Die Meinungen im Schweizer Lager nach dem knappen Erfolg im Startspiel teilten sich. "Komisch, immer gegen uns haben die Torhüter ihre starken Tage", sagte Stürmer Simon Moser. "Wir müssen lernen, dass die Goalies nach den Spielen gegen uns nicht immer zu den besten Spielern gewählt werden", fügte Trainer Patrick Fischer an.

Österreichs Torhüter Bernhard Starkbaum gelang tatsächlich eine Glanzleistung. Mit zwei unglaublichen Paraden hielt er seine Mannschaft im Spiel: Zuerst wehrte er einen Schuss von Joël Vermin mit dem Schoner in der Luft ab, später stoppte er einen Abschluss von Nino Niederreiter mit der Kelle.

Aber nichtsdestotrotz vergaben die Schweizer reihenweise Chancen. 41:19 lautete das Schussverhältnis zu Gunsten der Schweizer. "Wir können es noch tausend Mal sagen, aber vor dem Tor müssen wir einfach cooler sein", so Moser. Fischer sagte dazu: "Wir müssen lernen, solche Spiele sicher nach Hause zu bringen."

Die Ruhe behielt am Ende Enzo Corvi. Der Churer packte in der 64. Minute einen "Zaubertrick" (Fischer) aus und bezwang Starkbaum mit einem wunderschönen Dribbling. "Enzos Coolness war unglaublich", lobte Reto Schäppi seinen Teamkollegen für die spielentscheidende Aktion. Bereits das 1:0 von Nino Niederreiter hatte Corvi wunderschön vorbereitet.

Nach dem ersten (!) Sieg gegen Österreich an einer WM seit 25 Jahren überwog am Ende im Schweizer Lager trotzdem die Erleichterung. "Der Sieg ist sicher gerechtfertigt. Wir hatten das Spiel über weite Strecken unter Kontrolle, machten uns das Leben mit der Strafe aber selbst schwer", sagte Reto Schäppi.

In der Tat: Bis zum Kniestich von Sven Andrighetto nach 32 Minuten gegen Steven Strong hatten die Schweizer die Partie im Griff. Nichts hatte bis dahin auf einen engen Ausgang hingedeutet. Doch der Anschlusstreffer der Österreicher durch Ambri-Piottas Dominic Zwerger brachte den Aufsteiger in die Partie zurück. Dank Corvis Coolness jubelten am Schluss dennoch die Schweizer.