Victor Stancescu gesperrt, Eric Blum krank, Mathias Bieber, Denis Hollenstein, Michael Liniger, Félicien Dubois und Kamil Kreps verletzt. Die Absenzenliste der Kloten Flyers nahm vor dem Spiel gegen den EV Zug derart dramatische Ausmasse an, dass sich Sportchef André Rötheli genötigt sah, kurzerhand einen Not-Ausländer zu verpflichten. Fündig wurde er dabei beim B-Ligisten EHC Olten. Der beim EHCO zuletzt überzählige Kanadier Colton Fretter (31) wurde bis auf weiteres mit einer B-Lizenz verpflichtet. Für die NLB-Playoffs soll er gemäss Rötheli dann wieder zu den Solothurnern zurückkehren.

Die NLA-Playoffs sind auch weiterhin das Traumziel der Kloten Flyers. Ihr Glück ist es, dass der ärgste Konkurrent am Strich, der EHC Biel, zuletzt selber kaum vom Fleck gekommen ist. So wirkte sich auch die – trotz der gravierenden Absenzen – letztlich ärgerliche 2:3-Niederlage beim EV Zug nicht noch negativer aus. Denn die Partie hatte für die dezimierten Klotener schon fast traumhaft begonnen. Nach 3 Minuten und 44 Sekunden lagen sie nach Treffern von Nicolas Steiner und von Simon Bodenmann bereits mit 2:0 in Führung. Die Zuger traten in dieser Phase derart desolat auf, dass die Flyers problemlos noch drei Tore mehr hätten erzielen können. Taten sie aber nicht. Und wurden dafür schliesslich bitter bestraft.

Denn mit Beginn des zweiten Drittels begannen nun auch die Zuger mit Eishockeyspielen. Die zunehmend passiver agierenden Klotener liessen sich immer mehr unter Druck setzen. Eine Entwicklung, die fast zwingend in Gegentreffern münden musste. Dabei spielte ausgerechnet Colton Fretter eine Hauptrolle. Bei Andrea Chiesas Anschlusstreffer (35.) war er während des Gerangels vor dem Klotener Tor nur interessierter Zuschauer. Und das 2.2 von Reto Suri (37.) musste er sich von der Strafbank aus ansehen, nachdem er für ein unnötiges Foul in der offensiven Zone zwei Strafminuten kassiert hatte.

Dass die Zuger schon 57 Sekunden nach dem Auftakt zum dritten Abschnitt in Führung lagen, entsprach ebenso der Logik. Linus Omark wurde während eines weiteren EVZ-Powerplays von den Flyers völlig vergessen. Der Schwede verwertete das wunderbare Zuspiel von Lino Martschini auf noch wunderbarere Weise. Auf diesen Genickschlag hatte die Klotener Rumpftruppe trotz kämpferisch tadellosem Einsatz keine Antwort mehr. Dafür waren die Möglichkeiten der Mannschaft in dieser Zusammensetzung schlicht zu limitiert. Umso ärgerlicher war es aus Sicht der Flieger, dass sie die Geschenk-Offerte der Zuger nicht annahmen und schliesslich ohne Punkte nach Hause fahren mussten.

Immerhin: Im Hinblick auf den kapitalen «Strichschocker» vom kommenden Samstag gegen den EHC Biel haben die Klotener in der Tabelle weiterhin sechs Punkte Vorsprung. Mit einem Sieg gegen die taumelnden Bieler könnten sie die Playoff-Tickets schon fast sicher buchen. Aber eben: Das Spiel in Zug hat gezeigt, dass Personaldecke, Selbstvertrauen und Nervenkostüm derzeit etwas gemeinsam haben: Sie sind alle zusammen sehr dünn und kaum tragfähig.