"Er hat nicht aufgehört zu schreien. Also muss er ziemlich glücklich gewesen sein. Alle von uns haben da schonmal durchmüssen. Es ist nie lustig", kommentierte Minnesota-Captain Mikko Koivu die Erlösung seines Teamkollegen. 

"Er hat in den Himmel geschaut. Es war toll. Wir sind alle glücklich für ihn. Wir haben es alle schon erlebt, jeder Torjäger. Jetzt hat er endlich wieder ein wenig Farbe im Gesicht", meinte Wild-Topskorer Zach Parise lächelnd. Wie sehr sich seine Teamkollegen freuten, zeigte sich, als Niederreiter nach seinem Tor die traditionelle Gratulationstour entlang der Spielerbank vollzog. Alle riefen "Nino, Nino, Nino!"

Minnesota-Trainer: "Jetzt können wir das endlich abhaken"

"Es ist ein Zeichen dafür, wie gross der Zusammenhalt in dieser Mannschaft ist", beschrieb Wild-Headcoach Bruce Boudreau besagte Szene. "Die Jungs haben sich mehr für Nino gefreut als über das Tor an sich. Jedesmal, wenn er wieder eine Chance vergeben hatte, konnte man das "Ohhhh" auf der Bank hören. Jetzt können wir das endlich abhaken." 

Und was sagt der Torschütze selber? "Es ist eine grosse Erleichterung. Endlich hat das Warten ein Ende. Ich habe irgendwie total vergessen wie es ist, wenn man ein Tor erzielt", beschrieb Nino Niederreiter seine Gefühlslage nach dem 3:1-Sieg seiner Mannschaft bei den Los Angeles Kings.

Das sagt der Torschütze und seine Teamkollegen.

Nimmt man die letzte Saison mit in die Rechnung, dann musste "El Nino" insgesamt 28 NHL-Spiele auf einen Torerfolg warten. 15 Partien in der aktuellen Kampagne, 5 Playoff-Spiele und 8 Partien am Ende der vergangenen Qualifikation. Am 24. März hatte er seinen letzten NHL-Treffer bejubeln dürfen - also vor über sieben Monaten.

Für einen Spieler wie Niederreiter, der einen Grossteil seines Jahressalärs von über 5 Millionen US-Dollar vor allem deshalb verdient, weil er ein designierter Goalgetter ist, waren die vergangenen Wochen und Monate deshalb mental besonders zermürbend.

Nun stand er gegen die Los Angeles Kings endlich mal wieder am richtigen Ort. Dort, wo ein Spieler seines Schlags eben zu Hause ist. Im Powerplay, im Slot vor dem gegnerischen Tor. Niederreiter traf den Puck nicht einmal richtig, doch irgendwie fand er den Weg vorbei an Kings-Goalie Jack Campbell.

Nino Niederreiters erster Saisontreffer.

Im ersten Augenblick realisierte der Schweizer Nationalspieler denn auch gar nicht, dass er eben sein erstes Saisontor erzielt hatte. Aber umso grösser war der Jubel, nachdem er erkannt hatte, dass der Affe endlich runter ist von seinem Rücken - wie man das in Nordamerika gerne sagt, wenn einem nach langem Warten etwas gelingt.

Bei den Wild hofft man nun, dass es ihrem Sorgenkind nun endlich "anhängt." Nino Niederreiter ist bekannt dafür, dass er in einen Lauf kommt, in welchem ihm das Toreschiessen leichter fällt. Er sagt rückblickend: "Es war sehr frustrierend für mich. Es ist schwierig, in solchen Phasen positiv zu bleiben. Aber das Gute war, dass die Mannschaft auch ohne meine Tore gewonnen hat. Das hat es etwas einfacher gemacht für mich."