Eishockey
«Es ist wie bei einem Bullenkampf»

Die Kloten Flyers plagen vor dem heutigen, dritten Finalspiel in Davos Verletzungssorgen. Neben Micki Dupont, Denis Hollenstein hat sich mit Topskorer Tommy Santala ein weiterer wichtiger Spieler verletzt.

Dean Fuss
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Was ist hier falsch? Nicht der Klotener Spieler (Samuel Walser), sondern der Puck soll ins Davoser Tor. eq

Was ist hier falsch? Nicht der Klotener Spieler (Samuel Walser), sondern der Puck soll ins Davoser Tor. eq

Für die Kloten Flyers mehren sich die schlechten Nachrichten im Kampf um den Meistertitel. Im Playoff-Final gegen den HC Davos liegen die Zürcher Unterländer nach dem 1:2 vom letzten Samstag mit 0:2 Siegen zurück.

Neben Micki Dupont und Denis Hollenstein hat sich mit Topskorer Tommy Santala ein weiterer wichtiger Spieler verletzt. Der Finne erlitt nach einem (ungeahndeten) Stockschlag von Reto von Arx einen Bruch des linken Zeigefingers. Ob der Finne heute Abend ausfällt, wird sich erst nach dem heutigen Warm-up oder kurz vor dem Spiel entscheiden.

Genauso verhält es sich bei den Spekulationen um mögliche Einsätze von Dupont und Hollenstein, die gestern beide mit der Mannschaft das Abschlusstraining bestritten. «Es kommt auch darauf an, wie gross seine Schmerzen nach dem harten Training sind», kommentierte Kloten-Trainer Anders Eldebrink die Comeback-Chancen von Offensiv-Verteidiger Dupont. «Ein allfälliges Out von Santala wäre schon nicht einfach», sagte Flyers-Stürmer Mathias Bieber, betonte aber: «Wir haben ein gutes Team, das auch einen solchen Ausfall auffangen kann.»

Aus 50 Chancen ein Treffer

Neben den Verletzungssorgen plagen die Flyers aber vor allem Sorgen bezüglich Chancenauswertung. Aus sagenhaften 50 Schüssen auf das Gehäuse von HCD-Goalie Leonardo Genoni resultierte gerade einmal ein Volltreffer.

Die Scheiben fallen nicht mehr so einfach rein, wie sie das während der Qualifikation teilweise getan haben. «In den Playoffs versucht natürlich jeder Gegner noch etwas mehr, dich nicht aufs Tor schiessen zu lassen», setzt Bieber zu einem Erklärungsversuch an.

Die Trefferquote des 25-jährigen ist sinnbildlich für die «Tor-Impotenz» der Flieger: In der Qualifikation hat er bei 92 Schüssen 19 Treffer realisiert, was einer Quote von 20,65% oder jedem fünften Schuss entspricht. In den Playoffs hat sich dieser Wert Biebers mehr als halbiert: Aus 30 Torschüssen resultierten nur noch zwei Treffer (6,67%).

«Es ist wichtig, dass wir für noch mehr Verkehr vor Genoni sorgen und schneller auf die Abpraller reagieren», beschreibt Bieber den Weg zurück zum Erfolg. Insgesamt brauche es mehr Coolness vor dem gegnerischen Tor, sind sich Bieber und Eldebrink einig.

Der Trainer hat seine Spieler nach dem letzten Spiel dazu aufgefordert, die Pucks öfters hoch aufs Tor zu bringen und Butterfly-Goalie Genoni nicht mit tiefen Schüssen auf seine Schoner einzudecken.

Kloten hat nun fünf der letzten sechs Spiele verloren. Dennoch betont Eldebrink: «Viel besser als am Samstag können wir nicht spielen. Wenn wir so weitermachen und unsere Effizienz steigern, dann stehen unsere Chancen sehr gut. Es ist wie bei einem Bullenkampf, wenn ein Bulle aggressiv kämpft, dann wird der andere automatisch in die Defensive gedrängt.»

Auch für Bieber sind diese fünf Niederlagen kein Problem: «Wir nehmen generell Spiel für Spiel. Egal was war, egal was kommt. Wir machen uns nicht gross Gedanken.»

Mehr als Playoff-Floskeln?

So sehr diese Äusserungen nach typischen Playoff-Floskeln tönen: Sowohl Eldebrink, als auch Bieber strahlen die proklamierte Überzeugung von der eigenen Chance aus. Offenbar praktizieren die Flyers tatsächlich, was in Biebers Worten so klingt: «Sobald ein Spiel vorbei ist, nehmen wir das Gute mit und vergessen den Rest.»