Eishockey
Eldebrink: «Dann bin ich der Tubel»

Kloten-Flyers-Trainer Anders Eldebrink (50) spricht im Hinblick auf das siebte Halbfinalspiel gegen den SC Bern von einem «Krieg».

Marcel Kuchta
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Anders Eldebrink glaubt an seine Mannschaft

Anders Eldebrink glaubt an seine Mannschaft

Anders Eldebrink, Sie haben gestern eine Sportmesse besucht. Wären Sie nicht besser in eine kirchliche Messe gegangen? Ihr Team könnte göttlichen Beistand gebrauchen.

Anders Eldebrink: (lacht) So weit sind wir zum Glück noch nicht. Ich gehe sowieso nicht gerne in die Kirche. Da ist mir die Stimmung zu depressiv, da bekomme ich schlechte Gefühle.

Schlechte Gefühle haben Ihnen zuletzt auch Ihre Spieler beschert. Was ist los mit Ihrer Mannschaft?

Bern war in den letzten beiden Spielen besser als wir. Sie haben härter gearbeitet als wir.

Was kann Ihre Mannschaft tun, um mit der harten Gangart der Berner wieder zurecht zukommen?

Es ist eine Tatsache, dass wir viele kleinere Spieler in der Mannschaft haben. Wir können nicht so spielen wie der SCB. Wenn wir das versuchen, dann verlieren wir. Wir müssen unsere Qualitäten wieder ausspielen.

Das heisst?

Mehr Tempo, mehr Bewegung. Aber auch mehr Mut.

Mut hat in Bern am Samstag ausgerechnet nur ihr 13. Stürmer, Samuel Walser, bewiesen. Das ist kein Ruhmesblatt für Ihre designierten Leistungsträger...

Samuel hat mit viel Energie gespielt. Und die älteren Spieler müssen auch wieder mehr bringen.

Beispielsweise Tommy Santala und Mark Bell, die sich von den Bernern regelmässig provozieren und durch Revanchefouls aus dem Spiel nehmen liessen?

Ja. Sie sind beide frustriert. Ich habe mit ihnen schon mehrmals besprochen, dass sie in diesen Situationen cooler reagieren müssen. Beide wollen, wie alle anderen Spieler, mehr. Aber zuletzt hat uns auch die nötige Leichtigkeit gefehlt.

Am Dienstagabend geht es um alles oder nichts. Wie ist Ihre Gefühlslage im Hinblick auf Spiel 7?

Wir haben immer noch alle Chancen, in den Final zu kommen. Wir spielen zu Hause in einem hoffentlich ausverkauften Stadion. Das ist unser Vorteil. Klar ist: Es wird einen Krieg geben. In diesem einen Spiel müssen alle Spieler ihre Leistung bringen. Und ich bin überzeugt, dass sie alle an den Sieg glauben. Und klar ist auch: Sollten wir verlieren, dann bin ich der «Tubel». (lacht)