Saisonvorschau

Eine schwedische Neuverpflichtung als Medizin gegen die Enttäuschung? Darauf hoffen die ZSC Lions

Mit dem Schweden zum Titel? Fredrik Pettersson ist der neue Hoffnungsträger bei den ZSC Lions.

Mit dem Schweden zum Titel? Fredrik Pettersson ist der neue Hoffnungsträger bei den ZSC Lions.

Teil 1 von 12 der NLA-Saisonvorschau widmet sich den ZSC Lions. Die Zürcher setzen auf der Suche nach dem Glück auf zwei ausländische Goalgetter und müssen darauf hoffen, dass die Jungen mehr Verantwortung übernehmen können.

Der neue Hoffnungsträger: Fredrik Pettersson.

Doch eigentlich ist es nicht ein Hoffnungsträger, sondern deren zwei. Mit dem US-Amerikaner Drew Shore und dem Schweden Fredrik Pettersson haben die ZSC Lions in der Offensive viel Feuerkraft eingekauft. Shore (26) erzielte in der letzten Saison für den EHC Kloten in 50 Spielen 24 Tore. Fredrik Pettersson hatte für den HC Lugano zwischen 2014 und 2016 in 99 Spielen 59-mal getroffen. Das sind exzellente Quoten. War die Verpflichtung von Shore bereits ein kluger Schachzug des neuen ZSC-Lions-Sportchefs Sven Leuenberger, so war der Zuzug von Pettersson, der sich in der letzten Saison mal wieder in der KHL versuchte (und nicht glücklich wurde), der eigentliche Coup.  Pettersson an der Seite des besten Spielmachers der Liga, Robert Nilsson: Das verheisst für die Gegnerschaft nichts Gutes. Zumal der Goalgetter als unheimlich ehrgeizig gilt und ein Perfektionist ist, der seine Mitspieler zu Höchstleistungen anzutreiben vermag. Er könnte die beste Medizin gegen eine neuerliche Enttäuschung sein.

 

Das alte Sorgenkind: Patrick Geering.

Wie hart sind diese ZSC Lions? Sind sie in der Lage, nach zwei Viertelfinal-Outs in Serie auf Widerwärtigkeiten zu reagieren? Und wie wirkt sich der Captain-Wechsel von Mathias Seger hin zu Patrick Geering aus? Gelingt die Ablösung ohne Misstöne? Geering verkörpert die 90er-Generation der Lions (Kenins, Schäppi, Chris Baltisberger, Künzle), die zuletzt Kritik einstecken musste wegen ihrer fehlenden Leader-Qualitäten. Als Captain werden vom Verteidiger Impulse erwartet. Vor allem auf dem Eis, aber auch daneben. Aus der zweiten Reihe muss von den Lions mehr kommen, will man zurück auf den Meister-Thron.

Patrick Geering ist das alte Sorgenkind der ZSC Lions.

Patrick Geering ist das alte Sorgenkind der ZSC Lions.

Der Schlüsselspieler: Robert Nilsson.

Was passiert, wenn der Dreh- und Angelpunkt einer Mannschaft verletzungsbedingt ausfällt, mussten die ZSC Lions während der letzten Playoffs auf schmerzliche Art und Weise erfahren. Als Robert Nilsson in der Viertelfinalserie gegen Lugano mit einer schweren Knieverletzung zum zuschauen verurteilt war, da fanden die Zürcher keine Mittel und Wege mehr, das spielerische Vakuum auszufüllen.

Robert Nilsson ist der Schlüsselspieler der ZSC Lions.

Robert Nilsson ist der Schlüsselspieler der ZSC Lions.

Der Trainer: Hans Wallson.

Er und sein Assistent Lars Johansson zahlten in ihrer ersten Saison in der Schweiz Lehrgeld. Was in Skelleftea, im hohen Norden Schwedens, wo sie mit dem heimischen Klub viermal in Serie im Final standen und zweimal Meister wurden, bestens klappte, funktionierte im ZSC-Biotop noch nicht auf Anhieb. Die schwedischen Eishockey-Lehrer fanden den Draht zur Mannschaft nie so richtig. Das zeigte sich vor allem in den Playoffs, als es ihnen nicht gelang, dem gelähmt wirkenden Team die richtigen Impulse zu verleihen. Einzelne Spieler waren unzufrieden mit ihrer Rolle. Rätselhaft blieb beispielsweise, warum der aufstrebende Pius Suter trotz seines Erfolgsausweises selten im Powerplay zum Zug kam.

Der schwedische ZSC-Coach Hans Wallson.

Der schwedische ZSC-Coach Hans Wallson.

Fazit

Die ZSC Lions werden auch heuer einen der beiden Spitzenpositionen nach der Qualifikation besetzten. Die Mannschaft ist, gerade im Sturm, herausragend besetzt. Leise Zweifel sind bezüglich Goalies und Verteidigung erlaubt. Dass sich Lukas Flüeler im Tor nicht als klare Nummer eins gegenüber Niklas Schlegel etablieren konnte, ist nicht unbedingt ein gutes Zeichen. In der Defensive gehört Mathias Seger (39) nicht mehr zum Stammpersonal und Severin Blindenbacher (34) wird auch nicht jünger. Die nächste Generation mit Phil Baltisberger, Guerra, Sutter oder Marti muss beweisen, dass sie mehr Verantwortung übernehmen kann.

«Nordwestschweiz»-Tipp

2. Platz nach der Qualifikation

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