Eishockey NLA
Goodbye Sulo: Die ZSC-Torhüterlegende sagte heute Tschüss

Heute Samstag wird eine der prägendsten Figuren unseres Eishockeys der letzten Jahre offiziell verabschiedet: Ari Sulander. Die Torhüter-Legende der ZSC Lions wird im Heimspiel gegen Ambri-Piotta für ihre Verdienste gewürdigt.

Marcel Kuchta
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So wie ihn alle in Erinnerung halten: Ari Sulander wehrt im Goal Schuss um Schuss ab. Während der Gegner am Boden liegt, behält der coole Finne den Überblick.
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Ari Sulanders Abschiedsspiel im ZSC-Dress ist fixiert
Gestürm vor Sulander, der Finne behält den Überblick.
Ari Sulander
Ari Sulander Ari Sulander
Goodbye Sulo: Sulanders letzter beim ZSC
Sulander kassiert den Treffer. Es war im Jahr 2009 im Spiel gegen Fribourg. Der Zürcher Torhüter Sulander kassiert den Treffer zum 0:2, Fribourg-Stürmer Sprunger (r.) schaut zu

So wie ihn alle in Erinnerung halten: Ari Sulander wehrt im Goal Schuss um Schuss ab. Während der Gegner am Boden liegt, behält der coole Finne den Überblick.

Keystone

Der inzwischen eingebürgerte Finne wurde mit den Zürchern viermal Meister (einmal als Ersatzgoalie), gewann die Champions League und den Victoria-Cup. Drei seiner ehemaligen ZSC-Weggefährten erinnern sich an spezielle Momente mit «Sulo».

Ari Sulander: Die Fakten

Geburtsdatum: 6.1.1969 in Helsinki

Klubs: Jokerit Helsinki (1987 bis 1997). ZSC Lions (1998 bis 2012).

NLA-Statistik: 611 Spiele, 35 Shutouts.

Erfolge: Finnischer Meister 1992, 94, 96 und 97 mit Jokerit. Schweizer Meister 2000, 2001, 2008 und 2012 sowie Champions-League-Sieger 2009 und Victoria-Cup-Gewinner 2010 mit den ZSC Lions. Weltmeister 1995 und Olympia-Bronze-Gewinner 1998 mit Finnland.

Mathias Seger (langjähriger Mitspieler, nun Captain)

Meine erste Begegnung: Ich stiess 1999 als 22-jähriger Jüngling aus Rapperswil zur Mannschaft und musste erst einmal meinen Platz finden in diesem Team. Sulo gehörte zu den vielen grossen Persönlichkeiten bei den Lions und führte mich bald einmal ein in den harten Kern des Teams, zu dem Spieler wie Micheli, Zeiter oder Salis gehörten.

Prägendes Ereignis: Prägend war für mich vor allem das, was er ausgestrahlt hat: diese Ruhe und Sicherheit. Wir Spieler entwickelten ein unglaubliches Vertrauen in seine Fähigkeiten. Das ging sogar so weit, dass wir uns freuten, wenn er mal ein faules Ei kassierte. Denn dann wussten wir: Jetzt macht er den Laden dicht.

Besonders geschätzt: Als sein langjähriger Jasspartner habe ich dank ihm viel Geld gewonnen (lacht). Wir wurden eigentlich zufällig zu einem Team am Jasstisch. Ich nahm damals einfach den Platz von Peter Jaks ein.

Simon Schenk (ehemaliger Sportchef der ZSC Lions)

Meine erste Begegnung: Ich hatte Sulo verpflichtet, ohne ihn vorher einmal persönlich getroffen zu haben. 1998, während der Eishockey-WM in der Schweiz, haben wir uns dann im Teamhotel der Finnen in Regensdorf erstmals gesehen und zwei Stunden miteinander geredet. Er sprach kaum Englisch und ich natürlich kein Finnisch. Wir haben uns also mit Händen und Füssen unterhalten, aber auch ohne Worte sofort sehr gut verstanden. Dieses blinde Verständnis hielt sich eigentlich während all der Jahre.

Ein prägendes Ereignis: Da gab es Unzählige. Was er für die ZSC Lions geleistet hat, ist unglaublich. Er war immer unser Fundament und hat so konstant so gut gespielt, dass man fast von einer Verfälschung der Meisterschaft sprechen musste.

Besonders geschätzt an ihm: Sulo war kein Mann der grossen Worte, kein grosser Kommunikator. Er hat vor allem seine Leistungen auf dem Eis sprechen lassen.

Edgar Salis (ehemaliger Mitspieler, jetziger Sportchef)

Meine erste Begegnung: Das war während der WM 1998 im Teamhotel, wo wir Schweizer zusammen mit den Finnen einquartiert waren. Wir fuhren zufällig zusammen im Lift und sprachen kein Wort miteinander. Er kannte mich nicht, aber ich wusste: Das ist also unser neuer ZSC-Goalie.

Ein prägendes Erlebnis: Wir haben relativ schnell Freude aneinander bekommen, weil wir aus einem ähnlichen Holz geschnitzt sind. So hat sich eine Freundschaft entwickelt. Leider hat unsere Beziehung nach meinem Rücktritt gelitten. Einerseits dadurch, dass ich beruflich so stark absorbiert war und wir nur noch wenig Kontakt hatten. Andererseits dadurch, dass ich als Sportchef sein Vorgesetzter wurde.

Besonders geschätzt: Seine Bodenständigkeit war für mich immer ein sehr eindrücklicher Charakterzug. Und natürlich seine Klasse als Torhüter: Dank ihm wurde ich zweimal Meister. Das sind Erinnerungen, die dir niemand mehr wegnehmen kann.