Kloten Flyers
Kloten spielt stark, die ZSC Lions dafür clever

NLA Nach zwei 2:1-Heimsiegen geht das dritte Derby an den Gast – die Lions entführen durch das 1:0 alle drei Punkte.

Martin Liebrich
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Zum 157. Mal standen sich gestern die ZSC Lions und die Kloten Flyers gegenüber. Und zum dritten Mal in der laufenden Saison. Fast scheint es, als gebe es bei einigen Zuschauern Abnützungserscheinungen: 6010 Fans bedeuteten zwar Saisonrekordkulisse in der Kolping-Arena. Doch die Zeiten, in denen das Derby regelmässig ausverkauft war, sind längst vorbei.

Eishockey hatte gestern allerdings auch einen schweren Stand, da gleichzeitig die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft in Basel um Sein oder Nichtsein spielte. Klar ist: Die Akteure in Kloten servierten den Anwesenden weitaus bessere Kost, als es die Schweizer Fussballer zuletzt getan haben.

Das Startdrittel brachte zwar keine Tore, aber doch ein attraktives Spiel. Während die Startphase den Gastgebern gehörte, begannen die Lions nach rund zehn Minuten, ihr Revier zu markieren. Überzeugend traten sie vor allem im Powerplay auf – dasselbe gilt für die Klotener. Noch einen Tick überzeugender agierten dabei die beiden Goalies, Ronnie Rüeger und Lukas Flüeler. Beide zeigten glänzende Paraden. Der ZSC-Schlussmann konnte sich zudem in der 4. Minute auszeichnen, als er einen Penalty des nach einer Verletzung ins Team zurückgekehrten Flyer-Flügels Simon Bodenmann parierte.

Entscheidung im Mitteldrittel

Im mittleren Abschnitt entwickelte sich ein völlig anderes Spiel. Diesmal gehörten die ersten Minuten den Lions, und nach genau 22:22 Minuten schoss Thibaut Monnet zum 1:0 ein. Die Flyers drückten danach auf den Ausgleich, der allerdings nicht fallen wollte. Alleine Captain Victor Stancescu stand zwischen der 29. und der 31. Minute zweimal alleine vor Flüeler. Er scheiterte aber aus der ungefähr gleichen Position auf die ungefähr gleiche Art. Einziger Unterschied: Beim ersten Versuch war Kloten in Unterzahl.

Anschliessend gingen die Emotionen hoch – und als Folge wurde es auf der Strafbank ziemlich eng: Vier Zürcher und drei Klotener mussten in der 38. Minute das Spiel von aussen verfolgen.

Klotens Sturm, immerhin der zweitproduktivste der Liga, kam sehr wohl auf Touren, war aber klar zu wenig kaltblütig. Die Zürcher Defensive überzeugte. Andererseits machte sich der NLA-Leader das Leben mit vielen Strafen selber unnötig schwer. Zwar musste viermal auch gleich ein Lions-Spieler auf die Bank, weshalb Unterzahl-Situationen selten waren. Der Spielfluss wurde durch die Ausschlüsse aber jedes Mal gestört. Und auf der anderen Seite spielte der ZSC sehr clever.

Dritter ZSC Sieg in Serie

Das Team von Trainer Colin Muller hat nach einem miserablen Saisonstart jenes Rendement erreicht, das von ihm erwartet werden konnte, und feierte seinen dritten Sieg in Serie. «Der 1:0-Erfolg ist umso schöner, als dass er gegen den Leader zustande kam», freute sich Flüeler .

Auf der anderen Seite ärgerte sich Steve Kellenberger über den verpassten Sieg. «Kloten war besser», fand er. «Wir hatten viele Chancen, leider nutzten wir sie nicht.» Unter dem Strich nütze es eben nichts, wenn man gut kämpfe und trotzdem verliere. Apropos Strich: Die ZSC Lions haben sich dank ihrem Sieg auf Rang 7 vorarbeiten können. Die Kloten Flyers bleiben Leader, weil Zug ebenfalls verlor. Die nächste Woche wird aber hart: Es geht gleich zweimal gegen das zweitplatzierte Davos.