Flugzeugabsturz

Eishockey-Team stirbt bei Flugzeugabsturz in Russland

Flugzeugabsturz mit der Mannschaft von Lokomotive Jaroslav: Augenzeugenvideo der Wrackteile

Flugzeugabsturz mit der Mannschaft von Lokomotive Jaroslav: Augenzeugenvideo der Wrackteile

Beim Absturz eines russischen Passierflugzeugs mit einer Eishockey-Mannschaft an Bord sind vermutlich mindestens 43 Menschen ums Leben kommen. Die Yak-42 stürzte am Mittwoch kurz nach dem Start in Jaroslawl ab, einer Stadt etwa 280 Kilometer nördlich von Moskau.

Das Zivilschutzministerium erklärte, von den 45 Menschen an Bord hätten offenbar zwei überlebt. In früheren Berichten war von 37 Toten die Rede gewesen. Der Eishockey-Verband KHL teilte mit, an Bord seien Spieler des Spitzenklubs Lokomotive Jaroslawl gewesen.

Gemäss einem Vereinssprecher war das gesamte Kader der Mannschaft an Bord. "Es gibt keine Hoffnung", sagte Vereinssprecher Wladimir Malkin der Sport-Zeitung "Sowjetski Sport".

Die Spieler des Eishockeyklubs Lokomotive Jaroslawl waren auf dem Weg nach Minsk zu ihrem ersten Spiel der Saison. Offenbar starben bei dem Unglück auch alle ausländischen Spieler, die das Team unter Vertrag hatte: Die schwedische Botschaft bestätigte den Tod des schwedischen Torhüters und Olympiasiegers Stefan Liv.

Interfax berichtete unter Berufung auf die tschechische Botschaft, dass die Tschechen Josef Vasicek, Jan Marek und Karel Rachunek sowie der Slowake Pavol Demitra ums Leben kamen. Das Team wird von dem Kanadier Brad McCrimmon trainiert. Das KHL-Eröffnungsspiel zwischen Ufa und Mytischtschi wurde abgebrochen.

Über die Zahl der Überlebenden gab es zunächst widersprüchliche Angaben. Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, wurden zwei Menschen schwer verletzt. Dabei handelte es sich nach Medienangaben um einen russischen Spieler sowie den Bordingenieur. Das Katastrophenschutzministerium sprach von einem schwerverletzten Überlebenden.

Untersuchung angeordnet

Präsident Dmitri Medwedew ordnete eine Untersuchung an und schickte seinen Berater Wladislaw Surkow zur Absturzstelle rund 280 Kilometer nordöstlich von Moskau. Auf Anweisung von Regierungschef Wladimir Putin reiste auch Verkehrsminister Igor Lewitin dorthin. Medwedew wurde an diesem Donnerstag dort erwartet.

Die Maschine aus Sowjetzeiten habe vermutlich eine Antenne gestreift, hiess es. Als Absturzursache kämen ein technischer Defekt und menschliches Versagen in Frage, sagte ein Flughafenmitarbeiter zu Interfax. Das Flugzeug sei um 15.50 Uhr Ortszeit (13.50 MESZ) vom Radar verschwunden, hiess es. Teile stürzten in die Wolga. Bislang seien 26 Leichen aus dem Fluss geborgen worden.

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