Der neue NHL-Arbeitgeber des Schweizers Nino Niederreiter, die Carolina Hurricanes, sorgen derzeit nicht nur mit ihren starken sportlichen Leistungen für Schlagzeilen, sondern auch mit ihrer speziellen Art, ihre Siege zu feiern. In der heimischen PNC-Arena in Raleigh pflegen die Spieler nach gewonnenen Partien ein spezielles Ritual. Erst wird mit den Zuschauern das isländische «Huh» geklatscht, dann zelebrieren die Akteure noch eine kleine zusätzliche Performance. Am Samstag nach dem 3:0 gegen Dallas mit einem «Limbo-Dance». Am Tag zuvor nach dem 3:1 gegen Edmonton mit einer Baseball-Einlage.

Limbo

Dieses Spektakel geht aber einigen NHL-Beobachtern zu weit. Der 85-jährige Kult-Provokateur Don Cherry bezeichnete die Hurricanes-Spieler in einer seiner berüchtigten Tiraden am kanadischen Fernsehen als «einen Haufen Trottel» (a bunch of jerks). Vor allem in Kanada, im Mutterland des Eishockeys, findet Cherry, der mit seinen schrillen Anzügen und seinen kernigen Aussagen eine Institution ist, Zustimmung. Der Tenor ist: Grosse Spieler wie Wayne Gretzky oder Mario Lemieux hätten sich nie dazu bewegen lassen, so ein Theater zu zelebrieren.

Cherry

Die Hurricanes selber nahmen die plötzliche Aufmerksamkeit erfreut zur Kenntnis und haben blitzschnell reagiert. Schon Ende Woche sollen im Online-Fanshop T-Shirts mit dem Aufdruck «Bunch of jerks» erhältlich sein.

Bunch of jerks

Die Resonanz auf die Ankündigung ist enorm. In den USA, wo eine komplett andere Unterhaltungskultur herrscht, sind die Carolina Hurricanes in aller Munde. Sogar deren Besitzer, Tom Dundon, schaltete sich nach Cherrys Tirade in die Diskussion ein und liess auf Twitter verlauten: «Dieser Jubel ist die Kirsche (auf englisch: Cherry) auf einem grossartigen Wochenende».

Dundon