Plakat-Skandal

EHC-Olten-Geschäftsführer: «Es darf nicht nur bei einem Stadionverbot bleiben»

EHCO-Geschäftsführer Peter Rötheli will die Urheber des Transparents hart bestrafen

EHCO-Geschäftsführer Peter Rötheli will die Urheber des Transparents hart bestrafen

EHCO-Geschäftsführer Peter Rötheli will nach dem Plakat-Skandal vom Samstag im Derby zwischen Olten und Langenthal eine lückenlose Aufklärung.

Peter Rötheli, Sie waren am Samstag ebenfalls am Spiel. Was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie das Transparent gesehen haben?

Peter Rötheli: Ich wurde erst nach einigen Sekunden darauf aufmerksam gemacht. Das Transparent ist so pietätlos, dass es eine Weile dauerte bis ich diese primitiven Worte richtig einschätzen konnte. Es ist unfassbar.

Man merkt, dass Ihnen die Geschichte nahe geht.

(atmet tief durch) Ich bin sprachlos und traurig, dass man unserem Klub so etwas antut, das sind nicht unsere Fans. Es fehlen mir die anständigen Worte, diese Schandtat richtig einordnen zu können.

Was hat der Klub für Reaktionen erhalten?

Ich habe vor allem persönlich viele Reaktionen erhalten von Leuten, die dem Klub sehr nahe stehen. Auch sie goutieren dieses Transparent nicht.

Wird diese Aktion für den EHCO geschäftsschädigend sein?

Ja klar ist das geschäftsschädigend. Der Klub wird in einem äusserst schlechten Licht dargestellt. Dazu muss ich sagen, dass ich es sehr schade finde, dass nun alle Hockeyfans in den gleichen Topf geworfen werden. 99,99 Prozent unserer Fans sind mit Herz und Verstand dabei – und dann gibt es diese Burschen, Entschuldigung, aber ich kann sie nur Idioten nennen.

Der Klub hat die Übeltäter noch nicht gefunden. Was ziehen Sie für Konsequenzen?

Erst einmal müssen wir die Urheber finden. Ich wünsche mir, dass sie hinstehen und sich bei uns melden, doch freiwillig stellt sich nach der medialen Resonanz wohl erst recht niemand mehr. Wir sind derzeit intensiv an der Auswertung von Videos und stehen in Kontakt mit den Fanklubs.

Was bedeutet das?

Wir haben für heute Meetings angesagt, bei denen wir Fakten und Namen wollen. Wir befinden uns auf gutem Weg und konnten das Umfeld schon etwas eingrenzen. Ich erhoffe mir aus dem Treffen sehr viel.  

Was machen Sie, dass es nicht bei Lippenbekenntnissen bleibt?

Wir wollen in der Bestrafung definitiv neue Wege gehen und damit ein Exempel statuieren, dass solche Sachen einfach nicht gehen. Wir können uns Sozialarbeit vorstellen. Wir wollen eine Bestrafung, die einen Lerneffekt mit sich bringt. Es darf nicht nur bei einem Stadionverbot bleiben. Diesen Burschen muss bewusst werden, was sie geschrieben haben. Bevor man doch nur damit beginnt, ein solches Transparent zu schreiben, sollte man vielleicht auch mal kurz innehalten und einfach mal unendlich dankbar sein, zwei gesunde Beine haben zu dürfen.

Stellen Sie gewisse Forderungen an die Fanklubs?

Ja, wir werden Forderungen stellen. Es gibt mittlerweile in unserem Fansektor viele junge Leute, die man nicht mehr kennt, das darf nicht sein. Wir befürworten eine gesunde Fankultur mit Choreografien und guter Stimmung, aber es muss dabei ein strenges Controlling geben. 

EHC-Olten-Fans reissen alte Wunden auf

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