Bei den nicht allzu Furcht einflössenden Bären aus der Balkan-Metropole ist nur das Kostüm kroatisch, im sportlichen Sektor ist die Amtssprache English. 14 gebürtige Kanadier nominierte Doug Shedden für das "Derby" gegen das offizielle Team Canada. Auszurichten war in der kanadischen Night-Sessioin trotz respektabler Manpower aus der Hockey-Weltmacht allerdings wenig.

Ein blamables Ergebnis gegen das zweitjüngste, aber seit geraumer Zeit stagnierende Expansions-Team der russischen KHL wollte Guy Bouchers Equipe den Live-TV-Zuschauern im Land des Olympiasiegers unter keinen Umständen zumuten, das war von der ersten Minute an spürbar. Schnörkellos und entschlossen setzten die Selects ihr Vorhaben um.

Dass der formstarke SCB-Vorkämpfer Bud Holloway nach einem Abpraller von der Maske des Zagreber Keepers in der 12. Minute schneller reagierte als alle Gegenspieler vereinfachte die Aufgabe des Favoriten. Als Ambris Topskorer Alexandre Giroux nachlegte und die Referees unmittelbar nach der ersten Pause dank der Torkamera mit Verspätung das 3:0 des Espoo-Stürmers Giliati registrierten, geriet der zwölffache Turniersieger kaum mehr ernsthaft in Bedrängnis.

Der Fehltritt gegen das mit ein paar AHL-Spielern ergänzte "Team NLA Canada" kam nicht ohne Vorwarnung. Seit rund zwei Monaten reiht der mit knapp zehn Millionen Dollar wirtschaftende Verein eine Niederlage an die nächste Enttäuschung. Shedden, erst seit Anfang Oktober in der eher exotischen Destination tätig, ist es nicht gelungen, den Abwärtstrend aufzuhalten. Im Gegenteil: Unter der Leitung des Ex-Zugers sackte der Klub ans Ende der West-Konferenz ab.

Rangliste: 1. Davos 1/3. 2. Team Canada 2/3. 3. Medvescak Zagreb 1/0.

Medvescak Zagreb - Team Canada 1:3 (0:2, 0:1, 1:0)

6300 Zuschauer (ausverkauft). - SR Nicholson (Ka)/Piechaczek (De), Espinoza/Tscherrig. - Tore: 12. Holloway (Walser) 0:1. 18. Giliati (Brett McLean) 0:2. 22. Giroux (Pouliot) 0:3. 49. Pelletier (St. Pierre) 1:3. - Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Medvescak, 5mal 2 Minuten gegen Canada.

Medvescak Zagreb: Heeter; Carle, Martinovic; Flood, Morrisonn; Popovic, Hutchinson; Kinrade; Glumac, Murray, Kurtis McLean; Segal, St. Pierre, Pelletier; Leino, Beaudoin, Wright; Hedberg, Thomas, Bjorkstrand; Kostovic.

Team Canada: MacIntyre; DuPont, Walser; McCarthy, Gragnani; Kwiatkowski, Mikkelson; Parent, Vandermeer; Holloway, Ritchie, Tambellini; Samson, Pouliot, Giroux; DiDomenico, Martindale, Hamilton; Genoway, Brett McLean, Giliati.

Bemerkungen: Zagreb ohne Kolanos, Owuya, Perkovich (alle überzählig), Katic (verletzt), Team Canada ohne Walter, Hedden (beide überzählig). 59. (58:47) Timeout von Medvescak, Zagreb danach ohne Goalie.

Ufa mit Sieg gegen Jokerit Helsinki

Am zweiten Spengler-Cup-Tag besiegte der frühere russische Meister Ufa den sechsfachen finnischen Champion Jokerit im "KHL-Derby" 4:3.

Ufa reagierte auf die Enttäuschung gegen Genève-Servette (2:3) in überzeugender Manier. Salawat verdaute im Duell mit Jokerit selbst einen klassischen Fehlstart gut. Das Malheur von Leland Irving - der Keeper liess sich nach lediglich 16 Sekunden aus spitzem Winkel austricksen - korrigierte Alexej Gluchow praktisch im Gegenzug.

