NHL-Playoffs

Kanadisches Derby mit Schweizer Beteiligung

Jonas Hiller (rechts) kämpft in den Playoffs mit Calgary um den Stanley Cup.

Jonas Hiller (rechts) kämpft in den Playoffs mit Calgary um den Stanley Cup.

Sieben «Eisgenossen» haben sich mit ihren Mannschaften für die Playoffs qualifiziert. Zwischen Vancouver und Calgary kommt es sogar zu einem kleinen Schweizer Derby. Kevin Fiala wurde derweil von Nashville in die NHL zurückgeholt.

Der aussichtsreichste Titelkandidat ist – zumindest auf dem Papier – Roman Josi. Der Starverteidiger der Nashville Predators hat mit seinem Team in der Qualifikation überzeugt. Die Raubtiere verfügen mit Pekka Rinne über einen der besten Torhüter. Das Verteidiger-Duo Josi/Weber sucht ligaweit seinesgleichen. Nach seiner Rückversetzung gehört auch Kevin Fiala wieder zum Kader.

Knackpunkt könnte die mangelnde Durchschlagskraft der Offensivabteilung sein. Zumal den «Preds» in den letzten Wochen ein wenig der Schnauf ausging. Die Formkurve zeigte bedrohlich nach unten. Nashville gehörte zuletzt zu den schwächsten Teams der Liga. Und der Erstrundengegner Chicago Blackhawks ist ein harter Brocken.

Die Calgary Flames sind das Überraschungsteam und gleichzeitig der grösste Aussenseiter unter den Playoff-Teilnehmern. Auf eine Playoff-Teilnahme der Kanadier hätten im vergangenen Herbst nur unverbesserliche Optimisten gesetzt. Doch das Team von Ex-ZSC-Lions-Meistertrainer Bob Hartley liess die Zweifler und Skeptiker mit konstant guten Leistungen verstummen.

Diaz im Aufwind

Zuletzt spielte sich auch der Schweizer Goalie der «Flammen», Jonas Hiller, wieder in den Vordergrund. Nachdem er zwischenzeitlich seine Vormachtstellung im Tor an den Finnen Karri Rämö verloren hatte, meldete sich der Appenzeller mit starken Auftritten zurück. Dasselbe gilt auch für Raphael Diaz. Der Schweizer fristete monatelang ein Dasein als Lückenbüsser.

Nach der Verletzung von Captain Mark Giordano rückte er in der Hierarchie nach oben und avancierte zum Stammspieler. Dennoch ist es alles andere als sicher, ob der Zuger zum Playoff-Auftakt auf dem Eis stehen wird: Er verpasste die letzten Qualifikationsspiele mit einer (unbekannten) Verletzung.

Dass die Flames in der ersten Runde ausgerechnet auf die Vancouver Canucks treffen, macht die Geschichte aus Schweizer Sicht doppelt interessant: Bei Vancouver gehören Luca Sbisa und Yannick Weber seit geraumer Zeit zum Stammpersonal in der Verteidigung. Weber entwickelte sich zu einem gefährlichen Offensivverteidiger und erzielte mit 11 Toren und 10 Assists Karriere-Höchstwerte. Er profitierte am meisten von der Verletzungswelle, die die Canucks in der Verteidigung erfasste.

Überraschungsteam Minnesota?

Sbisa erkämpfte sich mit seinen Auftritten einen neuen, mit total 10,8 Millionen US-Dollar dotierten Dreijahresvertrag. Die Canucks gehören – wie die Flames – nicht zum Kreis der engsten Titelfavoriten. Aber eine der beiden Mannschaften wird sicher die erste Runde überstehen. Damit steht auch fest, dass sich der Schweizer Nationaltrainer Glen Hanlon auf mögliche WM-Verstärkungen aus Nordamerika freuen kann.

Zum Kreis der Titelanwärter muss man sicher die Minnesota Wild rechnen, auch wenn Erstrundengegner St. Louis zu den stärksten NHL-Teams gehört. Die Mannschaft von Nino Niederreiter schaffte es, sich in der ultrakompetitiven Central Division für die Playoffs zu qualifizieren.

Niederreiter spielte im Kollektiv der «Wilden» neben den Stars Parise, Koivu und Vanek eine sehr gute Rolle und erreichte mit 24 Treffern einen persönlichen Bestwert, verletzte sich aber kürzlich am Fuss. Einem Einsatz in den Playoffs sollte allerdings nichts im Wege stehen.

Meistgesehen

Artboard 1