NHL
Luca Sbisa nach dem Sieg seiner Golden Knights in Finalspiel 1: «Es war ein emotionaler Sieg»

Die Vegas Golden Knights gewinnen die erste Partie des Stanley-Cup-Finals gegen die Washington Capitals mit 6:4 – und legen damit in der NHL-Finalserie mit 1:0 Siegen vor. Noch drei Siege fehlen, dann könnte der Schweizer Verteidiger Luca Sbisa die Trophäe als erst vierter Schweizer in die Höhe stemmen.

Dean Fuss
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Luca Sbisa könnte den Stanley Cup als erst vierter Schweizer in die Höhe stemmen.

Luca Sbisa könnte den Stanley Cup als erst vierter Schweizer in die Höhe stemmen.

KEYSTONE/FR42408 AP/JACK DEMPSEY

Was war das für ein Auftakt? Zehn Tore, vier Führungswechsel inklusive. Letzteres hat es in einem Spiel des Stanley-Cup-Finals noch nie zuvor gegeben. Und am Ende triumphierte ausgerechnet das Team, dem man vor Saisonbeginn auch in Fachkreisen noch kaum etwas zugetraut hatte.

Doch das ist längst vergessen. Ganz im Gegenteil: Mittlerweile sind sich die Experten einig, dass die Vegas Golden Knights im Kampf um den Titel leicht zu favorisieren sind.

Und nach dem 6:4-Sieg zum Auftakt der Finalserie spricht auch die Statistik ziemlich eindeutig für das Expansionsteam aus der Glücksspielmetropole im US-Bundesstaat Nevada: In den vergangenen sechs Jahren krönte sich jeweils der Sieger der ersten Partie der Finalserie zum Champion. Insgesamt war das 61- von 78-mal der Fall.

Mittendrin ein Schweizer

Mittendrin im Märchen um die Golden Knights ist mit Luca Sbisa auch ein Schweizer. Der 28-jährige Verteidiger stand in der Nacht auf Dienstag während 16:45 Minuten auf dem Eis. Er verbuchte vier geblockte Schüsse, drei Checks und eine Minus-1-Bilanz.

«Es war ein emotionaler Sieg. Ein unglaubliches Hin und Her. Wir haben uns einfach gesagt ‹Wir müssen ruhig bleiben, irgendwie klappt es dann schon›. Und das tat es dann auch», sagte Sbisa nach der Partie gegenüber dem Webportal des Schweizer Fernsehens SRF.

Aufstand der «Golden Misfits»

Genau wie der Zuger selber gehören auch alle seine Teamkollegen zum Kreis jener Spieler, die im Expansions-Draft vom vergangenen Sommer von ihren vorherigen Klubs nicht als wertvoll genug eingeschätzt wurden, um sie vor dem Zugriff der Golden Knights zu schützen. Die «Golden Misfits» – also in etwa die «goldenen Aussenseiter» – beweisen nun allen, wie gut sie im neuen Kollektiv funktionieren.

«Der Charakter in dieser Mannschaft ist unglaublich», sagte Sbisa im SRF-Videointerview nach Spiel 1 der Finalserie weiter. «Egal, was passiert, wir ziehen einfach weiter unser Spiel durch. Das haben wir schon die gesamte Saison über gezeigt und das bezahlt sich nun in den Playoffs aus.»

Schafft Sbisa eine Schweizer Premiere?

Das Rezept klingt einfach – und sollte es den Golden Knights tatsächlich gelingen, den Titel damit zu gewinnen, so wäre das auch aus Schweizer Sicht eine Premiere. Zwar wäre Sbisa nach den Goalies David Aebischer (2001 mit Colorado) und Martin Gerber (2006 mit Carolina) sowie dem Verteidiger Mark Streit im Vorjahr mit Pittsburgh der vierte Schweizer, der den Stanley Cup in die Höhe stemmen dürfte. Er wäre aber der erste Schweizer, der dabei auch eine tragende Rolle gespielt hätte.

Spiel 2 der Finalserie findet in der Nacht auf Donnerstag (2.00 Uhr MEZ) wiederum in Las Vegas statt, danach stehen Spiel 3 und 4 in Washington D. C. an.

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