ZSC-Biel 2:3 n.P.

Ein Räuber namens Rytz: ZSC verliert erneut

Ahren Spylo erzielt das entscheidende Penalty-Tor.

Ahren Spylo erzielt das entscheidende Penalty-Tor.

Der EHC Biel hat das nicht für möglich Gehaltene geschafft. Der krasse Aussenseiter gewann zum zweiten Mal im Hallenstadion und liegt in der Serie gegen die ZSC Lions wieder mit 2:1-Siegen in Führung.

Um extakt 23:09 Uhr lagen sich die Bieler Spieler in den Armen. Eben hatte Ahren Spylo auf unnachahmliche Art und Weise den letzten und entscheidenden Penalty versenkt und damit den neuerlichen Coup des EHC Biel perfekt gemacht. Alleine wie dieser Sieg im Penaltyschiessen zustande kam, war bezeichnend für den Auftritt der Bieler, die über weite Strecken des Spiels unten durch mussten. 

Nach jeweils zwei Schützen langen die Lions mit 2:0 in Führung. Kurz darauf verpasste Robert Nilsson das sicher scheinende 3:0 – er setzte seinen Versuch neben das leere Tor. Doch dann kamen die Bieler Ausländer: Arlbrandt, Olausson und eben Spylo verwandelten ihre Versuche allesamt eiskalt, während bei den Zürchern Keller und Bergeron scheiterten. Aus dem 2:0 wurde ein 2:3.

Simon Rytz überragend

Überragender Spieler aufseiten der Bieler war aber Goalie Simon Rytz, der besonders in der Verlängerung über sich hinauswuchs und die Zürcher mit mehreren «Big saves» zur Verzweiflung brachte. Roman Wick (67.) und Mike Künzle (77.) vergaben riesige Chancen. Der kleine Mann im Bieler Kasten wurde zum Räuber, der seiner Mannschaft sprichwörtlich den Sieg stahl.

Die Lions mussten sich am Ende vorwerfen lassen, dass sie wieder einmal den Start verschlafen hatten. Für ihren unverständlich nonchalanten und unkonzentrierten Auftritt in den ersten 20 Minuten wurden sie mit einem 1:2-Rückstand bestraft. Kaum erklärbar, wieso sich die Zürcher trotz der 0:5-Niederlage im ersten Playoff-Duell wieder derart überrumpeln liessen. Anscheinend hat der Warnschuss vom vergangenen Samstag noch nicht gereicht, um von Anfang an mit voller Konzentration ans Werk zu gehen.

Die Bieler taten das, was sie konnten. Sie gingen mit Leidenschaft ans Werk, verteidigten die Zone vor dem eigenen Tor resolut und sorgten mit ihren Nadelstichen in der Offensive immer wieder für Unruhe vor dem Zürcher Tor. Und ganz hinten stand Simon Rytz, der, je länger diese Saison läuft, je besser wird. Wer hätte gedacht, dass der Mann, der zu Meisterschaftsbeginn die designierte Nummer zwei hinter Lukas Meili war, während der Playoffs plötzlich zum grossen Helden wird?

ZSC Lions - Biel 2:3 (1:2, 1:0, 0:0, 0:0) n.P.

10'170 Zuschauer. - SR Stricker/Wehrli, Bürgi/Kohler. - Tore: 3. Peter (Tschantré, Jecker) 0:1. 11. Malgin (Bergeron) 1:1. 16. Fey (Olausson/Ausschluss Bärtschi) 1:2. 37. Wick (Nilsson, Shannon/Ausschluss Joggi) 2:2. - Penaltyschiessen: Shannon 1:0, Rossi -; Künzle 2:0, Kamber -; Nilsson -, Arlbrandt 2:1; Bergeron -, Olausson 2:2; Keller -, Spylo 2:3. - Strafen: 4mal 2 Minuten gegen die ZSC Lions, 2mal 2 Minuten gegen Biel. - PostFinance-Topskorer: Wick; Arlbrandt.

ZSC Lions: Flüeler; Geering, Bergeron; Schnyder, Tallinder; Blindenbacher, Siegenthaler; Karrer; Künzle, Shannon, Senteler; Baltisberger, Fritsche, Schäppi; Bärtschi, Trachsler, Nilsson; Keller, Cunti, Wick; Malgin.

Biel: Rytz; Fey, Cadonau; Wellinger, Moser; Jelovac, Untersander; Steiner, Jecker; Spylo, Kamber, Samson; Tschantré, Peter, Rossi; Herburger, Olausson, Arlbrandt; Wetzel, Haas, Joggi.

Bemerkungen: ZSC Lions ohne Seger, Bastl, Stoffel, Leimbacher (alle verletzt), Smith und Tabacek (beide überzählige Ausländer), Biel ohne Gossweiler, Ehrensperger, Rouiller (alle verletzt) und Umicevic (überzähliger Ausländer). Pfostenschuss Keller (43.)

Meistgesehen

Artboard 1