Kloten blickt bislang auf eine desaströse Saison zurück. Die Zürcher Unterländer gewannen bloss 16 der 56 Partien in der Qualifikation sowie der Abstiegsrunde und gingen im Abstiegs-Playoff gegen Ambri-Piotta mit 1:4 Siegen unter.

Ein solcher Absturz hatte angesichts des Kaders mit Topspielern wie Denis Hollenstein und Vincent Praplan nicht erwartet werden können.

"Von aussen sieht es vielleicht immer einfach aus", sagte der Klotener Keeper Luca Boltshauser, von dem in der Ligaqualifikation einiges abhängen wird.

        

"Es ist nie einfach aus einer solch negativen Spirale herauszukommen. In einigen Partien hat uns auch das Glück gefehlt, und irgendwann ist das Selbstvertrauen dann am Boden."

Nach dem Scheitern gegen Ambri zogen die Verantwortlichen zum zweiten Mal in dieser Saison die Reissleine. Trainer Kevin Schläpfer, der Ende Oktober als Nachfolger des entlassenen Pekka Tirkkonen bis 2020 verpflichtet worden war, wurde suspendiert und durch den ehemaligen Klotener Sportchef André Rötheli ersetzt. "Wenn jemand Neues kommt, gibt es immer einen frischen Wind. Das ist sicher gut", so Boltshauser.

Grund allzu viel zu ändern, sieht er allerdings nicht. "Wir haben eine super Mannschaft, auch wenn wir es bisher nicht zeigen konnten. Es bleibt uns nicht anderes übrig, als alles zu geben und irgendwie zu versuchen, den Karren herumzureissen. Ich bin positiv gestimmt. Ich bin der Meinung, dass wir besser sind als die Lakers." Dass viele Spieler den Verein nach der Saison verlassen und sich das negativ auswirken könnte, glaubt Boltshauser nicht: "Jeder hat seinen Stolz."

              

Lakers wie SCL Tigers 2015?

Diametral anders präsentiert sich die Gefühlslage bei den Lakers, die nicht nur die eigene Liga nach Belieben dominiert haben, sondern auch den Schweizer Cup dank Siegen gegen Lugano (3:0), Zug (5:1) und im Final gegen Davos (7:2) für sich entschieden. Dort bewiesen sie eindrücklich, dass sie problemlos dazu fähig sind, das höhere Tempo der National League mitzugehen.

Die St. Galler haben bereits vor der Saison klar kommuniziert, dass für sie nur der Aufstieg zählt. "Ich finde es das einzig Richtige, nicht um den Brei zu reden", sagte der Rapperswiler Captain Antonio Rizzello.

Deshalb war die Feier am vergangenen Freitag nach dem Gewinn des Meistertitels in der Swiss League nicht sehr ausgelassen. "Stolz ist sicher da", so Rizzello.

Faktisch seien sie aber einfach eine Runde weitergekommen. Das sei in den Gesprächen nach dem entscheidenden Sieg zu spüren gewesen. So drehte sich rasch alles um Kloten.

Ein entscheidender Faktor für die bisherigen Erfolge ist für Rizzello der Umgang innerhalb der Mannschaft, die gezielt verstärkt wurde und mit Melvin Nyffeler über einen überragenden Goalie verfügt.

Jeder gönnt dem anderen den Erfolg, es ist ein miteinander. "Wir konnten untereinander offen und ehrlich reden, rückten immer näher zusammen und sind nun an dem Punkt, an dem wir sein wollen."

Rapperswil befindet sich im Höhenflug

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Rizzello weiss, wie sich die Klotener fühlen. Vor drei Jahren befand er sich mit den Lakers in der gleichen Lage und stieg in der Folge nach einem 0:4 gegen die SCL Tigers ab. Die Emmentaler hatten die damalige NLB ebenfalls deutlich dominiert.

Insofern gibt es durchaus Parallelen. "Bei Kloten geht es um die Existenz, bei uns um unsere Träume", erklärte Rizzello. Aber natürlich hätten auch sie Druck. "Wir müssen uns aber nicht gross darum kümmern, wie sie auftreten. Am Ende wird es darum gehen, wer besser mit dem Druck umgehen kann, wer es mehr will und wer eine Spur mehr Glück hat."