Irgendwann zwischen 22 Uhr und Mitternacht, bei einer Verlängerung vielleicht noch später, wird feststehen, wer gegen den EV Zug ab Donnerstag um den Meistertitel spielen wird. Der SC Bern und der EHC Biel haben sich bisher ein Duell auf Augenhöhe geliefert. Nachdem die Berner am Samstag das Ausscheiden mit einem 1:0-Sieg in extremis abwenden konnten, sind sie – zumindest auf dem Papier – psychologisch im Vorteil.

Die beiden finnischen Head-Coachs der Kontrahenten, Kari Jalonen (Bern) und Antti Törmänen (Biel) freuen sich jedenfalls auf das siebente Spiel. Beide gaben ihrem Team am Sonntag frei und strahlen Zuversicht aus. «Wir haben nichts zu verlieren, wie verfügen über die grösseren Kraftreserven, wir sind läuferisch viel stärker», sagt Törmänen.

Jalonen sagt, dass diese hochstehende Halbfinalserie nichts anderes als ein siebtes Spiel verdient habe. Nach dem letzten Samstag ist Jalonen überzeugt, dass sich sein Team, der Favorit, am Ende doch noch durchsetzt. Jalonen: «Der Schlüssel ist, über 60 Minuten gut zu spielen. In Biel ist uns das zum ersten Mal gelungen.»

31 Mal

gewann das Heimteam in der Schweizer Playoff-Ära das entscheidende Spiel einer Best-of-7-Serie – in insgesamt 38 Duellen. Lediglich siebenmal triumphierte also das Auswärtsteam, davon viermal die ZSC Lions – zuletzt im vergangenen Frühling im entscheidenden Finalspiel in Lugano (2:0). Zweimal schaffte Davos dieses Kunststück, einmal Kloten. Diese Statistik sollten sich die Bieler lieber nicht zu Gemüte führen.

167 Minuten

stand der SC Bern im Vergleich zu den Bielern in den laufenden Playoffs länger auf dem Eis. Während sich die Seeländer im Viertelfinal gegen Ambri mit 4:1 Siegen jeweils in der regulären Spielzeit durchsetzten, mussten die Berner in ihrer Serie gegen Servette sechsmal ran und dabei noch viermal in die Verlängerung. 832:40 Minuten beträgt die totale Playoff-Einsatzzeit des SCB, 665:48 Minuten jene des EHCB.

0,34 Gegentore

pro Spiel kassierte Biels Goalie Jonas Hiller während der Playoffs mehr als sein Berner Gegenüber Leonardo Genoni. Während der SCB-Schlussmann nach zwölf Playoff-Partien den sensationellen Gegentor-Schnitt von 1,74 aufweist, ist auch Hillers Wert mit 2,08 mehr als respektabel. Noch besser sind die jeweiligen Fangquoten: Genoni hat 94,37 Prozent der Schüsse auf sein Tor gehalten, Hiller 93,45 Prozent.

20 Prozent

beträgt die Quote der verwerteten SCB-Powerplays in den Playoffs. Damit sind die Berner genau im Liga-Durchschnitt. Mit 15,38 Prozent gehören die Bieler diesbezüglich zu den schwächsten Teams. Mit nur 60 Prozent Erfolgsquote sogar mit Abstand am schwächsten sind die Seeländer punkto Unterzahlspiel. Mit 79,41 Prozent bewegt sich in dieser Sparte aber auch der SC Bern unterhalb des durchschnittlichen Werts.

0 Treffer

erzielte der SC Bern 2007 im siebten und entscheidenden Playoff-Final gegen den HC Davos und verlor mit 0:1. Im Tor der Bündner damals? Jonas Hiller. Der aktuelle Biel-Goalie verliess nach dieser grandiosen Vorstellung die Schweiz in Richtung Nordamerika, wo er für die Anaheim Ducks und die Calgary Flames insgesamt 437 NHL-Partien bestritt, ehe er 2016 wieder in seine Heimat zum EHC Biel zurückkehrte. Vielleicht hilft die Erinnerung.

2 Heimspiele

von insgesamt sechs hat der SC Bern in den laufenden Playoffs gewinnen können. Viermal gingen die Mutzen als Verlierer vom Eis in der heimischen Postfinance-Arena. Im Viertelfinal gegen Servette gabs ein 0:2 und ein 2:3 nach Verlängerung. Gegen die Bieler setzte es eine 2:4- und eine 0:2-Niederlage. Diese Bilanz darf dem Gastteam also durchaus Grund zu Optimismus verleihen.

225 Bullys

hat Berns Mittelstürmer Nummer eins, Mark Arcobello, während der Playoffs bestritten und 56 Prozent davon zu seinen Gunsten entschieden. Bei den Bielern stand Dominik Diem bisher am häufigsten am Anspielpunkt (155) und verlor aber über die Hälfte dieser Duelle (51,61 Prozent). Auch in der Gesamtbilanz liegen hier die Berner vorne: Sie gewannen 53,52 Prozent aller Bullys, die Bieler lediglich 46,17 Prozent.