In der Folge prägte vorwiegend Salawats finnische Fraktion das unterhaltsame Spiel. In der besten Phase Ufas trat vor allem Antti Pihlström positiv in Erscheinung. Der Stürmer, der aus der Junioren-Abteilung von Helsinki stammt, sorgte mit seiner Doublette für die entscheidende Differenz. Das 2:3 des ehemaligen NLA-Topskorers Linus Omark beantwortete Teemu Hartikainen mit dem 4:2, das allerdings in erster Linie der mässige Keeper Helenius zu verantworten hatte.

Der dritte Programmpunkt der 88. Spengler-Cup-Ausgabe stand auch im letzten Drittel vornehmlich im Zeichen skandinavischer Puck-Artisten. Der Schwede Omark leitete mit seinem zweiten Tor einen regelrechten Ansturm der Finnen ein. Trotz der imposanten Druckphase war die bereits 17. Niederlage im 25. Turnierspiel seit Jokerits Debüt 1983 nicht mehr abzuwenden.

Die beiden NLA-Leihgaben Cédric Hächler (Rapperswil-Jona) und Marco Maurer (Lugano) spielten bei Jokerit nur marginale Rollen. Der Verteidiger des Tabellenletzten sass beim 1:2 auf der Strafbank, Maurer stand beim ersten Gegentor auf dem Eis. "Sehr speziell und lehrreich" sei es gewesen, bilanzierte Hächler. "In der NLA hat man etwas mehr Zeit."

Die Ausgangslage in der nominell besser besetzten Gruppe Torriani ist nun klar: Dem letztjährigen Trophäen-Gewinner Genève-Servette genügt heute Sonntag gegen den aktuellen KHL-Dritten Jokerit ein Remis in der regulären Spielzeit, um erneut direkt in die Halbfinals vorzustossen.

Rangliste: 1. Genève-Servette 1/3 (3:2). 2. Salawat Ufa 2/3 (6:6). 3. Jokerit Helsinki 1/0 (3:4).

Jokerit Helsinki - Salawat Ufa 3:4 (1:2, 1:2, 1:0)

6300 Zuschauer (ausverkauft). - SR Eichmann/Kurmann, Kaderli/Kohler. - Tore: 1. (0:16) Pöysti (Kapanen, Hagman) 1:0. 3. Gluchow (Kutusow, Slepyschjew) 1:1. 11. Pihlström (Wischnewski, Subarjew/Ausschluss Hächler) 1:2. 29. (28:49) Pihlström (Kutusow, Kaigorodow) 1:3. 30. (29:32) Omark 2:3. 31. (30:22) Hartikainen (Heikkinen) 2:4. 42. Omark (Moses/Ausschluss Kulda) 3:4. - Strafen: 6mal 2 Minuten gegen Jokerit, 5mal 2 Minuten gegen Ufa.

Jokerit Helsinki: Helenius; Gunderson, Väänänen; Lajunen, Ohtamaa; Jaakola, Peltola; Hächler, Maurer; Pöysti, Kapanen, Hagman; Sallinen, Wirtanen, Huhtala; Moses, Harju, Omark; Rita, Hahl, Ben-Amor.

Salawat Ufa: Irving; Heikkinen, Kulda; Kutusow, Wassilewski; Subarjew, Wischnewski; Lekomsew; Hartikainen, Mereskin, Tolpeko; Golowanow, Chlystow, Dubrowski; Skatschkow, Kaigorodow, Pihlström; Semin, Gluchow, Slepyschjew; Pankow.

Bemerkungen: Jokerit ohne Mäki, Koukal, Aaltonen, Saari, Sillanpää (alle überzählig), Ufa ohne Stepanow, Gareyew (beide überzählig). 2. Pfostenschuss von Kutusow. 59. Timeout von Jokerit.