National League

Arno Del Curto will mit dem ZSC das Hallenstadion zum Beben bringen

Arno Del Curto will «alles verbessern»

Arno Del Curto will «alles verbessern»

Am Montag stellte sich das Davoser Urgestein den Medien und verriet seine Ziele mit dem ZSC, ob der Wechsel schon seit seinem Weggang beim HC Davos feststand und ob er wirklich nur bis Saisonende bei den Löwen bleiben will.

Die ZSC Lions sahen sich zum Handeln gezwungen und entliessen den kanadischen Trainer Serge Aubin. Geschäftsführer Peter Zahner sagt: «Es besteht die Gefahr, dass wir die Playoffs verpassen.» Und Sportchef Sven Leuenberger sagt zum Del-Curto-Coup: «Die DNA fehlt, das Team hat keine Identität.»

Arno Del Curto (62) wird ab sofort neuer Trainer der ZSC Lions. Er tritt vorerst bis Ende Saison die Nachfolge des entlassenen Serge Aubin an. Stimmt die sportliche Entwicklung, wäre eine Verlängerung des Engagements wohl nur Formsache.

Die im Vergleich zur Meister-Saison nominell nochmals besser besetzten ZSC Lions belegen nach 33 von 50 Qualifikationsspielen nur den 6. Rang. Die Reserve auf das erste Team unterhalb des Playoff-Trennstrichs (Fribourg-Gottéron/9.) beträgt derzeit nur drei Punkte. Vor eigenem Publikum sind die Zürcher als Titelverteidiger gar nur das neuntbeste Team der Liga - in dieser Hinsicht also ausserhalb der Playoff-Ränge.

In der letzten Saison hatten die ZSC Lions zu einem ähnlichen Zeitpunkt – damals war es Ende Dezember – einen Trainerwechsel vollzogen. Damals wurde bei den Zürchern das schwedische Duo Hans Wallson und Lars Johansson von nachmaligen Meistermacher Hans Kossmann abgelöst. Die Zürcher waren zum Zeitpunkt jenes Trainerwechsels als Siebter um einen Rang schlechter klassiert als aktuell. Es soll laut Geschäftsführer Peter Zahner indes kein Trend werden, dass die ZSC Lions um die Jahreswende den Trainer wechseln.

Arno Del Curto will «alles verbessern»

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Arno Del Curto ist der neue ZSC-Lions-Trainer. Am Montag stellte sich das Davoser Urgestein den Medien.

«Weiterer Rückschlag»

Die Trennung von Aubin erfolgte deshalb nach nur wenigen Monaten, weil die Klubführung keine nachhaltigen Fortschritte feststellte und die letzte Niederlage gegen Davos (1:2 n.V. am Sonntag) «einen weiteren Rückschlag» bedeutete. Dabei hatten die ZSC Lions zumindest resultatmässig davor noch einen Aufwärtstrend verzeichnet (fünf Siege aus den sechs vorangegangenen Spielen).

Dies spielte nun allerdings keine Rolle mehr, da schon seit längerem das Gesamtbild nicht mehr stimmte. «Wir sind zu nonchalant von der Einstellung her in die Saison rein gegangen», sagte Sportchef Sven Leuenberger an der Medienkonferenz im Hallenstadion. Teilweise pomadige Auftritte der ZSC Lions hatten Aubin schon nach wenigen Wochen in die Kritik gebracht. Unmutsäusserungen der Fans sowie Forderungen nach Aubins Absetzung folgten.

«Es ist die Gefahr vorhanden, dass wir die Playoffs verpassen», betonte Zahner. «Wir sahen uns nach dieser Zeit gezwungen, den Trainerwechsel zu machen, um die Saisonziele nicht zu gefährden. Die Statistiken sprechen eine entsprechende Sprache mit Steigerungspotenzial. Wir sind überzeugt, dass wir mit Arno Del Curto den Turnaround schaffen können.»

Auf dem Spieler-Markt gäbe es zu dieser Jahreszeit bei den Schweizern praktisch keine Möglichkeiten und der Ausländer-Markt sei nur sehr limitiert. «Auf der Trainerposition hingegen lag die grösste Optimierungsmöglichkeit», so Zahner.

Aktiver Spielstil gefordert

Sportchef Sven Leuenberger konstatierte mit dem Ausscheiden im Schweizer Cup und der Champions League bereits zwei verpasste Saisonziele. "Wir haben zwar die letzten eineinhalb Monate vom 'Chrampfen' her eine Steigerung gesehen. Doch die DNA fehlte, das Team entwickelte keine Identität." Die Forderung der Teamverantwortlichen ist klar: Die ZSC Lions sollen sich auf dem Eis künftig als das aktivere Team präsentieren.

Del Curto wurde als neuer Energiespender engagiert. Der impulsive Engadiner soll mit seinem ungebrochenen Eishockey-Elan und Gespür für die Spieler vor allem auch die Emotionen ins Hallenstadion zurückbringen. Intensität und Spektakel scheinen garantiert. «Je mehr wir vor dem gegnerischen Tor spielen und Chancen kreieren, desto mehr wird das Hallenstadion beben», ist Del Curto überzeugt.

Del Curto war Ende November 2018 von seinem Traineramt beim HC Davos zurückgetreten - nach 22 Jahren als Headcoach und zwei Tage nach einem Sieg bei den ZSC Lions (5:2). Bei den Zürchern wird Del Curto vom Emmentaler Michael Liniger (39) assistiert, der zuletzt in entsprechender Funktion bei den GCK Lions tätig war.

Rückkehr nach 26 Jahren

Für Del Curto ist es eine Rückkehr nach Zürich nach über 25 Jahren. Er hatte den ZSC schon zwischen 1991 und 1993 trainiert. In dieser Zeit unvergessen bleibt der Playoff-Viertelfinal von 1992. Damals stand der ZSC dem hochfavorisierten Lugano gegenüber, das seinerzeit unter John Slettvoll als Serien-Meister und Final-Abonnement als so gut wie unbezwingbar galt.

Doch der damalige Qualifikations-Siebte setzte sich in jener Best-of-5-Serie in vier Spielen durch. Im vierten Spiel am 17. März 1992 verwandelte sich das Hallenstadion in ein Tollhaus, als Wladimir Krutow im Penaltyschiessen den Triumph perfekt machte.

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