Eishockey
Jetzt hilft Kloten nur noch ein Spaghetti-Plausch

Nach dem 5:2-Sieg im dritten Finalspiel fehlt den ZSC Lions noch ein Erfolg zum Gewinn des Meistertitels. Am Samstag können sie den Sack in Kloten bereits zumachen. Es spricht kaum mehr etwas für die physisch und psychisch angeschlagenen Flyers.

Marcel Kuchta
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Kloten Flyers Cheftrainer Felix Hollenstein schwört seine Spieler ein.

Kloten Flyers Cheftrainer Felix Hollenstein schwört seine Spieler ein.

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Die Kloten Flyers stehen nach der klaren 2:5-Niederlage im dritten Finalspiel mit dem Rücken zur Wand. Und wenn es bei den Fliegern auf dem Eis nicht mehr nach Wunsch klappt, dann kommt quasi als Notmassnahme der Spaghetti-Plausch zum Einsatz.

Schon in den 1990er-Jahren brachte dieses Geheimrezept den gewünschten Erfolg. Damals war Felix Hollenstein Captain der Flyers und lud in Krisenzeiten die gesamte Mannschaft zu sich nach Hause ein, wo man bei Spaghetti und Bier meistens ohne Anwesenheit der Trainer über allfällige Notmassnahmen beriet. Im Hause Hollenstein wurden auch schon Trainerentlassungen orchestriert.

Nun herrscht in Kloten wieder Ausnahmezustand. Die Flyers sind noch eine Niederlage vom Saisonende entfernt. Bei der 2:5-Niederlage im Hallenstadion zeigten die Flieger zwar über weite Strecken eine kämpferisch tadellose Leistung, begingen jedoch in der Defensive ungewohnt viele Fehler.

Doch selbst angesichts des 0:3-Rückstands zu Beginn des Mitteldrittels steckten die Klotener nicht auf und hatten sogar die Chance, nach dem schnellen Anschlusstreffer zum 1:3, während vier Minuten in Überzahl zu spielen.

Doch statt noch einmal ins Spiel zurückzukehren, liessen sich die Flyers kalt erwischen. Dan Fritsche entwischte in Unterzahl und traf zum 4:1 für die Lions. Das war der Todesstoss für die Flughafenstädter. «Dieses Gegentor hat uns den Stecker rausgezogen», bestätigte auch Flyers-Headcoach Felix Hollenstein.

Und was jetzt? Kommt es zu einem Comeback des konspirativen Spaghetti-Plauschs «chez Hollenstein»? «Ich werde mir sicher etwas überlegen», liess sich der Flyers-Trainer jedoch nicht in die Karten blicken. Klar ist, dass seine physisch und psychisch angeschlagene Mannschaft einen Impuls benötigt.

«Noch ist nichts verloren. Am Samstag findet das nächste Finalspiel statt. Und wir freuen uns darauf», so Hollenstein. Auch Flyers-Captain Victor Stancescu wollte die Frage nach einer allfälligen ZSC-Meisterfeier in der Kolping-Arena nicht beantworten.

«Das interessiert uns überhaupt nicht. Wir werden alles aus unseren Körpern herauspressen, damit wir dieses Spiel gewinnen werden.»

Fragt sich nur, was die Kloten Flyers gegen diese starken ZSC Lions noch ausrichten können. Die Mannschaft von Trainer Marc Crawford ist unglaublich ausgeglichen besetzt, es sind kaum Schwächen auszumachen. Während die Flieger den Ausfall eines Nationalverteidigers wie Patrick von Gunten schmerzhaft spüren, haben die Zürcher immer noch einen personellen Trumpf im Ärmel. Der slowakische Verteidiger Jan Tabacek, der den verletzten Marc-André Bergeron ersetzt, spielt so, als wäre er schon die ganze Saison ein wichtiger Bestandteil des ZSC-Kollektivs.

Übrigens: In der Schweizer Playoff-Geschichte gab es erst einen 4:0-Sweep in einer Finalserie. 2002 besiegte der HC Davos die...ZSC Lions ohne eine einzige Niederlage. Gut möglich, dass sich die Geschichte am Samstag wiederholt. Es spricht kaum mehr etwas für die Kloten Flyers.

Public Viewing im Hallenstadion

Am Samstagabend öffnet das Zürcher Hallenstadion extra seine Pforten für ZSC-Fans, welche kein Billet für das Spiel in Kloten ergattert haben. 10 Franken kostet der Eintritt für das Public Viewing. Im Falle eines ZSC-Meistertitels wird es danach in der «Halle» mit Sicherheit hoch zu und her gehen.

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