Playoffs
Huras: «Wir sind besser als vor einem Jahr»

Am Dienstag starten die Halbfinal-Playoffs – unter anderem mit dem Knüller Kloten gegen Bern. SCB-Trainer Larry Huras sagt, weshalb er sein Team stärker einschätzt als vor einem Jahr, und hofft, dass eine alte Weisheit nicht stimmt.

Klaus Zaugg
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Larry Huras erwartet mit Kloten ein «anderes Kaliber» als Langnau es war

Larry Huras erwartet mit Kloten ein «anderes Kaliber» als Langnau es war

Keystone

Larry Huras, Hand aufs Herz: Haben die SCL Tigers den SC Bern in den Viertelfinals bis ans Limit gefordert?

Larry Huras: Nein. Die Langnauer haben uns zwar stark gefordert. Aber wir mussten nicht ans Limit gehen.

Das wird gegen die Kloten Flyers anders sein.

Oh ja, die sind ein anderes Kaliber.

Was muss gegenüber den Spielen gegen Langnau besser werden?

Wir waren in der Lage, die Spiele gegen Langnau zu kontrollieren. Aber unsere Chancenauswertung war ungenügend. Wir können gegen Kloten nicht mehr davon ausgehen, dass wir wieder 25 oder mehr Torchancen pro Spiel bekommen. Vielleicht werden es noch 15 bis 18 sein. Und wir spielten zu undiszipliniert. Es darf gegen Kloten nicht mehr sein, dass wir in doppelte Unterzahlsituationen geraten.

Sind die vielen Strafen – allein 24 Zweiminutenausschlüsse – auch darauf zurückzuführen, dass Ihre Spieler die Langnauer nicht ganz ernst genommen haben?

Nein. Die Langnauer haben uns mit den zwei Siegen in der Qualifikation sehr geholfen. Keiner hat deshalb diese Mannschaft unterschätzt. Die vielen Strafen waren eher die Folge von zu starker Motivation und der Tendenz, zu viel zu wollen.

Sie sagten, Kloten seien ein anderes Kaliber. Was ist anders?

Die Klotener sind schneller und haben mehr Talent als die Langnauer. In der Spielanlage sind sie uns ähnlich. Sie sind defensiv gut organisiert, sie fahren direkte Linien in der neu-tralen Zone, die Gegenangriffe kommen schnell und das Forechecking ist fast gleich. Worauf wir achten müssen: Die Verteidiger sind kreativ und rücken mit in die Offensive auf.

Die Flyers sind wahrscheinlich sogar schneller als die grossen, bösen Bären und Trainer Anders Eldebrink kann auf die alte Hockey-Weisheit «speed kills» bauen: Tempo besiegt Grösse und Kraft und Wasserverdrängung.

Es stimmt, wir sind grösser und kräftiger. Aber wir sind nicht nur gross und kräftig, wir sind auch schnell.

Ihre Mannschaft wirkt in lichten Momenten defensiv solide wie ein NHL-Team – aber es fehlt der offensive Glamour.

Das scheint nur so, weil wir unsere Torchancen im Viertelfinal nicht gut genützt haben.

Wie schätzen Sie die Mannschaft im Vergleich zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr ein?

Wir sind besser als vor einem Jahr. Weil wir als Mannschaft kompakter und damit defensiv besser geworden sind. Wir haben zwar Roman Josi verloren, aber Joel Kwiatkowski wird immer besser und kann in unserem Powerplay mehr und mehr eine ähnliche Rolle wie Josi übernehmen.

Können Travis Roche und Brett McLean morgen wieder spielen?

Ja, bis auf Vigier sind alle Ausländer einsatzbereit. Vigier trainiert bereits und kann in rund zehn Tagen wieder spielen.

Er ist Ihr Liebling. Spielt er auch nächste Saison beim SC Bern?

Ich denke, dass wir einen Weg finden, seinen Vertrag zu verlängern.