. Biel führte am Ostersamstag daheim 3:0 und verlor noch 3:6. Auch am Ostermontag in Lugano gingen die Seeländer wieder in Führung, ehe sie nach der ersten Pause einbrachen.

Dem EHC Biel werden die zwei Ruhetage vor dem dritten Heimspiel äusserst gut tun. Biel muss über die Bücher. Am Samstag noch stand Biel mit einem Bein im Playoff-Final, als es in Spiel 3 mit 3:0 führte. Seither lief für die Berner alles schief, was schief laufen konnte. Auch ein gelungener Start ins Auswärtsspiel in Lugano verhalf nicht zu einer Beruhigung der Lage. Marc-Antoine Pouliot brachte Biel in der 7. Minute in doppelter Überzahl in Führung. Nach der ersten Pause lief für das Team von Antti Törmänen die Partie aber völlig aus dem Ruder.

Ein Fehlpass in der neutralen Zone leitete die Wende ein. Giovanni Morini zauderte nicht lange, sein Schuss erwischte Biels Goalie Jonas Hiller zwischen den Schonern. Fünf Minuten später reüssierte auch Maxim Lapierre mit einem Schuss zwischen Hillers Beinen hindurch. Weitere fünf Minuten später wurde Hiller von Gregory Hofmann an der Goalie-Maske getroffen. Hiller beendete den zweiten Abschnitt zwar, räumte danach aber seinen Posten. Elien Paupe, der mit Ajoie die Playoffs in der Swiss League bestritten hatte, stand im letzten Abschnitt, den Biel in Überzahl beginnen konnte, vor dem Tor. Paupe kassierte aber noch während dieser Bieler Überzahl die Gegentore zum 1:3 und 1:4 und sah dabei alles andere als gut aus.

Damit beginnt die Serie am Donnerstag in Biel von neuem. Noch befindet sich der EHCB im Vorteil: Biel kann zwei der maximal noch drei Spiele in der eigenen Arena bestreiten. Aber findet Hiller seine Topform wieder? Für Lugano spricht das Momentum: Die Tessiner strotzen nach elf Toren in den letzten 93 Minuten der Serie vor Selbstvertrauen. Und die Bieler müssen die Disziplin der ersten acht Playoff-Partien wieder finden. In den ersten achteinhalb Playoff-Spielen leisteten sie sich im Schnitt 7 Strafminuten pro Partie. Gegen Lugano waren es in den Spielen 3 und 4 der Halbfinalserie über Ostern 33 und 12 Minuten. Der Amerikaner Robbie Earl fehlte am Montag in Lugano sogar nach seiner Fünfminutenstrafe vom Samstagabend.

Das Telegramm

Lugano - Biel 5:1 (0:1, 2:0, 3:0)

7200 Zuschauer (ausverkauft). - SR Koch/Wehrli, Castelli/Fluri. - Tore: 7. Pouliot (Rajala, Micflikier/Ausschlüsse Hofmann, Wellinger) 0:1. 22. Morini 1:1. 27. Lapierre (Lajunen) 2:1. 41. (40:54) Sanguinetti (Sannitz/Ausschluss Ulmer!) 3:1. 42. (41:43) Reuille (Ausschluss Ulmer!) 4:1. 47. Fazzini (Cunti) 5:1. - Strafen: 8mal 2 plus 2mal 10 Minuten (Sannitz, Walker) gegen Lugano, 6mal 2 Minuten gegen Biel. - PostFinance-Topskorer: Hofmann; Rajala.

Lugano: Merzlikins; Johnston, Furrer; Ulmer, Wellinger; Sanguinetti, Vauclair; Riva; Lapierre, Lajunen, Hofmann; Walker, Sannitz, Reuille; Fazzini, Cunti, Romanenghi; Sorin, Morini, Bertaggia; Vedova.

Biel: Hiller (41. Paupe); Jecker, Forster; Fey, Kreis; Lofquist, Dufner; Maurer; Pedretti, Pouliot, Rajala; Neuenschwander, Diem, Lüthi; Micflikier, Fuchs, Tschantré; Schmutz, Sutter, Wetzel; Joggi.

Bemerkungen: Lugano ohne Bürgler, Brunner, Chiesa (alle verletzt), Etem und Klasen (beide überzählige Ausländer), Biel ohne Earl (gesperrt). Fey verletzt ausgeschieden (52.).