EHC Olten

Fredrik Söderström und der Kampf mit den Autotüren

Garry Nunn ist in Pruntrut wieder im Einsatz.

Garry Nunn ist in Pruntrut wieder im Einsatz.

Der EHC Olten steht am Samstagabend in Pruntrut auf dem Prüfstand. Das Duell gegen Leader Ajoie wird für die Mannschaft von Trainer Fredrik Söderström zum Härtetest. Der Schwede kann dabei personell endlich wieder etwas aus dem Volleren schöpfen.

Welches ist der wahre EHC Olten? Derjenige, der im Heimspiel gegen den EHC Kloten mit 0:2 verlor, aber eine gute Leistung zeigte? Derjenige, der im Auswärtsspiel in Sierre mit 3:1 gewann, aber keine sonderlich gute Figur abgab? Oder derjenige, der gegen Thurgau 6:2 gewann, dabei aber zwei komplett unterschiedliche Gesichter zeigte - im Guten wie im Schlechten.

Im Training top, im Spiel flop

Auch EHCO-Headcoach Fredrik Söderström ist immer noch dabei, seine Mannschaft und ihre Tücken kennenzulernen. Auch er steht bisweilen vor einem Rätsel, weshalb die Spieler im Training alles nach Plan ausführen und sich auch im Powerplay von der entschlossenen Seite zeigen, um dann im Ernstkampf scheinbar alles wieder zu vergessen. Der Schwede beschreibt das Phänomen recht treffend: "Es kommt mir so vor, wie wenn ich bei einem Auto die rechte Hintertüre schliesse, dafür aber die linke Vordertüre aufgeht. Und wenn ich die linke Vordertüre schliesse, öffnet sich dafür der Kofferraum. Und so weiter."

Söderström ortet das Problem darin, dass sich die Spieler vermutlich selber zu sehr unter Druck setzen. Und sich dann nicht an das eigene System halten, sondern sich dem Gegner anpassen. "Dabei", betont der EHCO-Trainer, "müssen wir lernen, unser eigenes Spiel durchzusetzen. Wir müssen selbstbewusster auftreten."

EHCO-Trainer Fredrik Söderström. Bild: Marc Schumacher/Freshfocus

EHCO-Trainer Fredrik Söderström. Bild: Marc Schumacher/Freshfocus

Dass die Automatismen auch nach zehn Meisterschaftsspielen noch nicht wirklich funktionieren, kommt für Fredrik Söderström indes nicht ganz überraschend. Die vielen verletzungsbedingten Absenzen haben den Trainer-Staff immer wieder zu Umstellungen gezwungen. "Eine einzige Verschiebung wirkt sich dann auf die ganze Mannschaft aus", sagt Söderström.

Das Lazarett lichtet sich

Nun zeichnet sich an der Personalfront aber Entspannung ab. Die in Sierre noch fehlenden Garry Nunn und Dan Weisskopf werden in die Mannschaft zurückkehren. Damit fehlen nur noch Anthony Rouiller und Stan Horansky. Rouiller trainiert bereits wieder im roten "Kein-Kontakt"-Shirt mit. Sein Comeback ist aber immer noch ein paar Wochen entfernt. Der Offensivverteidiger tastet sich nach seiner Schulterverletzung langsam wieder heran. Bei ihm wird entscheidend sein, wie sich die Schulter bei hartem, gegnerischem Kontakt verhält.

Bei Stan Horansky wäre die Rückkehr im besten Fall anlässlich des Cup-Knallers gegen die SCL Tigers (Sonntag, 20. Oktober) möglich. Aber auch hier ist noch alles offen.

So oder so freut sich Fredrik Söderström darauf, personell hoffentlich bald aus dem Vollen schöpfen zu können. "Die Spieler werden den Konkurrenzkampf spüren", sagt der Schwede, der betont, dass er auch vor unpopulären Massnahmen nicht zurückschrecken werde. Es gibt den einen oder anderen grossen Namen in der Mannschaft, der sich nicht wundern dürfte, wenn er plötzlich mal auf der Tribüne Platz nehmen müsste.

Matthys im Tor, die Rytz-Gebrüder trauern

In Pruntrut wird wieder der zuletzt überzeugende Silas Matthys im Tor der Oltner stehen. Das macht nicht nur aufgrund der konstant guten Leistungen des Goalies Sinn, sondern leider auch noch aus einem traurigen Grund. Der Vater von Torhüter Simon Rytz und von Captain Philipp Rytz ist diese Woche gestorben. Die beiden Rytz-Brüder werden gegen Ajoie im Aufgebot stehen, Simon aber als Ersatzmann auf der Bank Platz nehmen.

Apropos B-Lizenz-Spieler: EHCO-Sportchef Marc Grieder erklärte, weshalb die beiden Langnauer Tim Grossniklaus und Jules Sturny mittlerweile für den EHC Kloten auflaufen - obwohl es ja anscheinend eine Vereinbarung zwischen Olten und den SCL Tigers gibt. Diese betrifft jedoch nur die beiden U20-Spieler Keijo Weibel und Joel Salzgeber. Grossniklaus und Sturny wurden dem EHCO auch angeboten, doch aus verschiedenen Gründen (u.a. auch finanzielle) verzichtete Grieder auf eine temporäre Verpflichtung.

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