Eigentlich konnte es ja gar nicht anders kommen, in dieser unglaublich spannenden, ja dramatischen Liga-Qualifikation. Die Rapperswil-Jona Lakers gewannen das sechste Duell im Kampf um den letzten Platz in der National League mit 2:1 und glichen in der Serie auf 3:3-Siege aus.

Deshalb kommt es nun eben so, wie es kommen musste: Am Mittwoch duellieren sich die beiden erbitterten Kontrahenten ein letztes und entscheidendes Mal im Schluefweg. Es geht um alles oder nichts, um Sein oder Nichtsein. Der Gewinner bleibt oben oder steigt auf. Der Verlierer steigt ab oder bleibt unten.

«Id Nati A, mer wönd id Nati A», sangen die Fans der Rapperswil-Jona Lakers, nachdem sich ihre Mannschaft im allerletzten Heimspiel der Saison mit einem Sieg verabschiedet hatte. Die knapp 6000 Zuschauer in der – etwas enttäuschend – nicht ausverkauften St.Galler-Kantonalbank-Arena wurden noch einmal nach allen Regeln der Kunst auf die Folter gespannt.

Auch diese Partie war nichts für Menschen mit schwachen Nerven. Wieder blieb das Duell bis zur allerletzten Sekunde spannend. Und es ist anzunehmen, dass es auch am Mittwoch noch einmal einen absoluten Thriller zu sehen geben wird.

Leidenschaftlicher Auftritt

Die Rapperswiler verdienten sich den Sieg, der ihre Aufstiegshoffnungen am Leben hielt, mit einem leidenschaftlichen Auftritt. Die Mannschaft von Headcoach Jeff Tomlinson warf noch einmal alles in die Waagschale und schaffte es damit, die Initiative früh an sich zu reissen.

Was umso erstaunlicher war, als dass es nicht verwunderlich gewesen wäre, wenn die Rapperswiler Mühe gehabt hätten, die bittere Niederlage vom vergangenen Samstag zu verdauen. Als sie kurz vor Schluss die Führung versemmelten und dann in der Verlängerung ein veritables Ei kassierten, welches für die Entscheidung zugunsten der Klotener sorgte.

Die Lakers schufen die Differenz schliesslich im Powerplay. Corsin Casutt traf nach 15 Minuten zum 1:0. Der überragende Rappi-Topskorer Dion Knelsen kurz nach Spielhälfte, ebenfalls mit einem Mann mehr auf dem Eis, zum 2:0. Es war eine absolut verdiente Führung für die Unterklassigen.

Der EHC Kloten kam zwar kurz darauf durch Vincent Praplan zum Anschlusstreffer – es war das erste Tor des Nationalstürmers in der Liga-Qualifikation! – aber das war an diesem Abend schon alles, was der Oberklassige punkto offensivem Output zustande brachte. Und das war ganz einfach zu wenig, um den Ligaerhalt, wie erhofft schon nach Spiel Nummer sechs, feiern zu dürfen.

Die Nerven entscheiden

Klar ist: Kloten muss sich im Hinblick auf diesen Gipfel der Dramatik etwas einfallen lassen. Die Spieler schafften es nicht, die Intensität der Rapperswiler zu kontern. Die gute Ausgangslage, der psychologische Vorteil, ist nun dahin. Im Schluefweg, wenn es am Mittwoch um Sein oder Nichtsein geht, wird der Druck, der auf den Kloten-Cracks lastet, enorm sein. In diesem finalen Duell werden die Nerven entscheiden. Und vielleicht eine Verlängerung. Eigentlich kann es gar nicht anders kommen.